Altstetten ZH

26. März 2020 18:19; Akt: 26.03.2020 18:19 Print

Lieferdienste reagieren jetzt auf Risikogruppen

Risikopatienten werden beim Start-up Farmy, das Lebensmittel direkt ab Hof liefert, neuerdings bevorzugt. Coop und Migros lancieren jetzt ebenfalls spezielle Angebote.

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Als erster Lebensmittel-Lieferdienst bevorzugt Farmy nun Kunden, die zur Risikogruppe gehören. Das Start-up aus dem zürcherischen Altstetten liefert frische und regionale Produkte direkt vom Produzenten. «Die Kunden sehen, woher die Produkte kommen. Oft kennen sie den Bäcker oder Metzger bereits aus der Nachbarschaft», erklärt Roman Hartmann, Mitgründer von Farmy.ch.

Seit der Bund infolge der Corona-Pandemie die ausserordentliche Lage ausgerufen hat, sind bei Farmy die Bestellungen «durch die Decke gegangen», so Hartmann. Die Nachfrage nach frischen Produkten sei extrem hoch. Ähnlich wie bei den grossen Anbietern Le Shop von Migros und Coop@home gibt es zurzeit längere Wartezeiten. Bis in den April hinein ist das Start-up ausgebucht.

Hunderte Bestellungen am ersten Tag

Für Risikopatienten wurden jetzt aber Extrakapazitäten geschaffen. «Da es für Risikopatienten kein Einkaufsangebot gibt, bei dem sie nicht nach draussen müssen, können sie uns anschreiben und bekommen dann ihre Lieferungen als Erstes nach Hause geliefert», so Hartmann. Wir hinterlegen dann auf der Website und auf der App, dass diese Person bevorzugt wird. Die Personen müssen ihre Daten übermitteln, damit nachgewiesen werden kann, dass sie wirklich zu den Risikopatienten gehören.

Zu Risikopatienten gehören Personen, die in Quarantäne sitzen und das Haus nicht verlassen können. Bereits am ersten Tag sind Hunderte von neuen Bestellungen bei Farmy eingegangen. «Die Leute sind auf dieses Angebot angewiesen, das merkt man stark», so Hartmann.

Migros schickt die Amigos los

Auch die Grossen passen ihr Heimlieferangebot der Lage an. Die
Migros startete mit Pro Senectute eine neue Möglichkeit zur Nachbarschaftshilfe. Personen aus Risikogruppen und Menschen in Quarantäne oder Selbstisolation können sich dringend benötigte Lebensmittel und Waren des täglichen Bedarfs kostenlos nach Hause bringen lassen. Vorerst ist das Angebot nur in der Region der Genossenschaft Aare verfügbar, es soll aber auf die ganze Schweiz ausgedehnt werden.

Personen der Risikogruppen sowie Menschen in Quarantäne oder Selbstisolation können als Besteller online ihre Einkäufe tätigen. Freiwillige Bringer aus der Nicht-Risikogruppe erledigen die Einkäufe und bringen sie – ohne direkten Kontakt – kostenlos zu den Bestellern nach Hause. Organisiert wird der Dienst über die Amigos-Plattform der Migros. Das Unternehmen will auch Mitarbeitende einsetzen, die aufgrund der Ausnahmesituation keine fixe Arbeitszuteilung mehr haben.

Coop spannt mit dem Roten Kreuz zusammen

Und auch Coop hat mit einem Netz von Freiwilligen einen kostenlosen Hauslieferdienst für Kunden ab 65 Jahren aufgezogen. Vorerst kommen nur Personen in einem Umkreis von 15 Kilometern rund um Bern zum Zuge. Coop kündete auf Anfrage aber an: «Diese neue Dienstleistung wird in Zusammenarbeit mit unserem strategischen Partner, dem Schweizerischen Roten Kreuz, in der kommenden Woche laufend auf weitere Ballungszentren wie Lausanne, Zürich und Bern ausgeweitet.»

