China

22. Mai 2014 16:35; Akt: 23.05.2014 16:45 Print

Korruptions-Verdacht bei Roche

Der Basler Pharmakonzern Roche hat in China Besuch von den Behörden erhalten. Erst letzte Woche wurden zwei Manager eines britischen Pharmakonzerns wegen Bestechung angeklagt.

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Blick auf die Baustelle des neuen Roche-Turms in Basel. (Bild: Keystone/Georgios Kefalas)

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Eine Abteilung des Amts für Handel und Industrie (SAIC) suchte am Mittwoch die Niederlassung des Unternehmens in der Stadt Hangzhou auf, wie Roche am Donnerstag mitteilte.

Die SAIC übernimmt gewöhnlich auch die Führung bei Ermittlungen wegen Korruptionsverdacht. «Nach unserer Kenntnis fand der Besuch am 21. Mai statt. Die genauen Einzelheiten sind noch nicht klar», erklärte Roche. «Wir werden mit den Behörden umfassend zusammenarbeiten.»

China ist für Roche ein wichtiger Wachstumsmarkt. Im letzten Jahr stiegen die Medikamentenverkäufe des Pharmariesen in diesem Land um über ein Fünftel. Gemessen an weltweit 36,3 Mrd. Fr. Einnahmen aus Pharmaverkäufen von Roche nehmen sich die Verkäufe in China mit 1,5 Mrd. Fr. allerdings bescheiden aus.

Branche im Visier der Ermittler

Die chinesischen Wettbewerbsbehörden nehmen vermehrt den Medikamentenmarkt des Landes unter die Lupe. In der vergangenen Woche hatten sie gegen zwei Manager des britischen Pharmakonzerns GlaxoSmithKline Anklage wegen Bestechung und Korruption erhoben.

Die Ermittler werfen dem britischen Konzern vor, seit sechs Jahren über Mittelsmänner in Reisebüros und Beratungsunternehmen mehrere Milliarden Yuan an Bestechungsgeldern an Ärzte, Spitalmitarbeiter oder hohe Beamte gezahlt zu haben.

Die Ermittlungen gegen GlaxoSmithKline haben die gesamte Branche in China aufgeschreckt. Ausländische Firmen fühlten sich in der Kampagne zu Unrecht an dem Pranger gestellt.

Jegliche Gesetzesverstösse müssten hart bestraft werden, aber die Ermittlungen dürften sich nicht zu stark auf ausländische Firmen konzentrieren, hatte die EU-Handelskammer in China nach den ersten Ermittlungen im vergangenen Jahr gefordert. Chinesische Stellen betonten, ihre Ermittlungen seien unabhängig und nicht gezielt gegen ausländische Firmen gerichtet.

(sda)