Immobilienpreise

09. Februar 2011 21:21; Akt: 09.02.2011 21:23 Print

Kernkraftwerke fressen Preise auf

Nicht nur Flugverkehr schadet Immobilienbesitzern. Auch Häuser in der Nähe eines Kernkraftwerks verlieren an Wert.

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Kernkraftwerke (KKW) sorgen in der Bevölkerung und bei Politikern immer wieder für rote Köpfe. Besonders ärgern dürfte die Diskussion um den Bau neuer KKWs aber die Hausbesitzer. Neue Munition liefert ihnen nun eine Studie der Universität Bern und der Immobilienberatung IAZI. Sie belegt wissenschaftlich, dass die Immobilienpreise massiv sinken, wenn ein Haus in der Nähe eines KKWs steht. Besonders vom Preissturz betroffen sind Häuser in 2,5 bis 3 Kilometer Entfernung zu einem Atommeiler. Sie sind laut Studie 9 Prozent weniger wert als ein identisches Haus in 15 Kilometer Distanz zum KKW. Bei 5 Kilometern Entfernung beträgt der Wertverlust 3,1 Prozent, bei 10 Kilometern 1,1 Prozent.

Noch härter trifft es Hausbesitzer, deren Bijou im Umfeld eines leistungsstarken KKWs wie Leibstadt liegt. Eine Immobilie in 5 Kilometer Entfernung ist dann 6 Prozent weniger wert als ein Haus in 20 Kilometer Entfernung. Zum Vergleich: Der Preis eines Hauses in der Nähe des KKWs Mühleberg sinkt im gleichen Fall nur um 3 Prozent. Mühleberg hat ein Drittel der Kapazität des KKWs Leibstadt. Kurios: Liegt ein Haus ganz nah an einem KKW, nimmt der Wert wieder zu. Die Autoren begründen das durch die Nachfrage von Kraftwerk-Personal nach Wohnfläche. Auch würden von einem KKW-Bau betroffene Gemeinden Entschädigungszahlungen in Form von Steuervergünstigungen leisten. Basis der Untersuchung waren 37 000 Handänderungen zwischen 1981 und 2007.

(vb)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Standortkritischer Konsument am 10.02.2011 08:54 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr gutes Thema

    Endlich spricht man von den grossen Verlierern und den wenigen Steuer-Nutzniessern. In der stark wohnbesiedelten Region des AKW Gösgen ist das besonders markant.

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  • Standortkritischer Konsument am 10.02.2011 08:54 Report Diesen Beitrag melden

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    Endlich spricht man von den grossen Verlierern und den wenigen Steuer-Nutzniessern. In der stark wohnbesiedelten Region des AKW Gösgen ist das besonders markant.