Druck auf Coop & Migros

21. Oktober 2018 02:09; Akt: 21.10.2018 08:11 Print

Lebensmittel-Ampel kommt in die Schweiz

Rot, gelb oder grün - ab nächstem Jahr signalisieren diese Farben auf Milchprodukten, die Danone in der Schweiz verkauft, wie gesund etwas ist. Andere Firmen sträuben sich noch dagegen.

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Schweizer Detailhändler und Nahrungsmittelhersteller sperren sich seit Jahren gegen eine klare Kennzeichnung ihrer Lebensmittel in Ampelfarben. Nun bringt ein ausländischer Konzern laut «SonntagsZeitung» die Front zum Bröckeln.

Der französische Multi Danone führt ab 2019 auf all seinen Milchprodukten in der Schweiz die Lebensmittel-Ampel ein. Dabei setzt das Unternehmen auf das in Frankreich bereits etablierte System Nutri-Score. Anhand der Farben rot, gelb oder grün wird klar ersichtlich, wie gesund oder ungesund ein Produkt ist. Konsumentenschützer reagieren erfreut.

Nestlé mit eigenem System

Gleichzeitig machen sie Druck auf Migros, Coop und Emmi, die weiterhin keine solche Ampel wollen. «Händler und Hersteller, die sich dagegen sträuben, haben offenbar kein Interesse an einer transparenten Kennzeichnung ihrer Produkte», sagt Josianne Walpen von der Stiftung für Konsumentenschutz zur «SonntagsZeitung». Die anderen grossen Produzenten sollten diese Lebensmittel-Ampel ebenfalls übernehmen.

Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestlé setzt auf ein eigenes Ampel-System, das Produkte nach eigens festgelegten Portionen-Grössen berechnet. Das stösst auf Kritik. «Nestlé geht davon aus, dass nur ein halbes Ohr vom Osterhasen berechnet werden muss. Bei Nutellla ist es nur ein kleines Löffelchen», sagt Barbara Pfenniger von der Westschweizer Konsumentenorganisation FRC. «So bleiben diese Produkte im gelben Bereich. Das ist irreführend.» Auch das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ist skeptisch. «Die von der Industrie vorgegebenen Portionen sind teilweise unrealistisch. Beim Müesli sind es beispielsweise 30 Gramm. Die meisten essen wohl mehr», sagt Liliane Bruggmann, Leiterin des Fachbereichs Ernährung beim BLV. Das System von Danone lobt sie.

Und Danone hat noch mehr Pläne: Bislang produzierte das Unternehmen seine Joghurts und Quarks im Ausland. Doch Danone will auch auf die Schweiz setzen. «Wir planen, in den kommenden Jahren neue Produkte in der Schweiz herzustellen», sagt Karim Chaouch, seit über einem Jahr Schweiz-Chef von Danone. Eine Schweizer Flagge auf der Verpackung komme hierzulande gut an. Der Konzern setzt weltweit auf das Thema Gesundheit.

(roy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Walter Peier am 21.10.2018 02:47 Report Diesen Beitrag melden

    Ampel Wirrwarr

    Gesunde Ernährung besteht darin, dass sie ausgewogen ist. Eine Karotte erhält sicherlich eine grüne Ampel. Wer sich nur von Karotten ernährt ist in einem Jahr Geschichte

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  • Bio Power am 21.10.2018 02:29 Report Diesen Beitrag melden

    Komisch

    Mit der Ampel könnte man doch eine sexy-Preissteigerung rechtfertigen?

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  • Kudi Müller am 21.10.2018 02:40 Report Diesen Beitrag melden

    Chapeau

    Das wird Schule machen! Danone = Tesla der Milchindustrie?! Die Industrie jammert immer dass sie Zucker und co nicht reduzieren können weil es der Konsument so will. Wenn das so ist ist das wenigstens eine innovative Lösung. Nicht jammern, machen

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Dismas am 22.10.2018 20:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Einfach in Massen

    Es ist einfach schlimm geworden in unserer Zeit. Auf die CO2 Hysterie folgt die Zuckerhysterie, irgendwann kommt die Fetthysterie..... Benutzt einfach den gesunden Menschenverstand und befolgt die grundsätzliche Regel, die lautet: Es ist immer ungesund, wenn man zuviel von etwas konsumiert. Selbst harmloses Wasser kann lebensgefährlich sein, wenn man in kurzer Zeit Unmengen davon trinkt. Leidet man nicht unter einer Unverträglichkeit eines bestimmten Stoffes, heißt man verfügt über einen gesunden Organismus, kann man alles essen, eben einfach in normalen, gemäßigten Portionen. Einfach nicht vergessen auch Obst und Gemüse zu essen und nicht zuviel Cola und Co. sowie Fruchtsäfte trinken, vor allem wenn ihnen künstliche Glucose beigefügt wurde.

  • Mat Ess am 22.10.2018 20:10 Report Diesen Beitrag melden

    E gfreuti Sach

    Ich freu mich schon drauf, wenn mein geliebtes Olivenöl mit 80% Wasser verdünnt, homogenisiert und stabilisiert wird, damit es zukünftig legal als gesund eingestuft und taxiert werden kann. Endlich gesundes Olivenöl mit grünem Ampelpunkt. So gsund!

  • marko 33 am 22.10.2018 17:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Genau meine Meinung

    Genau meine Meinung

  • Anton am 22.10.2018 14:18 Report Diesen Beitrag melden

    Besser als Lebensmittel-Verbote

    Finde ich nicht unbedingt nötig, aber die Lebensmittel-Ampel ist mir immer noch lieber als unnötige Verbote (die dann sowieso von der Industrie dazu benutzt werden, um mehr Geld für weniger Produkt zu verlangen).

    • Lucretia M. am 22.10.2018 18:03 Report Diesen Beitrag melden

      So ist es

      ich würde es sowieso ignorieren! Wenn ich ewas kaufe, weiss ich darin ist,dies ohne Ampeln. Ich mag keine Manipulationen,jeglicher Art. Ich kaufe nie (!) Fertigprodukte Self made..ist meine Devise,sogar Brot!

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  • Mike Meier am 22.10.2018 13:56 Report Diesen Beitrag melden

    Absurd

    Der Produzent bewertet seine eigenen Produkte in Sachen Gesundheit...das ist doch mehr als fragwürdig. Vielleicht kommen dann als nächstes eine Grossmetzgerei, Pharma- oder Weinkellereil mit einer firmeneigenen Bewertung.