Studie

09. Februar 2011 12:23; Akt: 09.02.2011 12:29 Print

Konsumenten werden grüner

Ob Herstellung oder Entsorgung, die Kunden wollen informiert sein. Öko-Gütesiegel oder Energie-Etiketten von Produkten werden beim Einkaufen beachtet.

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Entscheidend ist, dass sich der Stromverbrauch und die Betriebskosten - etwa bei einem Kühlschrank - messen lassen. (Bild: Keystone)

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Eine grosse Mehrheit der Konsumenten wollen über die angebotene Ware Bescheid wissen. Am häufigsten werden Informationen genutzt, die direkt auf dem Produkt angebracht sind. Das hält das Bundesamt für Umwelt (BAFU) auf Grund einer am Mittwoch in Bern vorgestellten Studie fest. Für die Studie befragte das Forschungsinstitut gfs.bern im vergangenen Sommer 1000 Einwohnerinnen und Einwohner ab 16 Jahren.

Konsumenten möchten in erster Linie wissen, ob ein Produkt umweltverträglich hergestellt worden ist und ob es entsorgt werden kann, ohne dass die Umwelt über Gebühr beeinträchtigt wird.

Nicht alle Informationen sind relevant

Wie BAFU-Direktor Bruno Oberle vor den Medien sagte, wäre ein erster Schritt getan, wenn Hersteller und Vertreiber weiterhin freiwillig, aber korrekt und umfassend über die Umweltverträglichkeit eines Produkts informieren würden.

Etwa sei es nebensächlich, ob ein Bildschirm Phosphat enthalte; verglichen mit anderen, nicht deklarierten Inhaltsstoffen, sagte Oberle. In einer zweiten Etappe könnte laut dem BAFU-Direktor über eine Informationspflicht diskutiert werden. «Vielleicht reicht aber bereits der erste Schritt.»

Vergleichswerte wichtig

Wichtig sind den Konsumenten auch gesundheitliche Aspekte und der Verbrauch von Ressourcen wie Wasser und Energie. Entscheidend ist weiter, dass sich der Stromverbrauch und die Betriebskosten - etwa bei einem Kühlschrank - messen lassen. Unter dieser Voraussetzung wird eher ein Modell bevorzugt, dessen Nutzung wenig kostet.

Vergleichswerte innerhalb von Produktegruppen sind gemäss der Studie wichtig. Geschlossene Skalen haben laut BAFU eine hohe Akzeptanz - als Beispiel nennt es die Energieetikette mit den Stufen A bis G. Potenzial habe Information, die Verbrauchswerte mit «intuitiv verständlichen» Symbolen kombiniere.

Bundesrat setzt Ziele für Grüne Wirtschaft

In einer zweiten Studie liess das BAFU untersuchen, wie die Umweltbelastung von Konsumgütern erfasst und bewertet werden kann. Empfohlen wird die bereits angewendete Ökobilanzmethode: Sie nennt alle Belastungen vom Anbau der Rohstoffe für ein Produkt bis zum Verkaufsregal.

Verbraucht ein Gerät Energie, ist es gemäss den Experten sinnvoll, den Verbrauch während des gesamten Lebensweges auszuweisen, also von den Rohstoffen bis zur Entsorgung.

Der Bundesrat hatte im vergangenen Oktober einen Plan für eine Grüne Wirtschaft in der Schweiz vorgestellt. Er beschloss unter anderem, dass Produkteinformationen künftig Aufschluss darüber geben sollen, wie stark die Umwelt durch Herstellung, Vertrieb und Entsorgung eines Produkts belastet wird.

Leistungen der Natur

Aus Sicht des Bundesrates trägt eine intakte Natur zur Wohlfahrt im Land bei, wie das BAFU weiter schrieb. Weil das Bruttoinlandprodukt (BIP) darüber aber nichts aussagt, will der Bundesrat das BIP mit Indikatoren zu sozialen, wirtschaftlichen und ökologischen Entwicklungen ergänzen.

Eine Studie des BAFU legt dar, wie Leistungen der Natur - etwa sauberes Trinkwasser, fruchtbare Böden, Schutz vor Hochwasser und Lawinen, Erholungsräume oder wertvolle Naturlandschaften - gemessen und bewertet werden können.


(sda)