Halbjahres-Zahlen

21. August 2014 08:26; Akt: 21.08.2014 15:46 Print

Krisen stören Kuonis Reisegeschäft

Das erste Halbjahr hat Kuoni einen Verlust von 14 Millionen Franken eingebracht. Neben der Saison sind auch politische Krisen dafür verantwortlich.

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Kuonis Tief sei Saisonbedingt, sagt der Reiseanbieter. (Bild: Keystone/Gaetan Bally)

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Der Reiseanbieter Kuoni hat enttäuscht. Das Halbjahresergebnis, die aktuellen Buchungsstände und die Gewinnprognose fielen unter den Erwartungen aus. Die Kuoni-Aktie notierte daraufhin am Donnerstagmittag fast 13 Prozent im Minus.

«Die Summe negativer geopolitischer Ereignisse in Ägypten, Kenia, Thailand und der Ukraine bildeten ein anspruchsvolles Geschäftsumfeld, das wir auch für den weiteren Verlauf dieses Jahres erwarten», sagte Kuoni-Chef Peter Meier am Donnerstag in einer Telefonkonferenz.

Hinzu kamen schwächere Währungen in Japan, Indien, Indonesien, Australien, Russland sowie Skandinavien, was die Nachfrage der Konsumenten nach Kuoni-Angeboten bremste.

Gerade die Skandinavier verzichteten angesichts der politischen Krisen in Ägypten und Thailand darauf, in diesen Ländern im Winter und Frühling Sonne zu tanken. Dies hatte einen deutlichen Preisdruck zur Folge. So verbuchte alleine die Skandinavien-Sparte Outbound Nordic einen Umsatztaucher um 12,9 Prozent und einen Betriebsverlust (EBIT) von 32,6 Mio. Franken. Sparmassnahmen wurden eingeleitet.

Rote Zahlen

Unter dem Strich verbuchte Kuoni im ersten Halbjahr, wie in der Branche üblich, rote Zahlen. Der Nettoverlust verringerte sich zwar von 47,4 Mio. auf 14,0 Mio. Franken. Das Vorjahressemester war vom Ausstieg aus unrentablen Europageschäften belastet und hätte ohne den Primatswechsel der Schweizer Vorsorgepläne sogar mit einem Minus von 74,3 Mio. Fr. geschlossen.

Entsprechend verkleinerte sich der um den Pensionskasseneffekt bereinigte Betriebsverlust vor Zinsen und Steuern (EBIT) leicht von 18,0 Mio. auf 17,1 Mio. Franken. Ohne den Verkauf einer Liegenschaft in Zürich wäre der EBIT in den ersten sechs Monaten 2014 aber um 10,1 Mio. Fr. schlechter ausgefallen.

Analysten sprachen von enttäuschenden und sehr schwachen Halbjahreszahlen. Erstmals seit 2009 sei der Umsatz im Halbjahr organisch geschrumpft (-1,0 Prozent). Insgesamt sank der Umsatz um 6,1 Prozent auf 2,48 Mrd. Franken, was auch an den Spartenverkäufen lag.

Sommergeschäft wohl auch schwierig

Für das Gesamtjahr prognostizierte Kuoni ein EBIT von 85 Mio. bis 95 Mio. Franken. Analysten hatten bis zu einem Drittel mehr erwartet. Es sehe so aus, als ob sich die schwache Entwicklung im Monat Juli, der mit 25 Prozent einen hohen EBIT-Beitrag leiste, fortgesetzt habe, hiess es in einer Ergebniseinschätzung. Derzeit liegen die Buchungsstände in den meisten Sparten im Minus.

Das Konzernergebnis sollte dennoch auf Vorjahreshöhe zu liegen kommen, sagte Konzernchef Meier. Dank des Ausstiegs aus dem defizitären Geschäft in Europa schaffte Kuoni 2013 die Rückkehr in die schwarzen Zahlen und erzielte 69,2 Mio. Fr. Gewinn.

Ein Rückzug aus Skandinavien stehe nicht zur Debatte, bekräftigte Meier. Die angedachte Einführung einer Doppel-Holding-Struktur solle aber helfen, die weltweiten Aktivitäten effizienter zu organisieren. Um das für 2016 angepeilte Margenziel (EBIT-Marge von 2,5 Prozent) zu erreichen, brauche es einen Gewinnbeitrag auch aus Skandinavien.

(sda)

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