Arbonia Forster

15. Mai 2012 17:27; Akt: 15.05.2012 17:27 Print

Kurzarbeit und Überstunden gleichzeitig

Während 100 Angestellte der Arbonia Forster nur 80 Prozent arbeiten dürfen, müssen alle anderen Mitarbeiter ab August Überstunden ohne Entschädigung machen.

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Arbonia Forster: Kurzarbeit für die eine, längere Arbeitszeiten für die anderen. (Bild: Keystone)

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Die Industriegruppe AFG Arbonia Forster hat für rund 100 Angestellte Kurzarbeit eingeführt. Für alle anderen Mitarbeitenden in der Schweiz gelten spätestens ab August verlängerte Arbeitszeiten.

Betroffen von der Kurzarbeit sind seit Dezember rund 100 Angestellte im Bereich Stahlrohre in der Division Stahltechnik. Stefan Kern, Mediensprecher der AFG Arbonia-Forster-Holding AG, bestätigte einen entsprechenden Bericht der Zeitung «Blick» vom Dienstag.

Personalkommission ist einverstanden

Im Bereich Stahlrohre habe sich der Auftragseingang nicht erwartungsgemäss entwickelt, sagte Kern auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. «Die Personalkommission war involviert und hat der Einführung der Kurzarbeit zugestimmt.»

Auch für rund 100 Angestellte der Oberflächentechnik war im Dezember Kurzarbeit eingeführt worden. Diese war vor rund zwei Wochen aber aufgehoben worden.

Dauer der Kurzarbeit ungewiss

Wie lange die Mitarbeitenden nur 80 Prozent arbeiten dürfen, ist noch unklar. «Wir wollen die Kurzarbeit so rasch wie möglich wieder aufheben», sagte Kern. Ein Datum konnte er nicht nennen.

Für die von der Kurzarbeit betroffenen Angestellten gelten die verlängerten Arbeitszeiten gemäss Kern nicht: Sie arbeiten 80 Prozent der regulären 42-Stunden-Woche.

Mehrarbeit wird ausgeweitet

Bereits im Januar hatte AFG die Arbeitszeit der rund 1000 Mitarbeitenden der AFG-Divisionen Küchen und Kühltechnik, Stahltechnik und Oberflächentechnologie von 42 auf 44 Stunden verlängert. Diese Mehrarbeit bei gleichem Lohn ist gemäss Kern bis Ende Juni 2013 befristet.

Wie letzte Woche bekannt wurde, wird die Mehrarbeit ab August auf die rund 600 Mitarbeitenden der AFG-Divisionen Heiztechnik und Sanitär sowie Fenster und Türen ausgeweitet. Davon ausgenommen sind einzig jene, die dem Schreiner-GAV unterstehen.

70 Millionen Nettoverlust

Die Mehrarbeit gilt laut Kern für diese Mitarbeitenden bis Ende Juli 2013, dann soll sie aufgehoben werden. «Das ist das erklärte Ziel», sagte Kern.

Die AFG Arbonia-Forster-Holding musste im vergangenen Geschäftsjahr einen Nettoverlust von 70 Millionen Franken hinnehmen. Mit rund 6000 Mitarbeitenden in der Schweiz und im Ausland wurde 2011 ein Umsatz von 1,347 Milliarden Franken erzielt.

(sda)