Vernetztes Zuhause

18. November 2015 06:23; Akt: 18.11.2015 06:23 Print

Kontrollieren Google und Apple bald die Wohnung?

von K. Wolfensberger - Das vernetzte Heim der Zukunft lässt die Menschen mit Geräten wie dem Kühlschrank kommunizieren. Damit steigt die Macht der Tech-Firmen.

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Technologische Entwicklungen machen das Wohnen seit jeher angenehmer und einfacher. Nun erreicht die fortschreitende Digitalisierung unsere Stuben. So wie wir uns heute mit unseren Freunden via Whatsapp austauschen, so werden wir dies morgen mit unserer Waschmaschine und unserem Kühlschrank tun. Laut LG, einem der führenden Hersteller auf dem Gebiet des vernetzten Heims, soll die Kommunikation mit unseren Haushaltsgegenständen sogar Spass machen. Kühlschrank und Co. sollen sogar auf Emojis zurückgreifen.

Umfrage
Alle Gegenstände im Haus werden digital und «intelligent». Ist das gut?
35 %
45 %
20 %
Insgesamt 124 Teilnehmer

Intelligente Kühlschränke oder sprechende Alarmanlagen sind aber erst der Anfang. Bis ins Jahr 2030 werden wir laut Experten des Gottlieb-Duttweiler-Instituts eine wahre Revolution in Sachen vernetztem Wohnen erleben können. In einer repräsentativen Befragung haben sie 400 Experten – von Architekten bis hin zu Gebäudetechnikern – befragt. Das Resultat sind verschiedene Thesen dazu, wie smart unsere Häuser bis 2015 sein werden.

Die Macht von Apple und Google wächst

Dabei sticht ein Ergebnis heraus: Wenn sämtliche Handlungen zu Hause digitalisiert werden, dann bedingt dies eine beständige Verknüpfung mit dem Internet. Dies wiederum steigert die Macht von Firmen wie Apple, Google oder Microsoft, die mit ihren Softwares die intelligenten Gegenstände steuern. Sie sammeln Daten über die Nutzer und kennen so unsere Gewohnheiten in unseren eigenen vier Wänden. Wann wir ins Bett gehen, den Kühlschrank öffnen oder fernsehen, stets sind die Tech-Firmen dabei und sammeln Daten.

Das schürt Ängste und es weckt Fragen. Laut den Studienautoren sind dies zum Beispiel: Kontrolliert also bald Google unsere Häuser? Entscheidet Apple, wann wir das Licht ausmachen sollten? Oder bleibt die Kontrolle in unseren Händen? Noch ist unklar, in welche Richtung die Entwicklung genau gehen wird. Doch die Forscher zeigen mögliche Szenarien auf. Einerseits könnte ein Anbieter wie zum Beispiel Apple die ganze Macht an sich reissen. Andererseits könnten verschiedene Anbieter Plattformen anbieten und teilweise kooperieren. In einem solchen System wäre ein Wechsel von einem Anbieter zum anderen kompliziert – so wie heute der Umstieg von einem Microsoft- auf einen Apple-Computer. Für beide Möglichkeiten gilt: Sie geben den Konzernen grosse Macht über einen sensiblen Bereich, die Privatsphäre.

Frage nach dem Datenschutz

Ausserdem stellt sich die Frage nach dem Datenschutz: Da das vernetzte Heim auch gegen aussen offen ist, damit man von überallher die Kontrolle hat, bietet es auch ein Einfallstor für Cyber-Kriminelle und Hacker. Wie einfach es ist, über das Internet wenig gesicherte Geräte in einer Wohnung fernzusteuern oder gar grossen Schaden anzurichten, hat ein Experiment von «Forbes» gezeigt. Es gelang, ein ganzes Haus zu übernehmen, das Garagentor zu öffnen und die Lichter an- und auszuschalten.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • S. E. am 18.11.2015 06:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Es gibt nur Eines,

    unseren Kindern beibringen, kritisch zu sein und auch mal gegen den Strom schwimmen.

