Klage gegen US-Konzern

21. August 2017 22:11; Akt: 21.08.2017 22:56 Print

Krebskranke Frau erhält 417 Millionen Dollar

Umstrittenes Baby-Puder: Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson hat den Prozess gegen eine private Klägerin verloren.

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Soll Eierstockkrebs verursachen: Das Baby-Puder von Johnson & Johnson. (Archiv) (Bild: Keystone/Matt Rourke/AP)

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Die Geschworenen eines Gerichts in Los Angeles haben den Pharmakonzern Johnson & Johnson angewiesen, einer krebskranken Frau 417 Millionen Dollar zu zahlen. Die Kalifornierin hatte in ihrer Klageschrift dem Pharmakonzern vorgeworfen, Verbraucher nicht hinreichend vor möglichen Krebsrisiken bei Verwendung seines Talkum-Puders informiert zu haben.

Ihr Anwalt Mark Robinson teilte mit, seine Mandantin habe wegen jahrelangen Gebrauchs des Puders Eierstockkrebs bekommen und liege im Sterben. Ihr Wunsch sei es, dass Johnson & Johnson auf die Krebsgefahr adäquat hinweise. Das sei bisher nicht geschehen.

Unternehmen bereitet sich auf weitere Klagen vor

Johnson & Johnson kündigte Berufung an und erklärte, das seit Jahrzehnten auf dem Markt angebotene Baby-Puder gelte wissenschaftlich als sicher. Allerdings ist der Konzern bereits mehrmals zu Millionenzahlungen wegen des Puders verurteilt worden; zuletzt im Mai in St. Louis zu 110,5 Millionen Dollar an eine Frau, bei der 2012 Ovarial-Karzinom auftrat. 2016 wurden in drei weiteren Prozessen in St. Louis ähnliche Entscheidungen getroffen – insgesamt 197 Millionen Dollar. Johnson & Johnson-Sprecherin Carol Goodrich sagte, das Unternehmen bereite sich auf weitere Klagen vor.

Das Baby-Puder wurde von der Kalifornierin mehrere Jahrzehnte benutzt. Nach ihrer Ansicht besteht ein Krebsrisiko, wenn das Puder über Jahre regelmässig zur Frauenhygiene verwendet wird.

(chi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jingis Kahn am 21.08.2017 23:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Amerika

    Amerika, das Land der unbegränzten Möglichkeiten. Besonders bei Klagen.

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  • Nicsos123 am 21.08.2017 23:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    417 Mio.

    Ist das nicht ein wenig, viel zu sehr, übertrieben?

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  • Stritzi am 21.08.2017 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Diese Millionen retten dich auch nicht.

    Kann man die Fahrzeug und Flugzeug Industrie auch auf Millionenhöhe anklagen? Diese Abgase verursachen irgendwann auch mal Krebs.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Larje am 22.08.2017 09:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wozu?

    Fragt sich denn niemand, weshalb eine Frau - angeblich - jahrelang Babypuder benutzt? Ein Baby benutzt dies nicht jahrelang, deshalb ist sie ja auch etwas selbst schuldig.

  • Leni am 22.08.2017 09:15 Report Diesen Beitrag melden

    Haftung für Produkte

    Diese Firmen machen riesige Gewinne! Das ist soweit auch ok, das heisst freie Marktwirtschaft. Allerdings müssen sie auch Verantwortung übernehmen für die Schäden, die ihre "Produkte" verursachen, wie andere auch in der Wirtschaft. Falls sie das nicht wollen, sollen sie solche Produkte halt vom Markt nehmen oder bessere anbieten ohne solche Nebenwirkungen. Das würde heissen Forschung erhöhen und Arbeitsplätze schaffen statt Leute krank machen, kostet halt etwas.

  • Izii am 22.08.2017 09:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Typisch amerika

    417 mio ist schon übertrieben.. die firma kann konkurs angeben!

    • SanPabloo am 22.08.2017 10:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Izii

      Die firma macht milliarden umsatz im jahr, da braucht es mehr um konkurs zu gehen

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  • Clara St. am 22.08.2017 09:01 Report Diesen Beitrag melden

    Amerika - Land der unbegrenzten

    Dummheiten! Die gute Frau wird sowieso einen grossen Teil des Geldes an die Anwälte abgeben müssen. Die fordern so viel, weil sie "erfolgsbeteiligt" sind. Und, sind so viele Millionen, auch wenn der Fall tragisch ist, gerechtfertigt? Und, hätte die arme Frau nicht auch so Eierstockkrebs bekommen; passiert ja auch millionenfach pro Jahr. Und, wenn es so viele Fälle gibt, wieso haben die amerikanischen Behörden nicht schon lange reagiert und das Puder aus dem Verkehr gezogen; die sind ja sonst auch sehr scharf. Mich schaudert, wenn ich daran denke, was noch alles auf uns zukommt.

  • Mutter am 22.08.2017 08:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ermächtigt mir Angst

    Da stecken sehr ehrgeizige und geldgierige Anwälte dahinter, die ja prozentual entlöhnt werden, ich selber finde es total daneben, die Höhe der Summe, aber wie es scheint, kommen jetzt die Pharmariesen dran mit Strafe, auch unsere, sie finden immer was.