Detailhandel

19. Januar 2011 18:36; Akt: 19.01.2011 22:49 Print

Kundennähe rentiert sich eben doch

von Markus Kick - Sie sind Zwerge im Vergleich mit Migros und Coop, doch die Detailhändler Volg und Spar sind vielen Kunden lieber. Was ihren grossen Erfolg ausmacht.

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Detailhandelsspezialist Gotthard F. Wangler bringt es auf den Punkt: «Volg und Spar nützen jene Nischen gezielt aus, welche Coop und Migros sowie die Harddiscounter Denner, Aldi und Lidl nicht mehr besetzen wollen.» Zudem verhielten sie sich clever, da sie sich so weniger in die letztlich ruinösen Grabenkämpfe um die allertiefsten Preise verstricken lassen. Wangler: «Sie müssen nicht das letzte Räppli hergeben, denn sie wissen, dass sie preislich ohnehin nie mithalten können.»

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Geschickte Nischenplayer

Dass sich auch an kleinen Standorten Geld machen lässt, beweisen die eben veröffentlichten Geschäftszahlen. Volgs Umsatz wuchs 2010 um 1,7 Prozent auf 1,29 Milliarden Franken, trotz des im Schnitt um 1,1 Prozent verbilligten Sortiments. Zudem hat Volg 10 neue Läden eröffnet. Ingesamt betreibt die Gruppe 872 Verkaufsstellen.

Volg setzt gezielt auf die Nischenpolitik. Die Tochter des 5 Milliarden Franken schweren Agrarunternehmens Fenaco profitiert von der Nähe und Erreichbarkeit der Verkaufsstellen, der Übersichtlichkeit des Angebots für den täglichen Bedarf und die persönliche Atmosphäre. «Letztlich spielen solche Attribute sowie die Qualität der Artikel eine entscheidende Rolle», bestätigt Gotthard F. Wangler. «Der Preis ist in der Schweiz eben noch nicht alles.»

Die in Gossau SG beheimatete Spar-Gruppe Schweiz schaffte es im letzten Jahr fast in die Liga der Umsatzmilliardäre. Trotz Preissenkungen gingen in den 158 Läden, acht Grosshandels-Abholmärkten TopCC sowie mit der Drittkundenbelieferung Waren im Wert von 993 Millionen Franken über den Ladentisch, ein Plus von 1,2 Prozent gegenüber Vorjahr.

Die Grossen wachsen unterschiedlich schnell

Migros hat 2010 seine Verkäufe leicht steigern können. So stieg der Konzernumsatz um 0,3 Prozent auf 25,028 Milliarden Franken, wobei fast 85 Prozent der Einnahmen aus dem Detailhandel stammen. Damit hinkt das Wachstum des orangen Riesen leicht jenem von Erzrivalin Coop nach. Die Basler bauten 2010 den Gruppenumsatz um 1,8 und den Detailhandelsumsatz um 2,1 Prozent aus.

Dass es nicht mehr so flott wie auch schon aufwärts geht, schreibt die Migros den branchenweiten Preisabschlägen zu. Hinzu kam der währungsbedingte Umsatzrückgang im Reisegeschäft. Ohne Preissenkungen von 2,1 Prozent, wäre der Detailhandelsumsatz um 2,9 Prozent gestiegen. Immerhin: Auch bereinigt um alle Sonderfaktoren blieb der Migros 2010 ein Plus. 2009 hatte Migros als einziger grosser Schweizer Detailhändler einen halbes Prozent weniger Umsatz hinnehmen müssen.

Nächstes Jahr dürfte Migros die roten Schlusslichter des Coop-Trucks von hinten sehen. Denn 2010 war das letzte Jahr, für das die Migros einen höheren Gruppenumsatz als Coop ausweisen kann. Mit der vollständigen Übernahme des Gastrogrosshändlers Transgourmet wird Coop die Migros 2011 umsatzmässig überflügeln. Doch Detailhandelsexperte Wangler relativiert: «Über alle Aktivitäten der Migros-Gruppe betrachtet, also unter Einbezug der Töchter Denner, Hotelplan, Migros Bank, Migrol, der Eigenindustrien und anderem mehr, kann Migros durchaus mit Coop mithalten.»

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • deutsch am 19.01.2011 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    Also bitte...

    seit wann schreibt man schnell mit 1 l? !!!!

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  • mike s am 19.01.2011 19:42 Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    traurig, die beiträge von 20min weisen immer mehr rechtschreibfehler auf... in jedem artikel findet man fehler, finde ich persönlich traurig. tut hier nichts zur sache, aber bitte ändert das in zukunft mit der rechtschreibprüfung!

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  • Laredo am 20.01.2011 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    gezieltere Recherche wäre besser

    20min hätte lieber mal recherchieren sollen, woher solche Zahlen kommen, statt einer Statistik herzulaufen, die nur nackte Zahlen aufweist. Mit einer gezielten Recherche über die Arbeitsbedingungen nämlich, hätte 20min nicht nur ein kapitales Thema, sondern könnte gleichzeitig so manchem Kunden die Augen öffnen. Aber eben, warum sich selbst bemühen, wenn man perfekte zahlen geliefert bekommt?

Die neusten Leser-Kommentare

  • Laredo am 20.01.2011 11:27 Report Diesen Beitrag melden

    gezieltere Recherche wäre besser

    20min hätte lieber mal recherchieren sollen, woher solche Zahlen kommen, statt einer Statistik herzulaufen, die nur nackte Zahlen aufweist. Mit einer gezielten Recherche über die Arbeitsbedingungen nämlich, hätte 20min nicht nur ein kapitales Thema, sondern könnte gleichzeitig so manchem Kunden die Augen öffnen. Aber eben, warum sich selbst bemühen, wenn man perfekte zahlen geliefert bekommt?

  • Patrik am 19.01.2011 23:04 Report Diesen Beitrag melden

    Statistik

    Wachstumsrate eines Jahres als einziges Vergleichskriterium? Welch Aussagekraft! Danke für die Recherche Markus Kick =)

    • MT am 20.01.2011 08:27 Report Diesen Beitrag melden

      Danke

      ...meine Rede!

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  • jenny am 19.01.2011 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    egal...

    wer welchen umsatz bringt, hauptsache es stimmt für den kunden. ich muss dennoch sagen, dass Coop vom eindruck her schon schöner aussieht als Migros.

  • Laredo am 19.01.2011 20:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hinter den Kulissen schauen

    Kleine Läden wie Spar oder Volg sind Kundenorientierter u man erhält dort alles für den täglichen Bedarf. Hinzu kommt, dass dank massiven Personaldruck u Personalstd.einsparungen, die jeder Logik entbehren, solche Umsätze bei Coop/Migros eingefahren werden. Fehlplanungen, Fehlkalkulationen, Fehllogistik müssen die im Verkauf ausbaden und die Kunden! Nur so schreibt man solche Zahlen! Die meisten Kunden wissen doch gar nicht wie es wirklich abgeht u glauben, sie sind gut bedient.

  • deutsch am 19.01.2011 19:59 Report Diesen Beitrag melden

    Also bitte...

    seit wann schreibt man schnell mit 1 l? !!!!

    • Laredo am 20.01.2011 19:58 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn's Thema nicht SCHNEL genug geht

      Wenn es nicht schnell genug geht! Schnel ist wohl eine Zwischenform von Langsam und Schnell! :-) Wir leben nun mal in so einer Gesellschaft, wo andere Werte längst Einzug erhalten haben und traditionelle Werte unterm Teppich verschwinden. Solche Fehler sind die ersten Anzeichen von Verfall.

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