Luxusproblem

16. Juli 2009 10:50; Akt: 16.07.2009 14:22 Print

Kein Platz mehr für Goldbarren

Der Run auf das Edelmetall stellt die Banken vor Probleme: Es gibt nicht mehr genug sichere Aufbewahrungsorte.

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Gold ist wieder im Trend: Die Angst vor einer Hyperinflation, einem Wirtschaftsabschwung sowie der Erfolg von Gold-Indexfonds hat zu einem Run auf das Edelmetall geführt. Das ist nicht nur erfreulich für die Banken, die das Gold unters Volk bringen. Ein Zürcher Investmentbanker ist am Verzweifeln: «Für unsere Kunden müssen wir immer mehr Gold einlagern, wir finden aber kaum mehr passenden Lagerraum.» Die Aufbewahrung des Goldes stellt hohe Anforderungen an die Sicherheit. Aber auch Stabilität ist gefordert. Eine Palette Gold, die kniehoch mit Barren belegt ist, wiegt mehrere Tonnen. Ein 12,5 Kilo Barren ist nicht grösser als eine Tetrapak-Milch.

Aus Sicherheitsgründen kein Kommentar

In Olten steht der grösste Wertschriften- und Goldbunker der Schweiz, er wird vom Dienstleistungsunternehmen SIX SIS verwaltet, das zur SIX Group. Die Sprecherin will auf Anfrage aus Sicherheitsgründen nicht sagen, wo wie viel Gold gelagert wird und ob die Tresore randvoll sind oder nicht. Ein Mitarbeiter, der seinen Namen nicht in den Medien sehen will, sagt gegenüber 20 Minuten Online: «Wir haben noch Platz, allerdings wird es langsam eng – wir haben zur Zeit viele Anfragen. So gesehen – dä schnäller, isch dä gschwinder.» Sisclear nehme nur Lieferungen von Partnerbanken entgegen.

Silberbestand ausgelagert

Im Frühling kam die Zürcher Kantonalbank wegen Platzproblemen in die Schlagzeilen. Der Goldindex-Fonds, der mit physischem Gold hinterlegt sein muss, war derart erfolgreich, dass die Zürcher nicht mehr wussten wohin mit den Barren. Die ZKB gibt an, die Probleme vorerst gelöst zu haben: «Die Edelmetallbestände der ZKB lagern grösstenteils in bankeigenen Tresoren. Lediglich ein Teil des Silberbestandes wurde in einen externen Tresor in der Schweiz ausgelagert. Die zeitweisen Kapazitätsprobleme konnten in der Zwischenzeit durch interne Massnahmen wie platzsparende Stapeltechnik etc. gelöst werden.» Die ZKB-Medienstelle fügt an, würden die Kapazitäten der bankeigenen Tresore nicht mehr ausreichen, so würde die Bank auf Drittverwahrstellen in der Schweiz ausweichen.

Wo diese zu finden wäre, ist aber nicht klar. Olten ist voll und die Schweizer Nationalbank ist auch keine Hilfe. «Die Goldlagerung für Dritte ist kein Thema», sagt der Sprecher. Die SNB betreibe eine andere Art der Goldlagerung. Auch er will nicht sagen, wo das SNB-Gold liegt. Sondern lediglich, dass es «an verschiedenen Orten im In- und Ausland lagert».

(wg/scc)