Arbeitslosigkeit

07. November 2011 10:37; Akt: 07.11.2011 16:29 Print

Krise und starker Franken belasten den Arbeitsmarkt

von Balz Bruppacher - Erstmals seit Anfang 2010 hinterlässt der Konjunkturabschwung Spuren auf dem Arbeitsmarkt. Betroffen sind vor allem Ausländer. Nach wie vor gut sieht es für Jugendliche aus.

teaser  image

Zum Thema
Fehler gesehen?

«Die befürchtete Trendwende auf dem Arbeitsmarkt dürfte sich bestätigen», kommentiert Serge Gaillard, Leiter der Direktion Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco), die jüngste Statistik. Die Zahl der Arbeitslosen stieg im Oktober im Vergleich zum Vormonat um 3834 Betroffene auf 115 178. Das ist die höchste Zahl seit letztem April. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 2,8 auf 2,9 Prozent.

Umfrage
Soll der Frankenkurs gedrückt werden?
31 %
69 %
Insgesamt 1532 Teilnehmer

Neben saisonalen Gründen im Gastgewerbe und auf dem Bau werden in der jüngsten Statistik des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco) erstmals die Folgen der Frankenaufwertung sichtbar. Nach einem kontinuierlichen Rückgang während 18 Monaten nahm die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit wieder zu. Knapp ein Drittel der Zuname ist laut Gaillard auf die Konjunkturabschwächung zurückzuführen. Er verwies auf die zentrale Rolle des Frankenkurses: «Auch bei 1.20 Franken für den Euro ist der Kurs noch 20 Prozent höher als Ende 2009».

Portugiesen besonders betroffen

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit betraf vor allem Ausländer. Mehr als vier Fünftel der neuen Arbeitslosen waren ausländische Staatsangehörige. Ihre Arbeitslosenquote erhöhte sich in einem Monat von 5,3 auf 5,7 Prozent. Am stärksten war die Zunahme bei den Portugiesen; sie stellen mit 7228 Betroffenen hinter den Arbeitslosen aus dem Westbalkan (10 036) nun die zweitgrösste Gruppe.

Auch für diese Entwicklung gibt es nach den Worten von Gaillard saisonale und konjunkturelle Gründe. So entfiel fast die Hälfte der neuen Arbeitslosen auf das Gastgewerbe, das sich in der Zwischensaison befindet und besonders viele Portugiesen beschäftigt. Überdurchschnittlich ist der Anteil ausländischer Arbeitskräfte zudem bei den Temporärfirmen, die jeweils als Erste auf den Konjunkturabschwung reagieren.

Weniger jugendliche Arbeitslose

Eine gute Nachricht enthält die Statistik für die jungen Menschen. Wie schon im September ging die Zahl der Arbeitslosen im Alter von 15 bis 24 Jahren leicht zurück, und zwar um 222 auf 17 710 Betroffene. Die Arbeitslosenquote verharrte auf 3,2 Prozent. «Das ist erfreulich», sagt Gaillard. Wie gut der Schweizer Arbeitsmarkt die Jugendlichen aufnimmt, macht auch der Blick ins Ausland deutlich. Die Jugendarbeitslosigkeit betrug in Mittel der 27 EU-Länder im September 21,4 Prozent und schwankte zwischen 7 Prozent in Österreich und 48 Prozent in Spanien.

Noch keine sprunghafte Zunahme zeichnet sich bei der Kurzarbeit ab. Im August stiegen die ausgefallenen Stunden gegenüber dem Vormonat um gut sieben Prozent, allerdings auf sehr tiefem Niveau. Auch die Voranmeldungen für Kurzarbeit weisen gemäss Gaillard steigende Tendenz auf.

Im Ausblick hält Gaillard vorläufig an den bisherigen Prognosen fest, wonach die mittlere Arbeitslosenquote im nächsten Jahr auf 3,4 Prozent steigt, nach 3,1 Prozent in diesem Jahr. «Wenn der Frankenkurs auf dem jetzigen Niveau bleibt, wird die Zahl der Arbeitslosen gemäss Seco-Prognose in den nächsten 13 Monaten weiter steigen», sagt Gaillard. Allerdings gehe die Prognose nicht von einer Rezession in Europa aus.

sentifi.com

20min_ch_app Sentifi Börseneinblicke aus den sozialen Medien

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • schlafrock am 07.11.2011 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Schaffen

    Nicht Krise macht den Arbeitsmarkt zu schaffen sondern die Zuwanderung der Ausländer macht das sozoal-Netz zu schaffen und Geld wirft man aus dem Fenster....

    einklappen einklappen
  • Peschä am 07.11.2011 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Jugendarbeitslosigkeit

    Und wieviele Jugendliche in der Schweiz sind beim Sozialamt? Seit letztem Jahr wurden die Bezugsbedingungen für Jugendliche und Studienabgänger massiv verschärft mit langen Wartefristen und kurzen Bezugszeiten.

    einklappen einklappen
  • Peter Fricker am 07.11.2011 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzlose Prognosen

    Was nützen diese Prognosen von Gaillard, wenn man die Rahmenbedingungen für Unternehmensansiedlungen in der Schweiz nicht verbessert? Das ist langweilig zu lesen, weil es immer nur heisst: es geht hoch oder es geht runter. Kein Mehrwert für uns Leser. Wir hätten so viele Chancen die Nr 1 weltweit zu werden aber kleingeistige Politiker wissen das zu verhindern. Da feuern wir die Mitarbeiter eben. Ich kann damit leben.

