Nach Schicksalsschlag

15. August 2017 08:23; Akt: 16.08.2017 16:33 Print

Krebstherapie erfolgreich – Swiss-Life-CEO ist zurück

Patrick Frost arbeitet wieder als Konzernchef von Swiss Life. Schicksal und Empathie – was die Krankheit mit ihm gemacht hat.

Nach erfolgreicher Krebstherapie: Swiss-Life-Chef Patrick Frost spricht über seine Erkrankung. Video: SDA
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Der CEO des Versicherungskonzerns Swiss-Life, Patrick Frost, ist nach seiner Krebserkrankung zurück auf seinem Posten. «Dank der Möglichkeiten unserer heutigen Medizin habe ich meine Krankheit überwunden», sagte er in einem Interview mit der NZZ-Ausgabe vom Dienstag.

Der Konzernchef hatte sich Ende März für eine mehrmonatige Therapie zurückgezogen, nachdem bei ihm eine Lymphdrüsen-Krebserkrankung diagnostiziert worden war. Finanzchef Thomas Buess leitete während dieser Zeit das Tagesgeschäft.

Im Zeichen der Kontinuität

Er werde nun bis Mitte September ein Pensum von 60 bis 70 Prozent absolvieren, danach drei Wochen mit der Familie verbringen und Mitte Oktober wieder voll einsteigen, sagte der Konzernchef Frost weiter.

Danach wolle er die Strategie 2018 anpacken. «Die letzten drei Strategieprogramme standen im Zeichen der Kontinuität. Das wird weiter den Kern bilden», so Frost. «Darüber hinaus machen wir uns sicher Gedanken, wie wir unser Kommissionsgeschäft noch weiter vorantreiben.» Thematisiert würden auch Akquisitionen, «wobei wir zurückhaltend bleiben werden». Herausforderungen seien ausserdem der technologische Wandel und die Digitalisierung.

Unangenehme unternehmerische Entscheide

Die Krankheit habe ihn nicht grundsätzlich verändert, sagte Frost weiter. «Ich hoffe, dass mich diese Monate aufmerksamer gemacht haben – insbesondere wenn Menschen um mich herum mit Schicksalsschlägen konfrontiert werden», meinte er dennoch.

Er könne aber nicht allen Mitarbeitern gegenüber empathisch sein. «Ich werde auch weiterhin unternehmerische Entscheide fällen müssen, was nicht immer angenehm ist.»

(oli/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Expat am 15.08.2017 08:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts gelernt

    Eigentlich hat er gar nichts gelernt. Wenn er weiter Entscheide sprich Entlassungen gegen Mitarbeiter ausspricht. Diese Elite lernt nichts aus gar nichts. Er hat den Wink des Schicksals nicht verstanden.

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  • Sergio Muggli am 15.08.2017 09:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mensch

    Bei mir war die Krebstherapie auch erfolgreich, aber niemand schreibt das ins Internet. Auch wenn ich zuhause auch Entdcheidungen fällen muss

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  • yasi am 15.08.2017 09:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gute

    Als CEO muss er natürlich Entscheide fällen, wo käme er den sonst hin? Es geht nicht nur um Entlassungen, sondern um Firmen interne weitreichende Entscheidungen wie die Firma geleitet, geführt und auf Erfolgskurs gehalten wird. Ich wünsche ihm weiterhin alles Gute und einen guten Start bei seiner Rückkehr.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nörgeligäx am 16.08.2017 21:28 Report Diesen Beitrag melden

    SL-Mitarbeiterin

    Bin seit Jahren bei SL, PF ist mit Abstand der umgänglichste, freundlichste, bodenständigste CEO den ich je erlebt habe. In seiner internen Mitteilung von heute dreht sich fast alles um Dankbarkeit der Familie, Pflegepersonal und Schicksal gegenüber, um Demut und was wichtig ist im Leben - eben nicht Profit. Kleiner Artikel hier reicht den Leuten, ihre festgefahrene Meinung gegenüber der "Elite" zu zementieren. Div. Kollegen waren schwer und lange krank in all den Jahren, KEINER in meinem Umfeld wurde deswegen entlassen, alle wurden mit grossem Aufwand in Arbeitsprozess zurückgeführt.

  • Traurigesmami am 15.08.2017 23:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles Gute

    Ich wünsche Ihnen alles Gute und es ist wundervoll das es Menschen gibt die dank der Medizin soviel Kraft bekommen um den Kampf zu gewinnen! Mögen sie ihre wiedergewonnene Gesundheit in vollen Zügen leben ! Ich wünsche mir für sie, dass sie bei den Entscheidungen die sie treffen müssen immer von ihrem Herz berührt werden und in die tiefe sehen können!

  • M.D. am 15.08.2017 21:38 Report Diesen Beitrag melden

    Konzernzombie

    Ich denke, dass dieser Mann von vielen Leuten mit brauner Zunge umgeben ist. Liest man auch schon in den Kommentaren. Fakt ist, ich habe keinen einzigen angenehmen CEO in meiner langen Laufbahn kennengelernt. Dass der Herr, der vorhin schwer krank war, nun so weitermacht anstatt sein Leben und Familie zu geniessen, sagt schon Vieles aus. Es könnte morgen plötzlich fertig sein. Wieso das Leben einem Konzern opfern?? Geht es nur darum, Anerkennung zu erhalten?

  • Marco M. am 15.08.2017 20:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mitbewerber

    Weiterhin viel Gesundheit und Erfolg. Der Druck als CEO ist sehr hoch. Siehe Zurich Selbstmord. Viele da draussen reden von schlechter Führung und Kündigungen, sind sich aber nicht bewusst das solche Entscheidungen Existenzsichernd sind für tausenden von andern Mitarbeitern. Und der druck als CEO sehr hoch ist und der Preis noch höher. Gute Genesung!

  • Winkel Riedler am 15.08.2017 19:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    CEO vs. Angestellter

    Schöne Geschichte, ABER: Wäre er nicht CEO sondern Angestellter gewesen, hätte ihn sein Chef zu 99% nicht mehr eingestellt, weil er dann zumindest potenziell ein gesundheitliches "Betriebsrisiko" gewesen wäre.

    • Traurigesmami am 15.08.2017 23:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Winkel Riedler

      Ja das gibt es leiderc immer mehr, ich habe meine Stelle auch verloren, weil ich es vorzog am Sterbebett meines sterbenden Kindes zu bleiben und ich kein Zeugnis bekam, weil mannes nicht für nötig befand, selbstverständlich auch Sperrtage beim RAV weil ich Stelle selbstverschuldet verloren habe....

    • Ein Grosi mit Mitgefühl am 22.08.2017 01:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Traurigesmami

      Ihr schweres Schicksal tut mir sehr leid für Sie! Als Mami ein eigenes sterbendes Kind begleiten zu müssen ist das Härteste, das eine Mutter treffen kann! Dass Sie in Ihrem Umfeld mit solchem Unverständnis und absolutem Nicht-Entgegenkommen konfrontiert wurden, ist sehr schlimm! Solch jämmerliche Kreaturen als Chefs sind eine Schande! Dass Ihnen in dieser schweren Zeit des Begleitens ihres Kindes und der Trauer danach von diesen "Amtsinhabern" ein Wind der Härte ins Gesicht schlug, eine bodenlose Frechheit! Ich wünsche Ihnen viel Kraft und alles Gute - UND verständnisvolle (!!) Mitmenschen!

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