Bank entlastet

21. Dezember 2011 08:08; Akt: 21.12.2011 11:05 Print

Keine Geldwäscherei bei Hyposwiss

Wirtschaftsprüfer konnten keine finanziellen Unregelmässigkeiten bei der Privatbank Hyposwiss feststellen. Ein russischer Geschäftsmann hatte die Bank der Geldwäscherei beschuldigt.

storybild

Die Tochtergesellschaft der St. Galler Kantonalbank, die Privatbank Hyposwiss, wurde vom Vorwurf der Geldwäscherei entlastet. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die unter Verdacht der Geldwäscherei stehende Privatbank Hyposwiss hat von ihrer externen Revisionsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) Rückendeckung erhalten: Die Wirtschaftsprüfer fanden keine Hinweise auf einen Verstoss gegen das Geldwäschereigesetz.

Hyposwiss, eine Tochter der St. Galler Kantonalbank (SGKB), hatte bei PwC eine Prüfung der Vorwürfe in Auftrag gegeben, nachdem der russische Geschäftsmann Oleg Deripaska die Bank der Geldwäscherei bezichtigt hatte. Hintergrund dieser Vorwürfe ist ein Machtkampf um Norilisk Nickel, den grössten Nickel-Produzenten der Welt.

Wie die St. Galler Kantonalbank (SGKB) am Mittwoch mitteilte, hat PwC auch keine Hinweise auf eine Verletzung von Meldepflichten oder der Standesregeln zur Sorgfaltspflicht der Banken im Untersuchungszeitraum zwischen Juli 2010 und Oktober 2011 gefunden.

Roland Ledergerber, Vorsitzender der SGKB-Geschäftsleitung, sagte am Mittwoch an einer Telefonkonferenz, der PwC-Bericht sei am Dienstag der Finanzmarktaufsicht Finma zugeleitet worden. Bereits zu einem früheren Zeitpunkt sei die Bank von der Finma eingeladen worden, zu den Geldwäschereivorwürfen Stellung zu nehmen.

Bank sieht sich bestätigt

Simon Netzle, Mediensprecher der SGKB, sagte der Nachrichtenagentur SDA, die Bank sehe sich in ihrer Einschätzung bestätigt. Details zum PwC-Bericht würden nicht publiziert, da das Bankgeheimnis tangiert würde. CEO Roland Ledergerber ging an der Telefonkonferenz ebenfalls nicht näher auf Fragen nach Details des PwC-Berichts ein.

Die Bank geht davon aus, dass mit dem Bericht der PwC die Vorwürfe strafrechtlicher und zivilrechtlicher Art vom Tisch sind. Gemäss Medienberichten erwägt Derispaska eine Zivilklage in Milliardenhöhe gegen die Hyposwiss, sofern er mit seiner Strafanzeige nicht ans Ziel komme. Die Bundesanwaltschaft beurteilte die Vorwürfe als unbegründet.

Die SGKB mutmasst, dass trotz der Prüfung weiter Druck auf die Strafuntersuchungsbehörden ausgeübt werden könnte. Sie behalte sich vor, künftig gegen unberechtigte Vorwürfe juristisch vorzugehen.

Hyposwiss-Verwaltungsrat Bodmer zurückgetreten

Laut Medienberichten soll Deripaska durch ein unlauteres Aktiengeschäft seines Gegenspielers Vladimir Potanin über eine Milliarde Franken verloren haben. Er wirft Hyposwiss vor, als Drehscheibe der kriminellen Transaktion fungiert zu haben.

Anfang November war Hyposwiss-Verwaltungsrat Hans Bodmer, den Deripaska ebenfalls beschuldigt hatte, von seinem Amt zurückgetreten. Roland Ledergerber sagte an der Telefonkonferenz auf die Frage eines Journalisten, die Wahl Bodmers in den Hyposwiss- Verwaltungsrat sei nach üblichen Kriterien erfolgt.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anton Brunner am 21.12.2011 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    PwC Wirtschaftsprüfer?

    Das sind die welche die Löcher in den Bilanzen der Banken nicht gesehen haben wollen! Ein Grund für den Ausbruch der Finanzkrise! Dieselben Wirtschaftsprüfer sollen jetzt feststellen ob Gelder gewaschen wurden?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Anton Brunner am 21.12.2011 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    PwC Wirtschaftsprüfer?

    Das sind die welche die Löcher in den Bilanzen der Banken nicht gesehen haben wollen! Ein Grund für den Ausbruch der Finanzkrise! Dieselben Wirtschaftsprüfer sollen jetzt feststellen ob Gelder gewaschen wurden?