Familienunternehmen

21. Mai 2012 18:55; Akt: 21.05.2012 18:57 Print

Kinder verschmähen die Firmen der Eltern

Familienunternehmen in der Schweiz haben Nachfolgeprobleme: Von 100 Studierenden, deren Eltern ein Familienunternehmen besitzen, wollen 79 nicht in die Fussstapfen der Eltern treten.

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Kein Bock ins Familienunternehmen einzusteigen: Studierende der HSG. (Bild: Keystone)

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In einer neuen Studie der Universität St. Gallen (HSG) heisst es, die geringe Bereitschaft, in den elterlichen Betrieb einzusteigen, sei ein alarmierendes Zeichen für die Schweizer Familienunternehmen, weil in den nächsten Jahren sehr häufig ein Generationenwechsel anstehe.

Für die Studie wurden 28 000 Studierende in 26 Ländern, deren Eltern ein Familienunternehmen führen, befragt, heisst es in der HSG-Mitteilung vom Montag. Nur drei Prozent der befragten Schweizer Studierenden haben konkrete Pläne, direkt nach dem Studium den elterlichen Betrieb zu übernehmen. Gute berufliche Alternativen in der Schweiz und die relativ geringe Verbindlichkeit von unternehmerischer Familientradition wurden als wichtigste Gründe genannt.

International grosse Unterschiede

Fast die Hälfte der Befragten (49 Prozent) hat im Betrieb der Eltern Berufserfahrung und spezifische Branchenkenntnis gesammelt. Die meisten Schweizer Befragten streben in Konzerne und arbeiten lieber als Angestellte (73 Prozent).

Weltweit liegt der Anteil bei 65 Prozent. «Die Unterschiede im internationalen Vergleich sind gross, da die Chancen in den verschiedenen Ländern stark variieren», schreibt Professor Thomas Zellweger.

Grosse Unternehmen beliebter

In Argentinien und China etwa wollen 13 beziehungsweise 11 Prozent direkt nach dem Studium die Firma der Eltern übernehmen. Fünf Jahre später sind es nur noch 12 beziehungsweise neun Prozent. In der Schweiz ist es genau umgekehrt. Laut HSG-Studie haben hierzulande Universitätsabsolventen grössere berufliche Möglichkeiten.

Nicht nur in ärmeren Ländern besteht ein grosses Interesse an einer Nachfolge im Familienbetrieb, sondern auch in wohlhabenden Ländern wie Singapur oder Luxemburg. Dort haben 17 beziehungsweise 14 Prozent der Uni-Absolventen vor, das Unternehmen ihrer Eltern zu übernehmen.

Grundsätzlich gilt: Grosse und florierende Familienunternehmen haben wesentlich höhere Chancen auf eine familieninterne Nachfolge.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • roger w am 21.05.2012 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Zeit der letzten 30 J. war Quantensprung

    Die Betriebe der Eltern sind meist Fachgeschäfte gewesen. Der Mittelstand schwindet. Nur noch Dienstleistungen haben Zukunft. Aldi Lidl Hornbacher CoopMarkt ..... geben den Rest.

  • Grizzly am 22.05.2012 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Die Kids haben die Realität erlebt

    Die Spass-Gesellschaft kann sich nicht mehr vorstellen, 7 Tage die Woche zu schuften und sein Risiko in den eigenen Händen zu Halten und geht mit dem Uni-Abschluss lieber einer gut bezahlten Tätigkeit mit 6 Wochen Urlaub nach!

  • Donald am 21.05.2012 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Berufsfreiheit

    Es muss ja auch nicht zwingend so sein. Wir Eltern können unsere Kinde nicht unsere Unternehmen aufzwingen sie sollen sich selber entscheiden können .

Die neusten Leser-Kommentare

  • Grizzly am 22.05.2012 07:59 Report Diesen Beitrag melden

    Die Kids haben die Realität erlebt

    Die Spass-Gesellschaft kann sich nicht mehr vorstellen, 7 Tage die Woche zu schuften und sein Risiko in den eigenen Händen zu Halten und geht mit dem Uni-Abschluss lieber einer gut bezahlten Tätigkeit mit 6 Wochen Urlaub nach!

  • Sabine Meier am 22.05.2012 04:57 Report Diesen Beitrag melden

    finger weg

    zu 50% von firmen wollen die besitzer nach der übergabe immer nch drein reden oder geld ziehen kein wunder lassen die kinder da die finger weg

  • roger w am 21.05.2012 22:35 Report Diesen Beitrag melden

    Zeit der letzten 30 J. war Quantensprung

    Die Betriebe der Eltern sind meist Fachgeschäfte gewesen. Der Mittelstand schwindet. Nur noch Dienstleistungen haben Zukunft. Aldi Lidl Hornbacher CoopMarkt ..... geben den Rest.

  • Donald am 21.05.2012 19:41 Report Diesen Beitrag melden

    Berufsfreiheit

    Es muss ja auch nicht zwingend so sein. Wir Eltern können unsere Kinde nicht unsere Unternehmen aufzwingen sie sollen sich selber entscheiden können .