Minus 0,75 Prozent

19. September 2019 09:33; Akt: 19.09.2019 10:04 Print

Die Nationalbank hält am bisherigen Leitzins fest

Nachdem die Europäische Zentralbank und die US-Notenbank die Zinsen gesenkt haben, hat die SNB entschieden, nicht an der Zinsschraube zu drehen.

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält am Negativzins von minus 0,75 Prozent fest. Der Franken bleibe aber «hoch bewertet», hat die Notenbank heute im Rahmen ihrer vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung bekannt gegeben.

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Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte erst vor einer Woche ein Massnahmenpaket angekündigt, mit dem sie der Wirtschaft im Euro-Raum unter die Arme greifen will. Mit nochmals höheren Strafzinsen für Banken und frischen Milliarden wurde die Zinswende nochmals für unbestimmte Zeit nach hinten geschoben

Die SNB zieht nun zwar nicht nach, will aber weiterhin bei Bedarf im Devisenmarkt eingreifen. Dies ist neben den Negativzinsen der zweite Hauptpfeiler ihrer Politik, den Franken zu schwächen.

Die expansive Geldpolitik sei angesichts der jüngsten internationalen Entwicklungen und der Inflationsaussichten in der Schweiz nach wie vor notwendig, schreibt die SNB weiter.

Neue Berechnung Freibeträge

Eine Änderung nimmt die Nationalbank an ihrer Politik trotzdem vor. Sie ändert die Berechnungsgrundlage für den Negativzins. Diese Anpassung führe dazu, dass der Freibetrag für das Bankensystem steige und die Negativzinseinnahmen der SNB sinken würden, heisst es weiter. Die neue Freibetragsberechnung tritt laut den Angaben per 1. November 2019 in Kraft.

Abgesehen davon hat die SNB ihre Wachstumsprognose gesenkt. Sie geht für 2019 neu von einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von «0,5 bis 1,0 Prozent» aus. Im Juni war noch von «rund 1,5 Prozent» die Rede.

Die kurzfristigen (bedingten) Inflationsprognosen für die Schweiz wurden gegenüber Juni deutlich nach unten angepasst. Für 2019 geht die SNB neu von einer Inflation von +0,4 Prozent aus (alt: +0,6%). Für 2020 werden nun +0,2 Prozent (alt: +0,7%) und für 2021 +0,6 Prozent (alt: +1,1%) prognostiziert.

Franken wertet auf

Am Devisenmarkt wertet der Schweizer Franken zu Euro und US-Dollar leicht auf. Aktuell kostet ein Euro 1,0973 Franken.

(bsc/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walter am 19.09.2019 10:01 Report Diesen Beitrag melden

    Negativzinsmisswirtschaft

    Der Schaden durch die Negativzinsen der SNB ist bereits immens in den Sozialwerken, Firmen-Assets und Sparguthaben bei zudem ca. 1 % Teuerung im Jahr. Zombie Firman, die längst Pleite wären werden mit Gratiskrediten durchgefuttert, die sie unendlich in die Zukunft weiterrollen können und nie wieder zurückbezahlen werden usw.

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  • Chris Myers am 19.09.2019 09:48 Report Diesen Beitrag melden

    Danke Herr Jordan

    Immerhin keine Senkung. Aber eine Erhöhung wäre mutig gewesen und ein Signal für die Wirtschaft und alle Privatpersonen. Wenigstens +0.1% wären drin gewesen...

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  • VomBodensee am 19.09.2019 10:26 Report Diesen Beitrag melden

    Mutig wäre

    Negativzinsen Ja für ausländisches Geld. Mutig wäre das das Geld aus der Schweiz mit Null zu berlasten und die Einnahmen von Negativzinsen den Sozialwerken (AHV, IV, Pensionskassen etc) zu verteilen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ruth am 25.09.2019 02:49 Report Diesen Beitrag melden

    SNB-FREMD-WÄHRUNG MÜSSEN ABGEBAUT WERDEN

    Was macht Herr Jordan SNB, wenn Fremdwährungen für ungültig erklärt werden ? Das wäre der totale Untergang für die Schweiz.

  • Realist am 25.09.2019 02:41 Report Diesen Beitrag melden

    SNB LEBT VON 90%-BANK-KUNDEN-GELDERN

    -VORSCHUSS-ABSICHERUNG. Bei einer Banken-Pleite erhält der Bank-Kunde nur noch die zugesicherten 10%. Alle Bank-Kunden sitzen auf einem Schleudersitz

  • toneli am 21.09.2019 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    CHF zerstört...

    Der Negativzins zerstört langsam den CHF . Das ist längst bekannt. Die Depot in der Natzi-Bank müssen einmal an das "Licht", was dann...??? Ende Okt. wird die EZB ein Großes Paket an auf den Markt werfen, ... und dann...???

  • U.G am 20.09.2019 21:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Crash

    In zwei bis drei Jahren kommt der Knall.

    • B.D. am 21.09.2019 12:58 Report Diesen Beitrag melden

      Mag sein ...

      bis, dann hat sich die CH-Elite (SVP+FDP) saniert und wird den Knall problemlos überstehen!

    • Kück am 21.09.2019 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @U.G

      Glaube ich nicht. Kommt alles gut.

    • Xeno72 am 22.09.2019 15:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      konkret?@U.G

      Was für ein "Knall" denn?

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  • Charles Barkley am 19.09.2019 21:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Investieren

    Habe 50k flüssige Mittel. In was soll ich investieren? Auf der Bank versauert es.

    • Xeno72 am 23.09.2019 08:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Charles Barkley

      ETFs auf relevante Aktienindizes. Bedingung: mindestens 5 Jahre Anlagehorizont.

    • Freier Mensch am 23.09.2019 20:13 Report Diesen Beitrag melden

      In Gold we trust.

      Ging noch nie auf Null und kann problemlos vererbt werden.

    • Freier Mensch am 23.09.2019 20:43 Report Diesen Beitrag melden

      @Xeno72

      Aktien kauft man dann, wenn keiner mehr was davon wissen will. Für mich gilt: DOW:GOLD = 2:1.

    • Xeno72 am 24.09.2019 08:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      wie es ist@Freier Mensch

      Es gibt seit 1932 kein Jahr mehr, wo mein Vorschlag nicht rentiert hätte. Bei hinreichender Diversifizierung und hinreichend langem Horizont ist der Kaufzeitpunkt egal.

    • Charles Barkley am 24.09.2019 12:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Xeno72

      Danke für Ihren Ratschlag. Die Geduld kann ich aufbringen. Und DEN Zeitpunkt gibt es wohl nicht.

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