Die neusten Leser-Kommentare

  • schlafrock am 07.11.2011 12:08 Report Diesen Beitrag melden

    Schaffen

    Nicht Krise macht den Arbeitsmarkt zu schaffen sondern die Zuwanderung der Ausländer macht das sozoal-Netz zu schaffen und Geld wirft man aus dem Fenster....

    • Sami am 07.11.2011 12:37 Report Diesen Beitrag melden

      Will jeder

      Schlafrock, schlaf schön weiter,der grösste Teil von den Zuwanderer haben auch einbezahlt ,nun brauchen sie es ,sie können auch nichts dafür und zum Fenster rauswerfen haben sie ganz andere Sachen.

    • XD am 07.11.2011 12:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Geschlafen

      Lieber schlafrock du hast in der schule wohl geschlafen! 1. Ausländer die arbeiten zahlen genau wie schweizer, also haben sie auch etwas zugut wenn sie keine arbeit mehr haben! 2. Wenn sie einem schweizer den job "wegnehmen" dann nur weil der schweizer zu schlecht war um mitzuhalten Und 3. Ohne ausländer wäre die schweizer wirtschaft nicht da wo sie jetzt ist Also geh nochmal zur schule und wenn das nicht hilft schlaf weiter

    • Supermario am 07.11.2011 16:43 Report Diesen Beitrag melden

      Und wie lange einbezahlt?

      Und wie lange bitteschön (XD und Sami) haben die Ausländer (im Durchschnitt) und wie lange die Schweizer einbezahlt? Kann mir mal jemand eine solche Statistik zeigen; ich wette die geht um Längen zugunsten der Schweizer aus!

    • M. Laubacher am 06.12.2011 15:13 Report Diesen Beitrag melden

      Ausländer können 5 Jahre beziehen....

      inkl.zuletzt bezahlte magere Arbeitslosenhilfe! Wenn ein EU - Bürger innert zwei Jahren nur 1 Jahr lang in eine Kasse in irgwend einem EU - Land einbezahlt hat, so hat er in der Schweiz bei Arbeitslosigkeit automatisch das Recht max 5 Jahre Gelder zu beziehen! Natürlich mit zeitweise Gegenleistungen (Arbeitsprogramme) dazwischen mal 3-4 Monate ohne Arbeit, um dann andere Arbeitslose wieder etwas mehr beschäftigen zu können. Zudem noch die unseelige Personenfreizügigkeit die zur teilweisen Verdrängung des Inländers geführt hat, wegen Wegfall des Inländervorrangs im Mai 2007!

    einklappen einklappen
  • Peter Fricker am 07.11.2011 11:12 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzlose Prognosen

    Was nützen diese Prognosen von Gaillard, wenn man die Rahmenbedingungen für Unternehmensansiedlungen in der Schweiz nicht verbessert? Das ist langweilig zu lesen, weil es immer nur heisst: es geht hoch oder es geht runter. Kein Mehrwert für uns Leser. Wir hätten so viele Chancen die Nr 1 weltweit zu werden aber kleingeistige Politiker wissen das zu verhindern. Da feuern wir die Mitarbeiter eben. Ich kann damit leben.

  • Peschä am 07.11.2011 10:44 Report Diesen Beitrag melden

    Jugendarbeitslosigkeit

    Und wieviele Jugendliche in der Schweiz sind beim Sozialamt? Seit letztem Jahr wurden die Bezugsbedingungen für Jugendliche und Studienabgänger massiv verschärft mit langen Wartefristen und kurzen Bezugszeiten.

    • Rita Stein am 07.11.2011 11:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Geschönte Zahlen

      Wieviele Jugendliche stecken in nutzlosen Berufsvorbereitungsjahren/ Attestlehren, die ihr Papier nicht wert sind und Zwischenlösungen fest und werden dann direkt in die Sozialhilfe abgeschoben? Die Schweizer Arbeitslosenzahlen sind massiv geschönt und wiederspiegeln nicht die Wahrheit. Diese sieht man nur wenn man auch die steigende Anzahl Sozialhilfeempfänger betrachtet.

    • Peschä am 07.11.2011 12:33 Report Diesen Beitrag melden

      Praktika

      Nicht zu vergessen, all die schlecht bezahlten Praktika, welche absolviert werden müssen, statt dass ein direkter Einstieg ins Erwerbsleben möglich ist.

    • M. Laubacher am 06.12.2011 15:43 Report Diesen Beitrag melden

      Ausgnützt in Praktikum...

      um dann nachher weiterhin keine Perspektiven zu haben. Arbeitslose werden in SRK - Kursen zu HilfspflegerInnen ausgebildet. Nach Absolvierung suchen viele vergebens eine Anstellung. Sie werden zudem ständig durch neue SRK ausgebildete Arbeitslose, EU - Hilfspfleger und Praktikantinnen bei der Stellensuche konkurrenziert. Etwas Arbeitskräftemangel im Pflegebereich herrscht nur bei diplomierten Personal. Für viele ältere Stellenlose ab 55 fast unmöglich Ausbildung zur Pflegefachfrau zu finanzieren.Überall kein Geld vorhanden um Personen die anstehen auszubilden, ausser bei SUVA - Fälle.

    einklappen einklappen