Kampf der Discounter

19. Juli 2019 11:23; Akt: 19.07.2019 11:42 Print

Lidl attackiert Konkurrenz mit Wortspielen

von Dominic Benz - Der Discounter legt sich in einer neuen Kampagne in Deutschland mit seinen Wettbewerbern an. Im Zentrum stehen Wortkreationen.

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Unter den Discountern tobt ein harter Preiskampf. Das macht die neue Werbekampagne von Lidl deutlich: Mit frechen Wortspielen wie «Lidl lohnt sich. ALDI anderen sind teurer» teilt das Unternehmen auf Plakaten und in den sozialen Medien gegen den Konkurrenten Aldi aus. Sogar dessen Logo ist innerhalb der Wortkreationen mit der richtigen Farbe und Schrift angedeutet.

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Laut der «Lebensmittel Zeitung» will Lidl auf «erfrischende und humorvolle Art und Weise» auf das eigene Markensortiment und die Tiefpreise aufmerksam machen. «Unser Ziel ist es, unsere Preisführerschaft und unsere Stellung im Lebensmitteleinzelhandel als erster Discounter mit Markenprodukten zu unterstreichen», teilt Lidl mit.

Furore im Netz

Zu sehen sind die Plakate eine Woche lang in ganz Deutschland. Auch andere Konkurrenten wie Rewe und Edeka kriegen mit den Slogans «Ab zu Lidl. Der Rest ist irREWElant» oder« Teurer wäre EDEKAdent» ihr Fett weg. In der Schweiz sei eine Kampagne in dieser Art nicht geplant, teilt Lidl Schweiz 20 Minuten mit.

Im Netz sorgt die Lidl-Werbung für grosse Aufmerksamkeit. Ein Onlinevideo zur Kampagne auf dem Facebook-Profil des Discounters hat bereits über 6000 Likes und 4000 Kommentare. Viele feiern die Werbung gleich mit eigenen Wortkreationen. «Richtig geil. Wie sagt man: Ich Lidl es», schreibt ein Nutzer. Aber auch kritische Stimmen gibt es. «Ich liebe Aldi. Viel besser. Müssen auch keine Werbung auf Kosten anderer machen», so eine Nutzerin.

Auf Twitter wird die Kampagne ebenfalls diskutiert:



Schweigende Konkurrenz

Die Konkurrenz schweigt sich über die Seitenhiebe von Lidl aus. Man äussere sich zu Aktivitäten von Wettbewerbern nicht, teilt etwa Aldi Süd auf Anfrage mit.

Eine öffentliche Antwort auf die Plakatprovokation kommt indes von der Edeka-Tochter Netto, gegen die Lidl mit der Kampagne ebenfalls schiesst. Nun hat Netto in der deutschen «Bild» ein Werbeinserat geschaltet und pfeift mit der Frage «Du willst a LIDL bit more Auswahl?» zum Gegenangriff, wie die «Lebensmittel-Zeitung» berichtet. Ob die anderen Konkurrenten nachziehen, ist unklar.

Nicht verboten

Im Gegensatz zur Deutschland hat sich der Discounter-Kampf hierzulande nicht entfacht. Sind in der Schweiz solche vergleichende Werbungen überhaupt zulässig? «Die Art Werbung ist grundsätzlich nicht verboten», sagt Thomas Meier von der Schweizerischen Lauterkeitskommission (siehe Box). Wichtig sei aber, dass in der Werbung ein anderes Unternehmen nicht schlechtgemacht werde. «Wenn man den Konkurrenten verspottet oder herabsetzt, wäre das unlauter», sagt Meier. Eine entsprechende Regelung ist in den Grundsätzen der Kommission verankert.

Ebenso wäre Werbung unlauter, wenn die gemachten Aussagen zu den Produkten nicht korrekt sind. «Wenn ein Unternehmen sagt, seine Produkte sind günstiger, dann muss er diese Tatsachenbehauptung nachweisen können», sagt Meier. Ob es sich bei der Lidl-Kampagne um unlautere Werbung handle, kann er nicht sagen. «Das kann nur von einer unseren drei Spruchkammern auf Beschwerde hin beurteilt werden.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • asdf am 19.07.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

    sehe kein Problem

    das ganze ist mit einem Augenzwinkern gemeint und man kann es auch locker und humorvoll nehmen. Konkurrenz belebt das Geschäft und hier und da mal leichte Seitenhiebe gegen Konkurrenten darf es in der Werbung schon geben.

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  • Minusdrücker am 19.07.2019 11:22 Report Diesen Beitrag melden

    Werbung für Werbung

    Noch ein Werbebeitrag und er besteht aus Werbung für Werbung.

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  • Alain am 19.07.2019 11:19 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht neu

    Hat doch Denner auch schon gemacht

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Sven Huber am 20.07.2019 23:04 Report Diesen Beitrag melden

    Einfach gut!

    Ehrt Lidl für den Mut und den Werber für die Wortspiele!

  • Ueli Schweizer am 20.07.2019 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts Neues

    Wie in den 80er und 90er mit Coke und Pepsi... nichts Neues und nichts weltbewegendes. Mit Humor nehmen.

  • H.Gabel am 20.07.2019 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Aldi und Lidl

    können mit ihren Preisen den Aufstand nur hinauszögern, aufhalten können sie diesen trotzdem nicht. Wers versteht verstehts.

  • Abzockologe am 20.07.2019 12:10 Report Diesen Beitrag melden

    Kann ich bestätigen

    bei Aldi bezahl ich für einen Einkaufsack voll Lebensmittel ca.30 Franken, bei Lidl bin ich ab 18 Franken dabei.

  • Bibi am 20.07.2019 10:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist ok

    Lidel darf und kann sich das leisten