Schweizer Börse

22. Februar 2011 18:11; Akt: 22.02.2011 18:16 Print

Libyen belastet den SMI weiter

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Dienstag erneut mit Verlusten geschlossen und damit den am Montag eingeleiteten Abwärtstrend fortgesetzt.

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Die Börse stand am Dienstag weiterhin unter dem Eindruck der Unruhen in Libyen und dem damit in Zusammenhang stehenden Anstieg der Ölpreise. Auch die Wall Street konnte sich nach dem verlängerten Wochenende - die US-Börse blieb am Montag feiertagsbedingt geschlossen - der negativen Stimmung nicht entziehen und büsste nach dem Start in die neue Woche deutlich an Wert ein. Die angespannte Lage in Libyen habe viele Marktteilnehmer dazu bewogen, die in den vergangenen Wochen erzielten Gewinne ins Trockene zu bringen, hiess es im Handel.

Der wichtigste Schweizer Aktienindex SMI büsste 0,92 Prozent auf 6622,49 Punkte ein. Der breite Swiss Performance Index (SPI) ging um 0,88 Prozent auf 5938,76 Zähler zurück. Im SMI machte am Dienstag der Versicherungskonzern ZFS mit einer bedeutenden Transaktion in Lateinamerika auf sich aufmerksam. In Analystenkreisen wurde dieser Wachstumsschritt begrüsst. Die Aktie verlor mit 0,6 Prozent weniger als der Gesamtmarkt.

Im Finanzsektor konnten sich die Grossbankentitel der Credit Suisse (-1,4 Prozent) und der UBS (-0,9 Prozent) dem Börsentief dagegen nicht entziehen. Swiss Re verloren 1,1 Prozent und Swiss Life gaben um 1,0 Prozent nach. Grosse Abgaben verzeichneten die Luxusgüteraktien der Swatch Group (-1,9 Prozent) und Richemont (-1,8 Prozent). Die jüngsten Daten zu den Schweizer Uhrenexporten hätten im Januar aufgezeigt, dass die Wachstumsdynamik in der Branche nachgelassen habe, meinten Marktbeobachter.

Noch stärker gaben die Aktien der Raffineriebetreiberin Petroplus (-3,3 Prozent) nach. Die Sorgen um die weitere Entwicklung in den ölreichen arabischen Ländern drückten im europäischen Raffineriesektor auf die Stimmung. Die Titel des Ölbohrspezialisten Transocean verloren mit 1,8 Prozent ebenfalls stark an Wert.

Zu den grössten Verlierern gehörten etwa auch noch andere konjunkturabhängige Werte, wie jene von Nobel Biocare (-1,8 Prozent), Holcim (-1,6 Prozent) oder Adecco (-1,7 Prozent). Aber auch die Pharma-Schwergewichte Roche (-1,0 Prozent) und Novartis (-1,6 Prozent) verloren stark. Dagegen bewiesen die Nestlé-Papiere ihren defensiven Charakter und gewannen um 0,5 Prozent zu. Weiter gewannen bei den Blue Chips nur noch Geberit mit 0,3 Prozent dazu.

(sda)