(jil)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Barbara am 26.03.2020 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Taxichauffeure einspannen

    Jetzt könnte man die Taxichauffeure einspannen, die ohnehin keine Arbeit haben und keinen Lohn.

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  • Flitzli am 26.03.2020 18:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Bei Leshop ist es unmöglich als Risikopatient zu bestellen... Nächstes Datum nach Ostern... Krass eo bleibt die Solidarität

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  • Anonym am 26.03.2020 18:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nöd so läss...

    Ausgebucht bis in den April...

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Die neusten Leser-Kommentare

  • urschweizer am 27.03.2020 20:06 Report Diesen Beitrag melden

    Genau darum ...

    Bei all diesen "umworbenen" Lieferdiensten ist es genau gleich. Lieferfristen - da verhungern die Leute bis die Ware eintrifft. Würden vorab mal nur die Risikogruppen beliefert, das wäre fair. Die anderen Leute dürfen ja noch nach draussen und arbeiten, also können sie auch im Laden einkaufen. Wir versuchten auf mind. 5 Lieferanten - mind. 3 Wochen "hungern" müssten wir. ALSO: Wir gehen mit über 70 Jahren und grauen Haaren IMMER NOCH in der Nachbarschaft im "Tante-Emma"-Volg einkaufen - Gründe siehe oben....

  • Peter am 27.03.2020 19:50 Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei von Coop und Migros

    Es ist traurig, dass Coop und Migros trotz Milliardenumsätzen sich auf die simple Lancierung von Apps für Freiwilligenhilfe beschränken und damit krass an der Hauptzielgruppe der Senioren ohne Internetzugang vorbei schiessen. Man würde erwarten, dass sie etwas mehr Aufwand betreiben würden und die Senioren bei der Abwicklung bevorzugen oder auch telefonischen Zugang zu den Lieferdiensten ermöglichen würden. Dass die Freiwilligen unentgeltlich das Gesundheitsrisiko und die Arbeit auf sich nehmen und die Grossverteiler sich dafür in den Medien sonnen wollen wirkt zynisch - Augenwischerei.

  • Bosco am 27.03.2020 17:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Coop ist enttäuschend

    Schon Tagen versuche ich bei Cooo@home einen Liefertermin zu erhalten aber nix Immer die Meldung dass man es später erneut versuchen soll. Auf eine Anfrage per Mail wurde auch seit Tagen nicht reagiert. Meine Familie bestellte seit Jahren dort und nun wo es drauf ankommt ist nix von Coop zu erhalten. Sehr enttäuschend.

    • Betrogener am 27.03.2020 20:15 Report Diesen Beitrag melden

      Nüt nöis

      Coop hat es seit Jahren nicht im Griff. Kassenzettel schon mal kontrolliert? Kontrollier die Preise und Aktionen mal.

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  • P.W. am 27.03.2020 16:22 Report Diesen Beitrag melden

    Widerliche Menschen

    Heute für eine Person die der Risikogruppe angehört auf Amigos bestellt. Mehrmals rausgefallen und dann kam die Meldung, dass eine Bestellung nicht möglich sei. Ich wette 1 Mio., dass viele egoistische Bast***de auch dort bestellen werden, obwohl sie jung und gesund sind. Schämt euch in Grund und Boden. Ich wünsche niemandem was Schlechtes, aber in solchen Fällen kann man wirklich nicht ruhig bleiben!!!

  • RROB am 27.03.2020 15:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Farmy.ch

    Farmy ist der beste Lieferdienst und hat das beste Gemüse, Früchte etc. Wir kaufen nur bei Farmy online ein.

    • urschweizer am 27.03.2020 20:03 Report Diesen Beitrag melden

      Bester .... ?

      Wie ist das jetzt mit dem nächstmöglichen Liefertermin? Frühestens nach Ostern. Bis da bin ich verhungert - auch wenn ich für 3 Tage Notvorrat habe.

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