Schwarzgelder

29. März 2011 10:26; Akt: 29.03.2011 10:42 Print

Kein «systematischer Betrug» bei CS

Aufatmen bei der Credit Suisse: Die Klagen der amerikanischen Justiz gegen CS-Mitarbeiter dürften sich zu keinem weiteren «Fall UBS» ausweiten, so ein US-Diplomat.

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Credit-Suisse-Gebäude in New York (Bild: Keystone)

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Die Schlinge um den Hals der Grossbank Credit Suisse scheint sich etwas zu lockern. Der US-Botschafter in Bern, Donald S. Beyer, erwartet keinen mit der UBS-Affäre vergleichbaren Fall. Der Zwist zwischen der UBS und der US-Justiz hatte sich zur Staatsaffäre hochgeschaukelt. Unter Druck lieferte die Schweiz Daten von über 4000 Kunden an die USA.

«Wir haben die Hoffnung und die Erwartung, dass sich die Angelegenheit auf wenige Einzelpersonen beschränkt», sagte Beyer am Dienstag im Interview mit der «Neuen Zürcher Zeitung». So weit er es beurteilen könne, habe die Credit Suisse über Strukturen verfügt, welche einen systematischen Betrug durch ihre Mitarbeiter verhinderten.

CS nicht Gegenstand des Verfahrens

Gegen drei ehemalige und ein noch bei der Grossbank beschäftigter Mitarbeiter war im Februar vor einem Gericht im US-Bundesstaat Virginia Anklage erhoben worden. Ihnen wird vorgeworfen, für amerikanische Kunden Strategien zur Steuerhinterziehung vorbereitet zu haben. Die Bank selbst ist nicht Gegenstand der Ermittlungen.

Der UBS hatten die amerikanischen Steuerbehörden vor zwei Jahren vorgeworfen, in grossem Stil amerikanischen Bürgern bei Steuerhinterziehung geholfen zu haben.

Um den Streit beizulegen, musste die UBS schliesslich 2009 eine Busse von 780 Millionen Dollar bezahlen und trotz Bankgeheimnis Daten amerikanischer Kunden herausgeben. Das Verfahren gegen die UBS ist abgeschlossen. Die US-Behörden ermitteln aber weiterhin gegen andere Banken.

Aufatmen an der Börse

Erfreut über die Aussagen des US-Diplomaten aus Bern zeigten sich auch die Anleger. Die Aktien der Credit Suisse legten am Dienstagmorgen überdurchschnittlich stark zu. Nach 10 Uhr standen die CS-Papiere 1,2 Prozent im Plus bei 39,63 Franken. «Die Befürchtungen waren gross, dass sich die Angelegenheit zu einer ernsteren Sache ausweiten könnte», sagte ein nun beruhigter Händler.

(sda)