1000 Punkte aufwärts

27. Dezember 2018 07:21; Akt: 27.12.2018 07:43 Print

Kaufrausch sorgt für Rekord an US-Börse

In Punkten gab es ein solches Plus an einem Tag noch nie. Dabei stand der Dow noch am 24. Dezember im Tief. Jetzt kommen die Schnäppchenjäger.

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Ein stetiges Auf und Ab: Die Börse in New York. Archivfoto: Keystone

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Die US-Börsen begaben sich am Mittwoch beflügelt von einer Rally bei Hochtechnologie- und Einzelhandelswerten auf Erholungskurs. Schnäppchenjäger stiegen nach Kursverlusten wieder ein. Vor allem im späten Handel griffen die Anleger kräftig bei Aktien zu, die zuletzt unter die Räder gekommen waren. Händler sagten, die Jagd nach günstigen Kaufgelegenheiten werde voraussichtlich noch ein paar Tage andauern.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss fast fünf Prozent höher auf 22.878 Punkten. Der Dow legte damit erstmals in einer einzigen Handelssitzung mehr als 1000 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 stieg ebenfalls knapp fünf Prozent auf 2467 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich sogar um 5,8 Prozent auf 6554 Punkte. Für alle drei Marktbarometer ist es der grösste prozentuale Tagesgewinn seit dem 23. März 2009, wie Bloomberg schreibt.

Händler begründeten die Kursaufschläge auch mit einem Bericht des Kreditkartenanbieters Mastercard. Für rund 850 Milliarden Dollar kauften demnach US-Kunden im Feiertagsgeschäft ein. Verglichen mit 2017 stiegen die Einnahmen der Händler vom 1. November bis 24. Dezember um 5,1 Prozent. Das ist der höchste Wert seit sechs Jahren. Der Versandhändler Amazon sprach von einem Rekordverkauf. Bei den Einzelwerten legten die Aktien von Amazon um mehr als neun Prozent zu. Die Anteilsscheine des Einzelhändlers Walmart verteuerten sich um über fünf Prozent. Auch beim sozialen Netzwerk Facebook stiegen die Börsianer wieder ein. Die Aktie schnellte um rund acht Prozent in die Höhe.

Zur Erholung an der Wall Street trugen auch Äusserungen eines Wirtschaftsberaters von US-Präsident Donald Trump bei. Eine Ablösung von Notenbank-Chef Jerome Powell steht nach Worten von Kevin Hassett nicht zur Debatte. Es bestehe keine Gefahr, dass Powell seinen Posten verliere, sagte Hassett. Powells Job sei hundert Prozent sicher. Trump fürchtet, dass die Notenbank mit ihrem Zinserhöhungskurs den Aufschwung der US-Wirtschaft abwürgen könnte. Er hatte die Notenbank und den von ihm selbst nominierten Fed-Chef Powell deswegen immer wieder massiv kritisiert.

Am 25. Dezember hatte US-Präsident Trump zum Aktienkauf aufgerufen: «Buy the dip», so seine Losung.

Verunsicherung am Montag

Am 24. Dezember hatten die Indizes noch zwischen zwei und drei Prozent nachgegeben. Die Anleger waren wegen der jüngsten Entwicklungen in Washington verunsichert.

Hintergrund waren unter anderen der Haushaltsstreit zwischen Trump und den oppositionellen Demokraten, der zu einem teilweisen Behördenstillstand geführt hat, und kurzfristig einberufene Beratungen von Finanzminister Steven Mnuchin mit einer Krisengruppe aus Vertretern von Aufsichtsbehörden über die jüngste Börsentalfahrt. Zudem hatte sich Mnuchin von den führenden US-Banken versichern lassen, sie verfügten über ausreichend Liquidität für die Kreditvergabe.

(cpm/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Real News Network am 27.12.2018 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Die wahre Nachricht ist

    Amazon vermeldet Rekordverkäufe. Der lokale Händler vermeldet Insolvenz.

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  • Kritiker am 27.12.2018 07:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    DCB

    Klassischer Dead Cat Bounce, es geht bald wieder südwärts

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  • Yannik Kramer am 27.12.2018 08:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Was jetzt?

