Streit

03. Dezember 2018 08:19; Akt: 03.12.2018 08:21 Print

Katar tritt aus der Öl-Organisation Opec aus

Der Wüstenstaat kündigte seinen Austritt aus der Opec an. Derweil stoppen die Ölpreise ihre Talfahrt.

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Der Wüstenstaat Katar will aus der Öl-Organisation Opec austreten. Zum Wochenstart erholten sich die Ölpreise. Der Ölpreiszerfall der letzten Wochen kam an der Zapfsäule nicht an. Trotz Talfahrt ist das Tanken teurer geworden. Konkret bezahlte man laut TCS letzte Woche für Benzin im Schnitt 1.63 Franken, an einzelnen BP-Tankstellen in Zürich sogar bis zu 1.68 Franken. Noch im Januar lag der durchschnittliche Preis bei 1.56 Franken. Das erstaunt, denn Seit Anfang Oktober ist der Ölpreis um rund 30 Prozent zusammengebrochen. Laut David Suchet, Sprecher der Erdölvereinigung, ist der tiefe Wasserstand des Rheins der Grund. «Weil der Pegel sinkt, können die Schiffe immer weniger Treibstoffe transportieren», sagt er auf Anfrage. Das verteuere den Import. BP-Sprecher Peter Kretzschmar sagt: «Normalerweise geben wir solche Preissenkungen schnell an die Konsumenten weitergeben, da der Wettbewerb uns dazu zwingt.» Der Ölpreis hat vorletzte Woche noch Jahrestief bei unter 60 Dollar pro Fass erreicht. Der Preis der Sorte WTI liegt derzeit bei rund 54 US-Dollar pro Fass. Seit Anfang Oktober ist der Ölpreis stark gefallen. Der Grund: Händler erwarten ein Überangebot bei gleichzeitig nachlassender Nachfrage – wegen der sich abschwächenden Konjunktur. Laut Analyst Lukman Otunuga von FXTM wetten die Investoren auf einen weiteren Preisverfall, «selbst wenn die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec) Anfang Dezember die Produktion drosseln sollten». Die Mitglieder der Opec und Vertreter anderer Ölförderländer treffen sich diese Woche in Wien.

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Katar will die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) verlassen. Katars Mitgliedschaft in der Opec werde im Januar 2019 enden, kündigte Energieminister Saad al-Kaabi am Montag in Doha an. Die Opec wurde seinen Angaben am Montagmorgen kurz vor der Bekanntgabe über die Entscheidung informiert.

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Der weltgrösste Ölproduzent Saudi-Arabien sowie Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate und Ägypten hatten im Sommer 2017 ihre diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen und eine Verkehrs- und Handelsblockade gegen den Golfstaat verhängt. Sie werfen Katar vor, «Terrorismus» zu unterstützen und zu enge Beziehungen zum schiitischen Iran - dem Erzfeind Saudi-Arabiens - zu pflegen. Doha weist die Vorwürfe zurück.

Ölpreise steigen

Auch bei den Ölpreisen gibt es Bewegung zum Wochenstart. Am Montag sind sie vorwiegend wegen des erneuerten Pakts zwischen den beiden wichtigen Förderstaaten Russland und Saudi-Arabien sowie einer gedrosselten Produktion in Kanada deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 62,33 US-Dollar.

Das sind 2,87 Dollar oder rund fünf Prozent mehr als zum Wochenausklang am Freitagabend. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) verteuerte sich um 2,70 Dollar auf 53,63 Dollar. Damit stoppten beide Ölsorten erst einmal die seit Anfang Oktober anhaltende Talfahrt.

Pakt verlängert

Experten führten die Kursgewinne zum Wochenstart vor allem darauf zurück, dass Russland und Saudi-Arabien ihren Pakt zur stärkeren Kontrolle des Ölmarkts verlängert hatten. Damit dürfte der Weg für eine Senkung der Produktion der wichtigsten Ölförderstaaten der Welt frei sein, um das Überangebot zu reduzieren. Die Staaten der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) kommen Ende der Woche mit anderen wichtigen Förderländern zusammen, um über die Reaktion auf den Ölpreisverfall der vergangenen Wochen zu beraten.

