Franken-Freigabe

20. Januar 2015 07:32; Akt: 20.01.2015 18:28 Print

Konsumentenschützer fordern tiefere Autopreise

von K. Wolfensberger - Seit dem Ende des Mindestkurses sind Autos im Ausland «auf einen Chlapf» 15 Prozent günstiger als zuvor. Ziehen Schweizer Händler nach?

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Konsumentenschützer fordern eine Preissenkung für Neuwagen in der Schweiz. (Bild: Keystone/Andy Rain)

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Seit der Aufhebung des Mindestkurses ist die Preisdifferenz zwischen der Schweiz und Deutschland auf einen Schlag um gegen 20 Prozent gewachsen. Im Detailhandel möchten die hiesigen Geschäfte dem zu erwartenden Boom beim Einkaufstourismus nicht tatenlos zusehen. Coop beispielsweise senkt die Preise bei verschiedenen Produktkategorien ab dieser Woche und versucht, den neuen Wechselkurs an die Kunden weiterzugeben.

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Konsumentenschützer verlangen nun eine Preisanpassung bei Autos in der Schweiz. So fordert Michel Rudin, der Geschäftsführer des Konsumentenforums, gegenüber 20 Minuten eine schnelle Weitergabe des neuen Wechselkurses an die Konsumenten. Der Grund: «Autos sind ein reines Importprodukt, für die Produktion müssen keine Löhne in der Schweiz gezahlt werden.» Sara Stalder von der Stiftung für Konsumentenschutz betont: «Wie alle Importwaren-Anbieter sollen auch die Autohändler die Währungsgewinne an die Kunden weitergeben.»

Viele Unklarheiten

Ob die Preissenkungen Realität werden, ist noch unklar. «Wie sich der neue Kurs auf die Preise auswirkt, lässt sich noch nicht prognostizieren», erklärt eine Sprecherin der Amag-Gruppe, die in der Schweiz die Marken VW, Audi, Seat, Skoda, Bentley und Porsche verkauft. Der Grund: «Einerseits müssen sich die Währungsverhältnisse erst einmal stabilisieren, andererseits sind wir noch in Verhandlungen mit den Herstellern.»

Bei der Emil-Frey-Gruppe wiederum erklärt eine Sprecherin, dass man zum Thema noch keine Stellungnahme abgeben könne. «Wir sind noch in Abklärungen.» Im Gegensatz dazu zeigt sich Mercedes entscheidungsfreudiger: «Wir reagieren ab sofort und geben 18 Prozent Währungsnachlass auf die Marken Mercedes-Benz und Smart.»

Alternative Parallelimport

Ebenfalls vom neuen Euro-Kurs profitieren kann man bei Parallelimporteuren wie der Firma Auto Höngg aus Zürich. Geschäftsführer Marco Belfanti bestätigt: «Wer jetzt ein Auto bestellt, das wir direkt aus Deutschland importieren, bezahlt den Preis nach neuem Wechselkurs.»

Für die Berechnung des Preises eines direkt importierten Autos gibt es laut Belfanti ausserdem eine einfache Faustregel: «Man nimmt den deutschen Preis und zieht die dortige Mehrwertsteuer ab. Dann addiert man die Zollgebühren und die Schweizer Mehrwertsteuer sowie die Kosten für die Vorführung beim Strassenverkehrsamt. Je nach Modell kommt noch die CO2-Steuer dazu.» Wer bei ihm ein Auto kaufe, zahle ausserdem eine Aufwandsentschädigung.

Nach Deutschland gehen

Eine weitere Möglichkeit ist der Kauf in einem deutschen Autohaus. Dann muss man sich allerdings selbst um die Verzollung seines Neuwagens kümmern. «Als Privatperson kann man so etwas bewältigen, allerdings ist der Aufwand sehr gross», erklärt Oliver Lemcke, Geschäftsführer der Firma Car Consult aus Basel. Alternativ kann man sich für den Import daher der Dienstleistungen seiner und ähnlicher Firmen bedienen.

«Tatsächlich haben wir viele Kunden aus der Schweiz und arbeiten deshalb mit einer Firma zusammen, die den Export übernimmt», bestätigt Ellen Heilmeier vom Autohaus Büchle im deutschen Binzen. Im Normalfall beliefen sich die Kosten für den Export auf ungefähr 800 bis 1000 Euro. Und das Interesse der Schweizer Kunden an diesem Angebot nehme zu: «Seit des Entscheids der Schweizer Nationalbank am Donnerstag haben wir viele Anfragen von Schweizern erhalten, die sich einen Autokauf bei uns überlegen», so Heilmeier.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Renata am 20.01.2015 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Stimmt so nicht

    Ein deutsches Autohaus stellt dir den fabrikneuen, verzollt und mit deiner Autonummer versehenen Wagen direkt vor deine Haustüre. Das war vor dreissig Jahren so und ist es noch heute.

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  • VW-Fan am 20.01.2015 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Entscheiden Sie

    Ja, liebe Anag. Bald wird sich weisen, ob ich Ihr Kunde bleiben werde. Lassen Sie sich noch etwas Zeit, aber nicht zuviel.

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  • Dabadee am 20.01.2015 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Auto in D kaufen

    Habe bereits vor knapp zwei Jahren unser Auto in D gekauft. Heute würde ich nochmals deutlich über 5'000.- mehr sparen. Bei solch grossen Preisunterschieden ist klar wo ich mein neues Auto kaufen werde. PS: In Service bringe ich ihn in der Schweiz, auch wenn ich in 5min Deutschland bin...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Im Abzock Land am 21.01.2015 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Warum nur Auto Preis Vergleichen ?

    Es werden immer nur die Autos verglichen. Vergleicht ein mal die Preise für Ersatzteile (DAS KALTE GRAUEN). Im Bereich Sevice Kosten und Reperatur Kosten das werden wir Schweizer aber Richtig Fett abgezockt.

  • RG am 21.01.2015 08:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Import mit 30% Rabatt!!

    Habe meinen neuen Audi A6 3.0 TDI Biturbo schon letztes Jahr mit 30% Rabatt gegenüber der CH (wohlverstanden bei gleicher Ausstattung) als Importneuwagen gekauft. Silche Preisdifferenzen lassen sich nicht rechtfertigen - auch mit höherem CH-Lohnniveau nicht!!

  • Herbert Wegner am 20.01.2015 23:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    18% Eurorabatt

    Mercedes-Benz und smart haben seit Heute 18% Eurorabatt!!!!!!!!!! War heute bei der Merbag in Luzern da bekam ich umfassend und kompetent Auskunft.

  • Charlie am 20.01.2015 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tiefere Preise bei Motorräder?

    Und wie sieht es bei den Motorrädern aus, werden da die Preise auch angepasst? Motorräder werden ja auch alle importiert. Bin sehr gespannt.

    • Role am 20.01.2015 22:45 Report Diesen Beitrag melden

      BMW GS 1200

      rund 23% netto netto / knapp 5'000 CHF / habe heute zugeschlagen in D

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  • andy am 20.01.2015 22:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warum ein schlechtes gewissen?

    Meine Garage verdient laut eigener aussage ihre Brötchen nicht mit den Autos, sondern mit den Dienstleistungen. Mit dieser aussage ist ja klar, dass der Importeur wohl am meisten verdient. Ich habe einzig aufgrund der Knebelverträge, welche Garagen mit Markenvertretung eingehen müssen etwas erbarmen. Damit werden Sie nämlich gezwungen einen gewissen Umsatz zu machen.