Kalte Betten

01. Dezember 2011 12:39; Akt: 01.12.2011 13:09 Print

Leere Wohnung kostet 2000 Franken

Silvaplana greift durch: Erstmals müssen in einer Schweizer Gemeinde Besitzer einer Zweitwohnung eine Steuer bezahlen, wenn die Ferienwohnung nicht untervermietet ist.

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Silvaplana verlangt als erste Gemeinde in der Schweiz eine Steuer für kalte Betten. (Bild: Keystone)

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Die Oberengadiner Gemeinde Silvaplana kann die Steuer von zwei Promille auf dem Wert von unvermieteten Zweitwohnungen («kalte Betten») erheben. Die Bündner Regierung genehmigte die schweizweit erste Lenkungsabgabe in dieser Form im zweiten Anlauf definitiv.

Die Abgabe auf nicht gewerbsmässig vermietete Wohnungen beläuft sich pro Jahr auf etwa 1500 bis 2000 Franken je Ferienwohnung, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Neun Beschwerden dagegen wurden abgewiesen. Die Regierung hatte die Zweitwohnungssteuer zwar schon im März gutgeheissen.

Ausstandsregeln verletzt

Das Bündner Verwaltungsgericht hob die Genehmigung jedoch aufgrund einer Beschwerde eines Zweitwohnungsbesitzers auf, weil die Ausstandsregeln verletzt worden waren. Regierungsrat Mario Cavigelli hätte in den Ausstand treten müssen, weil er bis Ende 2010 mit dem Rechtsvertreter der Gemeinde Silvaplana die Büroräumlichkeiten teilte.

Und Volkswirtschaftsdirektor Hansjörg Trachsel hätte beim regierungsrätlichen Entscheid über ein gegen ihn gerichtetes Ausstandsbegehren den Sitzungsraum verlassen müssen. Die Regierung ist nun diesen formellen Vorgaben des Gerichts nachgekommen. Die Erträge der Zweitwohnungssteuer sollen zur Förderung des einheimischen Wohnungsbaus und der Hotellerie in Silvaplana eingesetzt werden.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rico am 01.12.2011 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Bravo! Endlich mal eine gute Nachricht. Wurde auch endlich mal Zeit.

  • Tom Huber am 10.01.2012 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Neid der Besitzlosen!

    Da macht sich wieder einmal der Neid der Besitzlosen bemerkbar.

  • Marianna am 01.12.2011 13:52 Report Diesen Beitrag melden

    Gohts no

    was soll das, im Kanton Tessin (denke ist nicht anders in Graubünden) zahlen Ferienhaus oder Wohnungs- Besitzer Kurtaxen( eingeladene Gäste auch Schweizer die über Nacht bleiben, müssen der Polizei gemeldet werden!!!!) und der Besitz muss im Tessin versteuert werden, zudem wird ja für Wasser, Abfall, Kanalisation etc auch noch bezahlt. Was ist mit all den Wochenaufenthaltern, die in Zürich leben und weder Steuern noch Kurtaxen bezahlen müssen, aber fleissig alle Annehmlichkeiten nutzen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom Huber am 10.01.2012 18:02 Report Diesen Beitrag melden

    Neid der Besitzlosen!

    Da macht sich wieder einmal der Neid der Besitzlosen bemerkbar.

  • Rico am 01.12.2011 15:31 Report Diesen Beitrag melden

    Gut so

    Bravo! Endlich mal eine gute Nachricht. Wurde auch endlich mal Zeit.

  • W.Pohlenz am 01.12.2011 15:27 Report Diesen Beitrag melden

    Leere Wohnungen

    Abzocken wo es nur geht! Ich kann doch selber bestimmen was ich mit meinem Eigentum mache. Aber eben, der Staat ist ja auf dem besten Weg uns alle zu bestimmen und aus uns unmündige Bürger zu machen.

  • Rolf B. am 01.12.2011 15:22 Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    Das macht La Punt schon seit 2 Jahren

  • Roman Steiner am 01.12.2011 14:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Spät aber gut

    Diese Steuer war überfällig. Bedenke, dass für Europäer die Investition dank der Euro Entwertung 25% Rendite erwirtschaftet hat. Des weiteren und noch wichtigen Faktors ist, dass das Dorf ausser an Festtagen und Ferienzeiten halb leer ist.