    Und vorgestern hat diese Zeitung noch den Weltuntergang der Aktien herbeigeredet, wegen schlapper 2.2% minus...Seriöse Berichterstattung sieht anders aus.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Malo am 27.12.2018 18:00 Report Diesen Beitrag melden

    Ich bin zufrieden

    Ich habe im Oktober in Gold investiert ich bin soweit zufrieden. Mit Gold kann man kaum etwas falsch machen. Gold wird immer Wert haben.

    • smithy am 27.12.2018 19:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Malo

      kommt drauf an wie spekuliert wird an der Börse... hatte auch mal die Einstellung. mach nicht den Fehler er NIE im Minus zu verkaufen.

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  • Marc Müller am 27.12.2018 16:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Der Häupling ruft und die Banken Bosse folgen

    In einer abgestimmte Handlung kauften gestern Banken US Aktien ein. Dies löste einen Kursfeuerwerk an den US Börsen aus. Der Häupling ist nun zu frieden und göhnt sich doch noch ein paar Tage Ferien. Ob die Aktion wirklich nachhaltig ist, und den Banken satte Gewinne einfährt, muss sich noch zeigen.

    • Kritiker am 27.12.2018 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marc Müller

      Ich bin mir ziemlich sicher, dass es nicht nachhaltig ist...schau dir mal die Charts (DJI, S&P 500, Nasdaq) seit 1990 oder 1980 an. Die Börsen sind massiv überbewertet. Wir befinden uns in einer riesengrosse Blase, die gerade platzt. Die Blase wurde von den Zentralbanken verursacht, die massenweise Aktien gekauft haben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit folgt dann eine Rezession und diesmal würde mich eine darauf folgende, grosse Depression nicht wundern.

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  • Andreas Honegger am 27.12.2018 13:37 Report Diesen Beitrag melden

    Business as usual

    Die Börse ist ein Auf und Ab. Erreicht sie mal Höchststände kommt der Fall immer auf Fuss - nur weiss keiner wann genau und wie stark. Bei Höchststand will mancher seinen Gewinn "ernten", und wenn ein paar grössere Pakete zum Verkauf kommen geht die Talfahrt los, weil jeder noch retten will, was zu retten ist. Ist dann ein Tiefstand erreicht kaufen natürlich wieder alle ein und warten auf den nächsten Höchststand. Wer im rechten Moment kauft und verkauft verdient viel, die anderen zahlen die Zeche. So schnelle Kurswechsel sind nur wenig von der Konjunktur beeinflusst.

  • Spieglein Spieglein an der Wand am 27.12.2018 11:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Casino - Börse

    Wann wird dieser Zockerei endlich ein Ende gesetzt? Mit dem Ursprünglichen Sinn der Börse hat dieses Geschäft schon lange nichts mehr zu tun und ist äusserst schädlich für die Weltwirtschaft. Wann werden endlich Mindestlaufzeiten eingeführt (zB 6Monate) in der eine Aktie nach Erwerb nicht verkauft werden darf. Die langfristige Geldanlage und der langfristige Geschäftsgang einer Firma würde dann wieder ins Zentrum gerückt und nicht das Zocken.

    • Xeno72 am 27.12.2018 15:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Spieglein

      Ich bin immer froh, dass der Schweizer Souverän solche Wahnideen doch zuverlässig ungespitzt in den Boden haut. Es ist wichtig, Minimaduros und Minierdowahns präventiv aus der Wirtschaftspolitik wegzublasen. Zum Schluss noch dies: Daytrading und ähnliche Scherze sind weder sinnvoll noch gefährlich.

    • kirby am 27.12.2018 15:19 Report Diesen Beitrag melden

      Unsinn

      es wäre nur Symptombekämpfung und Eingriff in die Rechte der Aktionäre. Der Grund für die Blasenbildung liegt im Schuldgeldsystem, solange Banken "Geld" aus dem nichts schöpfen können wird es keinen Bezug der Aktienkurse zur Realwirtschaft geben sondern wird sich die Aktienblase mit der Immoblase und Anleihenblase abwechseln, natürlich nur bis der Totalkollaps kommt, und der ist nicht mehr sehr weit.

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  • Arke am 27.12.2018 10:21 Report Diesen Beitrag melden

    Auf und ab

    Ach ja auf und ab ... lasst ihn noch n paar mal springen, damit im ernstfall keiner mehr an die kriese glaubt wenn sie dann endgültig zuschlägt ... den richtigen präsidenten dazu haben die Amis ja schon ;-)