Nach WEF abgereist

25. Januar 2020 21:07; Akt: 25.01.2020 21:07 Print

Kongos Delegation liess Hotelrechnung unbezahlt

Die Entourage des kongolesischen Präsidenten Félix Tshisekedi logierte während des WEF in zwei Hotels in Arosa. Dann reisten sie ab - die Rechnungen sind immer noch offen.

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Zwei Hoteliers in Arosa machen der Botschaft der Demokratischen Republik Kongo in Bern schwere Vorwürfe. Sowohl Marco Bühler vom Hotel Chamanna Bed & Breakfast wie auch Hansjörg Oliveira da Cruz vom Hotel Bellevue sitzen auf unbezahlte Rechnungen: Delegierte des kongolesischen Präsidenten Félix Tshisekedi logierten während des WEF in ihren Hotels, reisten aber dann ab, ohne die Hotelrechnungen zu begleichen.

Laut einem Bericht des «Blick» buchten die Delegierten 20 Zimmer für 20 Personen während zwei Nächten im Hotel Chamanna. «Sie sind mit Limousinen vorgefahren, trugen Rolex-Uhren, Diamanten und Louis-Vuitton-Taschen», erzählt Hotelier Marco Bühler. Als der Schweizer Kosten über 6868 Franken von einer Kreditkarte abbuchen wollte, klappte es aber zunächst nicht, weil die Karte ungültig war.

Die Delegierten waren selber überrascht

Das war nicht das einzige Problem: Die Entourage bemerkte erst nach der Ankunft in Arosa, dass sie für ans WEF in Davos eine eineinhalbstündige Autofahrt erwartete. Die Delegierten wurden zornig. Als es dann noch hiess, dass sie für ihre Übernachtungen selber aufkommen müssten, kam es zum lautstarken Streit unter den Delegierten. «Sie haben ihr Geld zusammengekratzt», sagt Bühler zum «Blick». Rund 2900 Franken kamen schliesslich zusammen.

Unweit davon erlebte der Verwalter des Hotel Bellevue eine ähnliche Situation. Ein gewisser Elias T. hatte zehn Zimmer für fünf Nächte reserviert. Als Oliveira da Cruz 7300 Franken in Rechnung stellte, kam es zum Streit. «Sie waren sehr frech. Einer klaute sogar eine Decke», sagt die Rezeptionistin zum «Blick». Schlussendlich legten die Delegierten 1200 Dollar auf den Tisch.

Anzeige wegen Zechprellerei

Bis heute sind die ausstehenden Beträge nicht beglichen worden. Hotelier Bühler erstattete auf dem Polizeiposten von Arosa Anzeige wegen Zechprellerei gegen Joseph A., jenem Mann, auf den die Zimmerbuchung lief. «Ich finde es unter aller Sau, sich als Botschaft so zu benehmen und so zu geschäften», sagt Bühler.

Oliveira da Cruz hat bisher keine Anzeige gemacht. Den offenen Rechnungsbetrag will er postwendend an die kongolesische Botschaft nach Bern schicken. Laut Blick hat sich die Botschaft bislang zum Vorfall nicht geäussert.

(kle)