Verschwörungstheorie

29. Juni 2011 18:52; Akt: 27.01.2017 15:55 Print

Lagern die USA in Fort Knox wirklich Gold?

Ein Kongressabgeordneter bezweifelt, dass die US-Regierung so viel Goldreserven besitzt, wie sie behauptet. Er verlangt, dass das sagenumwobene Depot in Kentucky geöffnet und überprüft wird.

Doku über den Besuch der Abgeordneten in Fort Knox.(Video: Youtube/BullionStar)
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Ron Paul ist einer der letzten wahren Idealisten in Washington. Der langjährige republikanische Kongressabgeordnete aus Texas will 2012 Präsident werden, was er schon 1988 und 2008 vergeblich versuchte. Er gilt als das konservativste Mitglied der grossen Kammer und intellektueller Grossvater der Tea-Party-Bewegung. Aufgrund seiner libertären Ansichten eckt er aber nicht nur bei den Demokraten, sondern oft genug auch bei seiner eigenen Partei an. 2003 war er einer von sechs Republikanern, die gegen die Autorisierung des Irakkriegs (und damit 215 ihrer Parteikollegen) stimmten. Aktuell bemüht er sich darum, dass die Bundesregierung Cannabis-Konsumenten nicht mehr strafrechtlich verfolgt.

Am meisten Aufsehen erregt der 75-Jährige traditionell mit seinen Vorschlägen im Bereich der Finanz- und Wirtschaftspolitik. In der Vergangenheit hatte er sich für die Abschaffung der Nationalbank (Federal Reserve) und die Rückkehr zum Goldstandard ausgesprochen. Im selben Zusammenhang erneuerte er kürzlich seine Forderung, die Goldreserven der US-Regierung in Fort Knox zu überprüfen. Paul plagt ein schlimmer Verdacht: Vielleicht gibt es dort überhaupt kein Gold. Da der Öffentlichkeit und selbst Abgeordneten der Zugang verwehrt wird, könne er sich nicht sicher sein, sagte er Mitte Juni gegenüber «Bloomberg Businessweek».

Keine Besucher, keine Ausnahmen

Das US-Finanzministerium überprüft die Goldreserven jedes Jahr. Generalinspektor Eric Thorson tat dies zuletzt im September 2010. An einem von Paul anberaumten Kongress-Hearing vergangenen Donnerstag sagte Thorson, in Fort Knox sei alles in Ordnung. Doch Paul gab sich damit nicht zufrieden. Er will die knapp 370 000 Goldbarren im Wert von derzeit 185 Milliarden Franken per Gesetz von Hand auf ihre Reinheit überprüfen lassen. Das Finanzdepartement rechnete ihm vor, dass eine solche Übung mit 400 Angestellten sechs Monate dauern und mindestens 15 Millionen Dollar kosten würde. Eine Stichprobe würde ihm reichen, sagte Paul später. Ob es dazu kommt, ist ungewiss. Die meisten von ihm eingebrachten Gesetzesvorschläge schaffen es nie über die vorberatende Kommission hinaus.

Unterstützung bekommt Paul vielleicht von der Geschichte. Das Gerücht, dass Fort Knox leer ist, taucht seit seiner Eröffnung 1935 in regelmässigen Abständen auf. Paul räumt ein, verschiedene Verschwörungstheorien auf dem Internet seien mit ein Grund für seine Zweifel. In den 1970er Jahren kämpfte der republikanische Abgeordnete Philip Crane aus denselben Gründen für einen Tag der offenen Tür in Fort Knox – und setzte sich durch. Am 23. September 1974 konnten zum ersten und bis dato letzten Mal zwölf Abgeordnete und 100 Journalisten das Depot betreten und den Goldschatz mit eigenen Augen begutachten. Die Filmaufnahmen (siehe oben) bleiben bis heute die einzigen Bilddokumente des intimsten Innenlebens von Fort Knox.

Was wusste Strauss-Kahn?

Eine der Verschwörungstheorien, die Paul offenbar den Schlaf raubt, ist die Vorstellung, die US-Regierung habe angesichts des riesigen Haushaltsdefizits angefangen, heimlich ihre Goldreserven abzustossen. Nicht auszuschliessen ist, dass der Abgeordnete auch über eine andere Geschichte gestolpert ist. Sie ist ebenso unglaubwürdig wie spektakulär, eine perfekte Vorlage für einen Agententhriller.

Demnach soll der russische Geheimdienst FSB in einem Bericht zuhanden von Premierminister Wladimir Putin behaupten, der Ex-Chef des IWF Dominique Strauss-Kahn (DSK) habe kurz vor seiner Verhaftung am 14. Mai erfahren, dass Fort Knox tatsächlich leer ist. Ein CIA-Informant habe ihm die brisante Information gesteckt, nachdem DSK sich bei der US-Regierung über eine ausstehende Überweisung von 191,3 Tonnen Gold an den IWF beklagt hatte.

Der französische Auslandgeheimdienst DGSE habe ihm daraufhin geraten, New York umgehend zu verlassen. Sein Handy sollte er im Hotelzimmer zurücklassen, damit dessen Signal seinen Aufenthaltsort nicht verrate. Im Flugzeug nach Paris habe er schliesslich den fatalen Fehler begangen, das Hotel zu kontaktieren. Seine Bitte, ihm das Handy nachzuschicken, sei von den US-Geheimdiensten abgefangen worden, worauf ihn die Polizei am New Yorker Flughafen JFK in einer Maschine der Air France verhaften konnte. Dass die Sexgeschichte mit der Hotelangestellten eine Erfindung der US-Geheimdienste ist, versteht sich von selbst.

