Gefragte Altmeister

28. März 2011 12:09; Akt: 28.03.2011 13:42 Print

Kunstmarkt trotzt Katastrophen

Kunstliebhaber und Investoren lassen sich von der Katastrophe in Japan und den Kämpfen in Libyen die Laune nicht verderben. Das zeigen die Umsätze an der wichtigsten Kunstmesse.

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Der Kunstmarkt lässt sich nicht von den aktuellen Krisen beeindrucken. (Bild: Keystone)

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Der Kunstmarkt lässt sich von den Krisenherden in Japan und Libyen sowie der Euro-Krise nicht beeindrucken. An der European Fine Art Fair (TEFAF) in Maastricht, der weltweit wichtigsten Kunst- und Antiquitätenmesse, lief das Geschäft wie geschmiert. Die guten Umsätze sowie 73 000 Besucher aus 55 Ländern bestätigten, dass sich der Welt-Kunstmarkt nach der Finanzkrise von 2009 gut erholt hat.

Noch grösser als in den vergangenen Jahren war der Anteil von Besuchern und Käufern aus China. 260 Händler aus 16 Ländern boten Kunstwerke, Antiquitäten und Designobjekte unterschiedlicher Kulturen aus rund 7000 Jahren Kunstgeschichte an. Den Wert der Ausstellungsobjekte schätzten Experten auf einen Gesamtwert von über zwei Milliarden Euro.

Der globale Kunstmarkt hat sich gemäss der jüngsten TEFAF-Studie spektakulär erholt und 2010 um 52 Prozent auf 43 Milliarden Euro zugelegt. «Diese Steigerung war jetzt auch wieder in Maastricht spürbar», sagte eine Messesprecherin.

Alte Meister gut verkauft

Schon in den ersten Tagen der Kunst- und Antiquitätenmesse im niederländischen Maastricht wurden gute Geschäfte gemacht: So ging eine Holzskulptur des Künstlers Joan Miró von 1945 für 3,5 Millionen Euro an einen Privatsammler.

Bei den alten Meistern verkauften sich unter anderem Gerrit Berckheydes «Blick auf Haarlem» von 1671, für das 4,5 Millionen Euro gefordert worden waren, Willem Claeszoon Hedas «Stillleben mit Römerbecher» (3 Millionen Euro) und «Fährschiff auf der Vecht» von Salomon van Ruysdael (2,5 Millionen Euro).

Abschlüsse nach der Messe

Allerdings wurden einige Spitzenstücke nicht verkauft: Dazu gehörte das teuerste Rembrandt-Gemälde in Privatbesitz. Der New Yorker Kunsthändler Otto Naumann hatte das «Porträt eines Mannes mit den Händen in den Hüften» für 34 Millionen Euro angeboten.

Auch für mehrere Werke von Pierre-Auguste Renoir und Frans Hals fanden sich zunächst keine Käufer. In Fachkreisen wurde darauf verwiesen, dass Abschlüsse in der teuersten Kategorie nicht selten erst nach längeren Verhandlungen und daher nach der Messe erfolgen. Zahlen zum Gesamtumsatz nennt die TEFAF deshalb nicht.

(sda)