Experten gehen von einer Drosselung der Produktion aus - die Frage ist dabei aber vor allem, wie stark die Fördermenge gesenkt werden soll und wie einig sich die Staaten sind. In dem nordamerikanischen Land Kanada, das nicht zur Opec gehört, hatte die Provinz Alberta bereits am Wochenende reagiert. Die wichtigste Ölförderregion des Landes will ab Januar die Produktion deutlich reduzieren, um die hohen Lagerbestände abzubauen.

(dob/sda)

sentifi.com

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Thomas am 03.12.2018 08:43 Report Diesen Beitrag melden

    Durststrecke vorüber

    So, jetzt steigen die ölPreise wieder an den Börsen. 11 Wochen gelungene Abzocke überstanden. Jetzt noch 5 Wochen warten und der ölPreis für uns Endverbraucher wird wieder legitim. Ein Abzockerei ohne Ende. 11 Wochen sinkender ölpreis. 25% Preisverlust. Aber nur für Staat und ölmultis ein Gewinn. Auf Kosten der Allgemeinheit, ganz klar.

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  • Mirko Timm am 03.12.2018 08:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ohhh

    der Ölpreis ist gestiegen. sofort hoch mit den Preisen an der säule

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  • Nicky am 03.12.2018 08:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leid und Freud

    Venezuela lässt grüssen. Damit wird Madura zu neuem Geld gelangen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Malo am 06.12.2018 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    Erdöl braucht es auch in Zukunft

    Erdöl wird auch in Zukunft gebraucht. Z.b für Ölkraftwerke damit die E- Fahrzeuge ihren Strom haben.

  • Freerider am 04.12.2018 18:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Co2 reduzieren?

    Habe mir soeben einen neuen Shelby gekauft. Der nimmt so um die 15-20 Liter. So lange China Indien (siehe Dehli & Peking) elendlich im Smog verre...... und die grossen Schiffe mit giftigen Schweröl rumtuckern brauche ich gerne Sprit. Ich weiss falsche Rubrik.

  • T.S am 04.12.2018 13:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und wieder mal...

    ...Haben die Marionettenspieler im Hintergrund eine neue Begründung für die allgemeine Öffentlichkeit gefunden um die höheren Sprittpreise zu rechtfertigen... Wacht auf, Leute! Wir werden doch nur an der Nase herum geführt..

  • Dumby am 03.12.2018 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wetten die Preise steigen

    Mal sehen wie schnell die Preise jetzt an den Tankstellen steigen.Als es billiger wurde, gab es ja zig Erklärungen warum man davon leider nichts merke.

    • Mirco am 04.12.2018 00:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Dumby

      Das stimmt nicht, die Preise gingen sehr wohl runter. Welche Erklärungen meinen Sie denn, bitte konkret werden.

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  • Peter am 03.12.2018 21:53 Report Diesen Beitrag melden

    Strom wäre nachhaltiger

    Das Theater mit dem Ölpreis ist schon älter als ich selbst. Deshalb fahre ich seit 2 Jahren elektrisch. OK, mit einer Ladung komme ich nicht 1'200 Km weit und ja im Winter ist es noch ein bisschen weniger. Aber Strom kann ich selber produzieren und bin somit unabhäniger vom Ölpreis. Deshalb sollte sich jeder gedanken machen in Zukunft seine Dachfläche mit Panels auszurüsten und wenn es den noch mehr Auswahl an E-Autos gibt eines zu kaufen.

    • Rene Meier am 03.12.2018 23:27 Report Diesen Beitrag melden

      @Peter

      Ja wenn es die Gemeinde zulassen würde, aber da ich im Dorfkern bin, ist es nicht erlaubt und sogar die Farbe der Ziegel ist vorgeschrieben.. Schöne neue Welt.. Cui Bono?

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