Was meinen Sie? Ist Fort Knox bis an den Rand mit Goldbarren gefüllt oder herrscht dort gähnende Leere? Diskutieren Sie mit.

(kri)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sentinel am 30.06.2011 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Goldreserven vs. Staatsverschuldung

    Spielt es überhaupt eine Rolle, ob das US Gold im Gegenwert von ca. 185 Milliarden noch in Fort Knox ist oder nicht, wenn man es mit einer Staatsverschuldung von ca. 14 Billionen vergleicht?

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  • d.santi am 30.06.2011 08:35 Report Diesen Beitrag melden

    Selber schuld

    Ist halt wie mit allem. Die AMi regierung könnte die Verschwörung im Keim ersticken. Einfach mal aufschliessen und aus. Aber nein das machen die nicht. Muss also scho was wahres dran sein oder ?

  • Peschä am 30.06.2011 00:38 Report Diesen Beitrag melden

    Sicher eine gute Story

    Wie gross das Körnchen Wahrheit ist, werden wir nie erfahren. Ron Paul ist ebenfalls ein interessanter Typ, er getraut sich, auch gegen grossen Widerstand, seine eigene Meinung zu vertreten. Das ist eine Eigenschaft, die immer mehr Politikern abhanden gekommen ist.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas W am 30.06.2011 14:25 Report Diesen Beitrag melden

    Verschwörungstheorie?

    Verschwörungstheorie? Nein! Wenn die US Regierung nichts zu verstecken hätte, dann könnte sie ja wie 1974 eine Führung machen und demonstrativ ein paar Barren in einen Kübel mit Wasser tauchen um zu beweisen, dass die Barren echt sind. Das wäre ein leichtes zu organisieren und würde nicht viel kosten. Wenn Fort Knox aber wirklich leer ist, dann hätten die Regierung wirklich ein Problem. Das würde die Zurückhaltung erklären.

  • Benno am 30.06.2011 11:00 Report Diesen Beitrag melden

    William L.M.King Ehem.Prem.Min Kanada

    Bis die Geldschöpfung wieder der Regierung obliegt und als ihre deutlichste und heiligste Verantwortung Anerkannt wird, ist alles Gerede über Souveränität des Parlaments und Demokratie leer und aussichtslos Sobald eine Nation diesen Einfluss abtritt, ist es gleich wer ihre Gesetze schreibt Zinswucher, sobald wirksam, zerstört jede Nation.

    • Daniel Gamper am 03.07.2011 01:39 Report Diesen Beitrag melden

      Schöpfung von Buchgeld

      Bravo Bravo so soll es geschehen:

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  • Sentinel am 30.06.2011 10:59 Report Diesen Beitrag melden

    Goldreserven vs. Staatsverschuldung

    Spielt es überhaupt eine Rolle, ob das US Gold im Gegenwert von ca. 185 Milliarden noch in Fort Knox ist oder nicht, wenn man es mit einer Staatsverschuldung von ca. 14 Billionen vergleicht?

    • Zebulon am 15.10.2012 12:45 Report Diesen Beitrag melden

      Der Denkfehlerden Sie...

      ..machen besteht darnin, das sie den Wert des Goldes am Dollar messen. Wenn das Gold nicht mehr oder nicht mehr in der angegebenen Menge vorhanden ist, dann steigt der Wert des Goldes in Dollar gemessen oder besser gesagt, der Dollar wertet ab, und zwar nicht nur weil der Dollar nicht wirklich durch etwas gedeckt ist, sondern weil sich dann die komplette Angabe der US-Regierung als Lüge erweist, was dann logischerweise zu der Frage führt, wo noch alles in finanzpolitischen Basis-Bereichen gelogen wurde. Dann wird das Vertrauen in den Dollar sehr schnell völlig versanden.

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  • Benno am 30.06.2011 10:56 Report Diesen Beitrag melden

    Zitat A.Lincoln, ermordeter US Präsident

    Die Regierung sollte sämtliches Geld und Guthaben schaffen und in Umlauf bringen, das sie braucht, um den Bedarf ihrer selbst und den aller Konsumenten zu decken. Durch Einführung dieses Prinzips würden die Steuerzahler Unmengen an Zinsen sparen. Das Privileg, Geld zu schaffen und auszustellen ist nicht nur das höchste Vorrecht der Regierung, sondern auch ihre größte gestalterische Einflussmöglichkeit.

  • TheReal am 30.06.2011 10:35 Report Diesen Beitrag melden

    Wohl etwas dran!

    Scheint wohl wahr zu sein, dass dort etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist!

    • Rita Huber am 30.06.2011 13:18 Report Diesen Beitrag melden

      So ist es!

      Nur schon das schöne Beispiel mit Ron's Stimmabgabe gegen die Autorisierung des Irakkriegs, zeigt, dass Ron Paul 2003 richtig entschieden hätte. Jedoch wurden vor ein paar Jahren irakkrieg-kritische Stimmen mundtot gemacht. Es war nur eine Verschwörungstheorie, wenn man behaubtete der Irak-Krieg basiere nur auf Lügen. Und sie tun dies immer noch auf die selbe Art und Weise.

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