Zärtlich im Stall

10. Mai 2013 15:56; Akt: 10.05.2013 16:14 Print

Kühe Streicheln lohnt sich

Der Bauer, der mit seinen Kühen einen «aktiven, für das Tier vorhersehbaren und entspannten Kontakt» pflegt, der wird belohnt. Die Tiere leben gesünder und geben mehr Milch.

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Eine getätschelte Kuh gibt mehr Milch. (Bild: Keystone)

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Wenn eine Bäuerin ihre Kühe striegelt oder ein Mäster seine Sauen mit Leckereien verwöhnt, so kostet dies zwar ein paar Minuten pro Tag. Zugleich macht es sich aber auch bezahlt, wie erste Resultate einer Studie des Bundesamtes für Veterinärwesen und Agroscope Reckenholz-Tänikon zeigen.

In der Studie wird die gute Mensch-Tier-Beziehung untersucht, wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst LID am Freitag in seinem Newsletter schrieb. Die Resultate sind noch nicht abschliessend, weil die Studie noch bis nächstes Jahr läuft.

Eines zeichnet sich aber schon heute ab: «Ein aktiver, für das Tier vorhersehbarer und entspannter Kontakt mit dem Menschen hat offensichtlich eine hohe wirtschaftliche Relevanz», sagte Projektleiterin Tanja Kutzer dem LID.

Mehr Milch, gesündere Tiere

Gemäss Kutzer können mit solchen Wellness-Massnahmen im Stall die «Nutzungsdauer» der Tiere erhöht und die Bestandesergänzungsrate gesenkt werden. Dies bedeutet, dass der Landwirt seine Milchkuh länger melken kann und unter anderem weniger Aufzucht- und Futterkosten für neue Jungtiere hat.

Damit nicht genug. Laut Kutzer können sich auch die Tierarzt- und Medikamentenkosten verringern und die Fruchtbarkeit der Tiere verbessern, was sich in mehr Kälbern oder Ferkeln niederschlägt.

Als indirekter Vorteil kristallisiert sich eine höhere und deshalb günstigere Altersstruktur innerhalb der Herde heraus, weil die Gesundheit der Tiere besser ist.

Zeitaufwand kann kompensiert werden

Gemessen wird auf den Betrieben nicht nur, ob die Tiere mehr Milch geben, gesünder sind oder mehr Junge werfen, sondern auch wie viel Zeit der Bauer für die Streichel- und Verwöhneinheiten einsetzt.

Bei Kälbern und Rindern beziffert die Studie den Aufwand auf 40 Minuten pro Kuh und Jahr. Mit 15 Litern mehr Milch pro Jahr oder neun Franken tieferen Tierarztkosten jährlich macht die Kuh diesen Aufwand wett.

Bei den Schweinen werden 13 Minuten pro Sau und Jahr verrechnet. Bereits bei 10,23 anstatt 10,2 Ferkeln je Wurf wären gemäss diesen ersten Studienresultaten die zusätzlichen Arbeitskosten gedeckt.

(aeg/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dani am 10.05.2013 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sehr sinnvoll.

    Wer gibt eigentlich solche Studien in Auftrag und vor allem: wer bezahlt solchen Quatsch? Kommt mir ja schon fast so vor wie die EU, wenn sie sich mit der Krümmung von Gurken beschäftigt.

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  • Stephan am 10.05.2013 17:58 Report Diesen Beitrag melden

    Zeitaufwand

    40 Minuten pro Jahr pro Kuh. Das gibt nicht mal 1 Minute in der Woche.

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  • Roberto Binswanger am 12.05.2013 00:01 Report Diesen Beitrag melden

    Streicheleinheiten für Hühner?

    Und wie streichelt man die Hühner, damit sie schönere und bessere Eier legen?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Roberto Binswanger am 12.05.2013 00:01 Report Diesen Beitrag melden

    Streicheleinheiten für Hühner?

    Und wie streichelt man die Hühner, damit sie schönere und bessere Eier legen?

  • blaubar am 11.05.2013 09:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Profit

    Kann man seine Kühe nicht auch striegeln und streicheln ohne an mehr Profit zu denken???

    • Hanspeter Niederer am 11.05.2013 13:01 Report Diesen Beitrag melden

      Genau

      Sehr schön ausgedrückt. Dazu braucht es allerdings ein Herz anstelle einer Pumpe.

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  • Peter Spelt am 11.05.2013 00:19 Report Diesen Beitrag melden

    Zeit

    Bei meinem Grossvater auf dem Bauernhof gab es diverse Bürsten, jede war für eine Tiergruppe. Da wurden die Kühe, die Pferde, die Schweine, auch der Hund jeden Tag gestriegelt. Die Kaninchen und die Katzen wurden von Hand gestreichelt und alle haben das genossen, die kamen jeweils von alleine wenn es an der Zeit war. Am Schluss wurden die Kühe und die Schweine geschlachtet, vom Grossvater selber und keines hatte Angst oder wurde gezwungen oder geschlagen. Es würde auch so gehen, aber heute fehlt ja das kostbarste aller Dinge: Zeit!

  • Lulu am 10.05.2013 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Was für eine Wahnsinns-Erkenntnis... als ob es für so etwas teure Studien braucht! Das sagt einem doch schon der gesunde Menschenverstand! Kühe sind Tiere, Lebewesen. Welchem Lebewesen geht's nicht besser, wenn es ich wohl fühlt und auch Streicheleinheiten bekommt? Sind denn Akademiker schon so degeneriert, das sie alle selbstverständlichen Erkenntnisse in Studien brauchen, um das normale zu verstehen? krank. Vielleicht sollte der Mensch einfach wieder selbst denken und weniger an die "Studierten" glauben!

    • U.Bauer am 10.05.2013 22:24 Report Diesen Beitrag melden

      verblödung

      Ich gebe dir vollkommen Recht Was hier für Geld vertummt wird aber nicht nur hier es gibt noch vieles mehr das geht in die Millionen.

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  • Filipo Mendez am 10.05.2013 20:30 Report Diesen Beitrag melden

    6.5 Sekunden pro kuh/Tag

    Das ist ein Witz. Meine Katze streichle ich beim TV schauen bis zu 60 Minuten / Tag. Die müsste ja Hektoliterweise Milch geben

    • Gourmet am 11.05.2013 08:26 Report Diesen Beitrag melden

      ...dann hat

      deine Katze wohl keine Haare mehr :-)

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