Hohe Cheflöhne bei Krankenkassen

06. September 2019 09:25; Akt: 06.09.2019 12:12 Print

«Das ist ein Affront gegenüber den Bürgern»

Die Chefs der Schweizer Krankenkassen verdienen immer mehr. Dem wollen SP und CVP nun Einhalt gebieten.

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In den letzten fünf Jahren stiegen die Löhne der Chefs der Schweizer Krankenkassen um bis zu 22 Prozent. Gleichzeitig stiegen auch die Krankenkassenprämien – ebenfalls um 22 Prozent, wie «CH Media» einen Bericht der SP zitieren. Die Prämienzahler selbst verdienten im selben Zeitraum allerdings nur rund 6 Prozent mehr.

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Zu bedenken ist allerdings, dass in diesen 22 Prozent Lohnanstieg nicht berücksichtigt wird, dass seit letztem Jahr die Vorsorgebeiträge und Spesen mit in den Lohn eingerechnet werden müssen. Der tatsächliche Anstieg der Löhne liegt also weit unter diesen 22 Prozent.

Laut der SP stieg der Lohn von Concordia-Chef Nikolai Dittli um 30,9 Prozent. Tatsächlich erhielt er aber nur 7,1 Prozent mehr Lohn, was sich insgesamt auf 517'000 Franken belief. Daher werfen die Krankenkassen der SP nun vor, die Zahlen nicht richtig abgebildet zu haben.

«Hohn und Affront»

Laut dem Bericht der SP bekommen die drei bestverdienenden Chefs von Helsana, Philomena Colatrella und CSS über 750'000 Franken Lohn. Bei anderen Kassen sieht es ähnlich aus. Der Kassenchef, der am wenigsten verdient hat, kommt noch immer auf 462'000 Franken. Es handelt sich dabei um den mittlerweile zurückgetretenen Generaldirektor der Groupe Mutuel. Zum Vergleich: Ein Schweizer Bundesrat verdient rund 451'000 Franken.

Hierbei gebe es Handlungsbedarf, findet die SP. Die Gesundheitspolitikerin Barbara Gysi spricht sogar von einem «Hohn und einem Affront gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern, die jeden Monat Mühe haben, die immer höheren Prämien zu bezahlen». Daher werde die SP in der Herbstsession fordern, dass die Chefs der Krankenkassen künftig nicht mehr verdienen dürfen als ein Bundesrat.

«Löhne sind zu hoch»

Es ist nicht das erste Mal, dass die SP dieses Problem angehen will. Bisher ist sie aber erfolglos geblieben. Mittlerweile sind auch andere Parteien wie beispielsweise die CVP an Bord. «Aus Sicht der obligatorischen Krankenversicherung sind solche Löhne zu hoch», sagt der Zuger Nationalrat und Präsident der CVP-Schweiz, Gerhard Pfister, zu CH Media.

Auch die CVP arbeitet momentan an einer Gesundheitsinitiative. Mit dieser will sie erreichen, dass dem stetigen Wachstum der Prämien Einhalt geboten wird.

(doz)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Hobbit am 06.09.2019 09:30 Report Diesen Beitrag melden

    Komischer Zufall

    Die KK-Gebühren steigen jedes Jahr und die KK-Chefs verdienen immer mehr. Man könnte fast meinen, die Gebühren steigen um die Chef-Löhne zu finanzieren ... ;)

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  • Autofahrer am 06.09.2019 09:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer hat wo das Kreuz gemacht...

    Wer gegen eine Einheitskasse ist...bitte das nächste mal überlegen wie abgestimmt wird!!!

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  • Miro am 06.09.2019 09:31 Report Diesen Beitrag melden

    Verstaatlichen

    Es gibt nur eines. Gesundheitswesen als non-profit verstaatlichen, höchster Lohn eines Arztes nach 30 Jahren 200'000.- bis 250'000 pro Jahr. Der Staat produziert ausserdem selber Medikamente ohne Gewinnabsicht.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruedi Schneider am 17.09.2019 17:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hohe Chefööhne bei Krankenkassen

    Hätten das Schweizervolk damals der Einheitskasse zugestimmt, wäre dieses Problem längst aus der Welt geschafft

    • Peter Und Paul am 18.09.2019 00:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ruedi Schneider

      Schon möglich, aber da wäre diesem Abzocker- Clan eine neue Gemeinheit eingefallen.Wenn es um das Geld geht sind sie sehr erfinderisch diese Schreibtischtäter.

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  • Alessia am 13.09.2019 12:33 Report Diesen Beitrag melden

    zu viel ist zu viel

    "verdienen nicht mehr als Bundesrat"... Das ist auch ZU VIEL!!!

  • Benno am 09.09.2019 11:06 Report Diesen Beitrag melden

    Gibt wichtigere Probleme bei den Kassen.

    Die Löhne sind sehr hoch, aber Einfluss auf unsere Prämien haben diese Chef-Löhne wohl nicht mal im Promillebereich. Diese Lohndiskussion lenkt von den eigentlichen Problemen im Gesundheitswesen ab.

  • Wiibli am 09.09.2019 10:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Naja

    So viel Arbeiten kann man gar nicht, dass ein so hoher Lohn gerechtfertigt ist. Aber ich denke nicht, dass die Löhne das Problem sind.

  • Hene Michu am 09.09.2019 06:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nein zum Krankengesetz

    Das ganze hat uns Madame Dreifus angetan, stimmt ja nicht ganz ein grosser Teil der Stimmbürger hat dem KK Gesetzt zugestimmt also sind wir selber schuld ( ich habe damals Nein gesagt)