Fall Madoff

24. November 2010 14:41; Akt: 24.11.2010 15:50 Print

Liquidator will zwei Milliarden von der UBS

Der Konkursverwalter im Fall Bernie Madoff verklagt die UBS: Weil sie Madoffs Betrugsmodell ermöglicht habe, soll die Schweizer Grossbank zwei Milliarden Dollar zahlen.

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Die Klage gegen die UBS wurde am United States Bankruptcy Court in Manhattan eingereicht. Die Schweizer Bank wird angeklagt, den Betrüger Bernie Madoff aktiv bei seinem Schneeballsystem unterstützt zu haben.

Der mit der Liquidation von Madoffs Investment Securities betraute Konkursverwalter Irving H. Picard sagte, er bezwecke mit der Klage von der UBS einen Resterlös plus Gebühren für den entstandenen Schaden rückerstattet zu erhalten.

UBS hat weggeschaut

Ein Berater des Liquidators sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg, dass Madoffs Lügengebilde ohne das Wegschauen und die Garantien der UBS nicht möglich gewesen wäre. Insgesamt besteht die Anklageschrift gegen die UBS aus 23 Punkten, in denen der Bank Betrug und Fehlverhalten vorgeworfen wird.

Die UBS fungierte als Depotbank für Luxalpha, Groupement Financier und andere Finanzgesellschaften, mit deren Kapital Bernie Madoff jonglierte. Kurz vor dem Zusammenbruch des Schneeballsystems zogen die Gesellschaften rund 800 Millionen Dollar ab, in den Jahren zuvor rund 1,2 Milliarden Dollar.

Von der UBS war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar. Madoff soll rund 4800 Kunden um Teile ihres Vermögens geprellt haben. Die Schadenssumme beläuft sich insgesamt auf rund 60 Mrd. Dollar. Es ist der wahrscheinlich grösste Betrugsfall in der Finanzgeschichte der USA. Im Juni 2009 war Madoff dafür zu 150 Jahren Haft verurteilt worden.

(mit Material der SDA)

(gmo)