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  • Mr.? am 18.11.2015 06:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überwachung

    Schön dann wissen dann auch gleich alle was ich zum Frühstück gegessen hab. Das mit dem vernetzt wohnen geht schon viel zu weit. Einmal ist auch Schluss obwohl ich Technik mag. Die totale Überwachung rückt näher.

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  • Epilog am 18.11.2015 06:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Totale Kontrolle

    Wenn es nur die Wohnung wäre, die auf Googles Radar ist. Es ist der Mensch, die Gesellschaft insgesamt, die elektronisch unterstützt werden sollte. Aber es wird leider kaum dabei bleiben. Schon heute müssen wir Mitglied sein, um gewissen gesellschaftlichen Teil haben können. Irgendwann werden wir selbst gänzlich kontrolliert. Zeit für ein starkes Leben in einer kanadischen Waldhütte.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • unbekannt27 am 19.11.2015 00:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mal schauen..

    Hausleitsysteme gibt es ja schon lange. Nur noch nicht in privatem Gebrauch. Bin gespannt, wie sich das unter anderem Preislich entwickelt.

  • bebbi am 18.11.2015 18:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ihr Tumbler hat 999 Freunde auf Facebook

    Mit wem er sonst noch rumgeschnorrt hat sehen sie demnächst auf Ihrer Telefonrechnung.

    • Glasflasche am 18.11.2015 20:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Will auch

      @bebbi, Guter Witz, ich will auf ein Freund vom Tumbler sein es kann mir dann erzählen was es den ganzen Tag macht.

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  • g.c. am 18.11.2015 16:29 Report Diesen Beitrag melden

    Das Haus als Computer?

    Wenn sich dann die Haussoftware aufhängt, oder die neue Waschmaschiene nicht mit dem alten Beriebssystem kompatibel ist, dann kommt nicht der Hauswart, sondern der Softwarespezialist, mit den entsprechenden Kostenfolgen. Aber die Wohnkosten können ja noch ein bisschen steigen, die sind ja so günstig.

  • Snot Mc Booger am 18.11.2015 11:30 Report Diesen Beitrag melden

    Nichts neues

    Bereits jetzt wurde in viele elektronische Geräte eine Hintertür für NSA und Konsorte eingebaut. Mobiltelefone meist einen Akku welchen man nicht mehr entfernen kann. So ist das Geräte jederzeit aus dem Netz ansprechbar und es kann natürlich auf Mikrofon und Kamera zugegriffen werden. Aber das ist ja eigentlich nicht nötigt, 90% unserer Gesellschaft gibt ja sowieso schon freiwillig alle Infos per Facebook raus ins auch noch mit GPS Tag zu jedem Foto etc. Schon rein durch das akzeptieren der AGB von Facebook erlaubt man dem Konzern Vollzugriff auf den eigenen Computer.

  • Internet of Things am 18.11.2015 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Gang der Dinge...

    Tja, alle Idealisten, die meinen, sie würden das nicht mitmachen... Viel Spass in der Zukunft! Es wird dann überwiegend nur noch Produkte geben, die ein "smartes Überwachungs-Feature" schon eingebaut haben. Weil diese Produkte der kontroll-geilen Konzerne dann möglicherweise günstiger als Konkurrenzprodukte ohne "Feature" angeboten werden oder mit "tollen" Gratisdiensten locken, wird sich die Mehrheit dafür entscheiden und die Überwachung, pardon, die Bequemlichkeit in Kauf nehmen.

    • rumpelstilzchen am 18.11.2015 11:55 Report Diesen Beitrag melden

      und genau da

      liegt das problem. die mit-dem-fluss-schwimmer werden da halt aus bequemlichkeit mitmachen, weil es "trend" ist oder einfach aus angst, man könnte sonst ausgeschlossen werden. solange ich kann werde ich mich aber wehren, da mitzumachen...es dauert schliesslich doch noch etwas, bis diese technik einzug in unser aller leben hält.

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