Das Zürcher Casino im Bild

23. Juni 2011 19:31; Akt: 24.06.2011 11:06 Print

Klein Las Vegas in der Zwinglistadt

von Sandro Spaeth - Zockerparadies Zürich: Die Metropole bekommt das grösste Casino der Schweiz. Ein Tempel mit Unterhaltungs- und Shoppingmeile – ganz im Stil von Las Vegas.

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Was lange währt, kommt endlich gut. Die Stadt Zürich kommt doch noch zu einem Casino – elf Jahre später als jene 21 Standorte, die in der ersten Runde berücksichtigt worden waren. Der Zürcher Spieltempel stellt sie punkto Grösse aber alle in den Schatten: Baden, Basel, Lugano, St. Moritz – und anderswo.

Beim Zürcher Casino orientiert man sich an der Casino-Metropole Nummer eins: «Wir wollen den Las-Vegas-Stil in unser Haus bringen, nicht den etwas behäbigen Monaco-Luxus», sagt Swiss-Casinos-Sprecher Martin Vogel zu 20 Minuten Online. Darum kommen zu den 4500 Quadratmetern Spielfläche im Zürcher Ober-Haus zwischen Sihlporte und Stauffacher weitere 4500 Quadratmeter für Show-, Gastro und Shopping-Bereiche hinzu.

Keine Dauershows

Dauershows wie in Las Vegas – die Sängerin Cher spielt seit Mai 2008 im über 4000 Zuschauern fassenden Colosseum des Caesars Palace – wird es in Zürich aber nicht geben: «Dafür ist der Markt einfach zu klein», betont Casino-Sprecher Vogel – «und die Bühne auch.» Es gehe mehr um eine grundsätzlichere Ausrichtung auf Unterhaltung mit einem Dancing und kleineren Auftritten von Künstlern.

Für die Innenarchitektur des neuen Zürcher Spieltempels haben sich die Betreiber die Kompetenz der Las-Vegas-Experten von Paul Steelman Partners gesichert. Sie sind beispielsweise verantwortlich für die Architektur des Tresure-Islands-Projekt in Las Vegas oder für das Las-Vegas-Sands-Casino in Chinas Spielparadies Macau.

Baden hat das Nachsehen

Wenn das 80 Millionen teure Zürcher Casino im Herbst 2012 seine Tore öffnet, dürfte es die derzeit 19 Schweizer Konkurrenten meilenweit hinter sich lassen. Sie stammen allesamt aus einer anderen Ära und wurden zwischen 2002 und 2003 eröffnet. «Die Casino-Architektur ist nicht stehen geblieben», betont Vogel.

Hart treffen wird der Züricher-Prunkbau die Betreiber des Grand Casino Baden, der bisherigen Nummer eins im Markt. Sie hatten in Zürich vergeblich um eine Konzession gebuhlt. Im Aargau rechnet man wegen der städtischen Konkurrenz mit Umsatzeinbussen von gegen 35 Prozent. Das Grand Casino Baden hatte 2010 einen Bruttospielertrag von rund 105 Millionen Franken erzielt. In Zürich rechnet man mit 20 Millionen mehr.