Drogen im Büro

11. Juli 2014 16:05; Akt: 11.07.2014 16:05 Print

Koksende Manager fühlen sich auserwählt

Laut dem Pharmakologen Wolf Kemper koksen Manager, um sich als Teil einer Elite zu fühlen und ihre Leistung zu steigern. Trotz Drogenkonsum können sie über Jahre normal weiterarbeiten.

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Selbstbewusst, fokussiert und leistungsfähig: Der Stereotyp des Managers, verkörpert von Leo di Caprio in the «Wolf of Wallstreet». (Bild: Keystone/AP/Mary Cybulski)

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Das Bild des koksenden Managers ist nicht erst seit Leo DiCaprio in «The Wolf of Wall Street» als Vorurteil weit verbreitet. Dass bei dieser übertriebenen Darstellung des erfolgreichen Bankers aber auch ein Stückchen Wahrheit dabei ist, bestätigt der Pharmakologe Wolf Kemper von der Uni Lüneburg in einem Interview mit der «Handelszeitung». Als Grund für den Konsum nennt er neben der Leistungssteigerung durch die Droge auch das Zugehörigkeitsgefühl zu einer Elite. «Der Effekt der Droge suggeriert, zu denjenigen zu gehören, die im Kreis der Auserwählten angekommen sind», so der Experte.

Zudem spielt der Leistungsdruck eine grosse Rolle. «Sie müssen sich das so vorstellen: Sie kommen neu in ein Büro, ihre drei Kollegen glänzen mit ihren Leistungen, können am Telefon schlicht alles verkaufen und sehen dabei auch noch super aus», so Kemper. So könne bei einem der Eindruck entstehen, man müsse auch etwas nehmen, um dazuzugehören und um es an die Spitze zu schaffen.

Unbemerkt jahrelang weiterarbeiten

Mit Koks auf Top-Niveau zu arbeiten kann gemäss Kemper bis zu sieben Jahre lang gutgehen. «Dann folgt die Entrüstung der anderen, wenn einer ihrer Kollegen wegen des Konsums gar nicht mehr arbeiten kann. ‹Er hätte nicht so viel nehmen sollen›, heisst es dann.»

Doch nicht nur Kokain wird in der Arbeitswelt konsumiert. Auch Valium und Morphin werden laut Kemper genommen, um ruhig und konzentriert arbeiten zu können. «Und etliche Menschen fahren abends nach der Arbeit nach Hause und konsumieren halluzinogene Drogen wie Cannabis, um ihren Job zu verarbeiten», so der Experte.

(ame)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sarkas Mus am 11.07.2014 18:44 Report Diesen Beitrag melden

    Komische Welt

    Die Bonzen koksen, um die Elite zu mimen und wir Büezer saufen, um die Kokser zu ertragen . Ich fange an zu kiffen, damit mit das endlich egal ist.

    einklappen einklappen
  • Shit am 11.07.2014 16:37 Report Diesen Beitrag melden

    Jetzt ist alles klar,

    Drogen kosten viel Geld und dafür braucht's Boni!

    einklappen einklappen
  • Harry Hassler am 11.07.2014 16:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tragisch:

    Tolle Leistungsgesellschaft! Wie blöd ist die Menschheit eigentlich geworden?

Die neusten Leser-Kommentare

  • maja naef am 16.07.2014 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Goggi Frösche

    Koksende Chefs sind wie Autofahrer mit 2 Promille. Sie fahren den Karren an die Wand also gemeingefährlich.

  • el mero-mero am 13.07.2014 08:26 Report Diesen Beitrag melden

    Geld und Koks - die unheilige Allianz

    Koksende Chefs? Was fuer eine Ueberraschung! In fast jedem Job den ich hatte war ich einem drogenkranken (obwohl er so etwas nie zugegeben haette) Chef unterstellt. Ich muehte mich ab, er kassierte die Lorbeeren. Das war vor ueber 20 Jahren so, als ich im Bankfach meine erste Stelle hatte und ging die ganze Zeit so weiter bis zu meinem letzten Job beim groessten europaeischen Inkassounternehmen.

  • take care am 13.07.2014 05:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    was will ich im Leben?

    wenn man dieses zeugs wirklich bräuchte, würde unser körper es selber produzieren.....achja tut er auch. Endorphine;) kiffen kann genau so schädlich sein wie andere drogen. merke es selber zurzeit. aber wo ein Wille ist ein Weg! !

  • Transporter am 12.07.2014 23:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klug

    Schon seit Jahren gibt es Offizielle abgaben, kontrollierte Bezugsstellen für Manager. Viele kommen plötzlich nicht mehr, warum??? Sie verlieren nicht nur den Verstand, nein sie verlieren einfach alles. Aber dies gibt es schon seit Jahren......

  • Michi Fontanive am 12.07.2014 21:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Besser ist's ohne Stoff

    Ich konsumierte auch einst und gab diese kostenverursachende Selbstzerstörung vor 7 Jahren auf. Drogen betrügen und lügen einen nur an! Sie sind keine Hilfe um im Leben vorwärts zu kommen. Stattdessen begann ich wieder zu Modellfliegen, da habe ich die besseren Höhenflüge!