Neues Modell

10. Oktober 2018 19:22; Akt: 10.10.2018 19:22 Print

Start-up lanciert das Auto-Abo zum Fixpreis

von Dominic Benz - Ein Schweizer Start-up bietet Autos für einen monatlichen Fix-Tarif. Nicht alle sind davon begeistert.

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Das Schweizer Start-up Upto bietet seit Ende September das Flatrate-Abo für Autos an. Wie schneidet das Abo im Vergleich zu anderen Auto-Angeboten preislich ab? Als Kleinwagen bekommt man etwa einen Peugeot 208 für 699 Franken pro Monat. Den Elektrowagen BMW i3 oder die Kombis Peugeot 308 SW und BMW 3er Touring gibt es für jeweils 799 Franken. Ein Jeep Compass oder Peugeot 3008 ist in der Kategorie SUV für 999 Franken erhältlich. Bei Hertz kann man mit dem Modell «Minilease Leisure» ein Auto leasen, etwa den BMW 3 Series, der mit dem Kombi von Upto vergleichbar ist. Bei Hertz kostet der Wagen 2245 Franken pro Monat. Im Angebot dabei sind 4000 Kilometer. Jeder weitere Kilometer kostet 50 Rappen. Im Abo-Preis enthalten sind Versicherung, Reparaturen oder Service. Der Wechsel zu einem anderen Auto ist nach 30 Tagen möglich. Einen ähnlichen Kombi mieten bei Europcar kostet für einen Monat rund 1730 Franken. Im Preis inklusive sind 100 Kilometer pro Tag sowie die Strassenverkehrsabgabe, die Winterausrüstung sowie ein Vollkasko- und Diebstahlschutz. Bei einem Schaden bleibt ein Selbstbehalt von 3000 Franken. Nicht im Preis enthalten sind zusätzliche Kilometer, Treibstoff und Zusatzversicherungen. Zudem muss man eine Kaution von über 300 Franken hinterlegen. Zum Vergleich: Im Schnitt zahlen Schweizer für ihr Auto 733 Franken pro Monat. Das zeigt eine aktuelle Erhebung des Fuhrparkmanagers LeasePlan. Teuer wird es, wenn man das Car-Sharing-Modell von Mobility nutzt. Ein Kombi kostet pro Stunde 3 Franken, der Kilometer 80 Rappen. Das Jahresabo bei Mobility kostet zudem 129 Franken. Tanken ist im Preis inbegriffen. Wer also an einem Tag in 6 Stunden 300 Kilometer fährt, bezahlt bereits 258 Franken. Auf 30 Tage gerechnet sind das rund 8000 Franken, inklusive Abo-Kosten. Für Ferdinand Dudenhöffer, Auto-Experte an der Universität Duisburg, sind Flatrate-Abos die Zukunft. «Das entspricht dem Bedürfnis der Kunden. Sie wollen nicht mehr nur einfach ein Auto besitzen», sagt er zu 20 Minuten. Vom Abo nicht begeistert ist der Verkehrsclub der Schweiz (VCS). «Das sorge für noch mehr Verkehr auf den Strassen», sagt Martin Enz von der VCS-Geschäftsleitung auf Anfrage.

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Beim Handy gibt es Flatrate-Abos schon lange. Nun sind solche Abos in der Schweiz auch für Autos erhältlich. Beim Start-up Upto, das zur AXA-Versicherung gehört, können Kunden für einen monatlichen Fixpreis ein Auto fahren. Hinzu kommen lediglich Park- und Tankkosten.

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Im Auto-Abo enthalten sind somit Versicherung, Zulassung mit Nummernschild, Autobahnvignette, Steuern und Gebühren, Service- und Reparaturkosten sowie Winter- und Sommerreifen mit Montage und Lagerung. «Es gibt weder eine Anzahlung wie beim Leasing, eine Kilometerbegrenzung noch andere versteckte Kosten», sagt Karsten Fuhrmann von Upto zu 20 Minuten. Die Abos seien vor allem für Autofahrer, die sich kein eigenes Auto kaufen wollten.

«Keine langfristige Verpflichtung»

Erhältlich sind diverse Autokategorien. Als Kleinwagen bekommt man etwa einen Peugeot 208 für 699 Franken pro Monat. Den Elektrowagen BMW i3 oder die Kombis Peugeot 308 SW und BMW 3er Touring gibt es für jeweils 799 Franken. Ein Jeep Compass oder ein Peugeot 3008 ist in der Kategorie SUV für 999 Franken erhältlich. Weitere Autos sollen hinzukommen.

Das Jungunternehmen will mit seinen Abos vor allem Flexibilität bieten. Denn nach einer Mindestlaufzeit von sechs Monaten lässt sich das Abo monatlich kündigen. Ebenso kann man in eine andere Autokategorie wechseln, wenn ein kleineres oder grösseres Fahrzeug benötigt wird. Im Gegensatz zum Leasing gehe man keine langfristige vertragliche Verpflichtung ein. «Es gibt kein Grund mehr, warum ich mich ewig für ein Auto verpflichten muss», so Fuhrmann.

«Noch kein etablierter Markt»

Im Ausland bieten Automarken wie Volvo oder Audi solche Auto-Abos schon länger an. In der Schweiz ist das Konzept neu. Fuhrmann sieht daher grosses Potenzial. «Hierzulande gibt es noch keinen etablierten Markt. Den versuchen wir aufzubauen.» Die ersten Abos seien verkauft. Wie viel es sind, sagt Fuhrmann nicht. Ende 2020 sollen aber 2000 abgesetzt sein, so das Ziel der Jungunternehmer.

Im Vergleich zu den durchschnittlichen Kosten, die die Schweizer für ihr eigenes Auto aufwerfen, liegen die Auto-Abos auf einem ähnlichen Niveau. Gemäss einer aktuellen Auswertung bezahlen die Schweizer im Schnitt 733 Franken monatlich. «In diesen Berechnungen fallen auch alte, bereits abbezahlte Autos», sagt Fuhrmann. Mit dem Abo könne man hingegen immer wieder einen Neuwagen fahren.

«Ökologisch nicht sinnvoll»

Für Ferdinand Dudenhöffer, Auto-Experte an der Universität Duisburg, sind solche Auto-Abos die Zukunft. Dennoch sollte man die Abos auch mit Preisen von anderen Angeboten vergleichen (siehe Box). Im Vergleich zum Leasing schneidet das Auto-Abo im Preis günstig aber ab. So kostet etwa beim Leasing-Modell «Minilease Leisure» von Hertz der Kombi BMW 3 Series 2245 Franken pro Monat. Im Angebot dabei sind 4000 Kilometer. Jeder weitere Kilometer kostet 50 Rappen. Im Abo-Preis enthalten sind Versicherung, Reparaturen oder Service. Der Wechsel zu einem anderen Auto ist nach 30 Tagen möglich.

Wie das Abo im Vergleich zu anderen Auto-Angeboten abschneidet, sehen Sie in der Bildstrecke oben.

Vom Abo nicht begeistert ist der Verkehrsclub der Schweiz (VCS). Es handle sich dabei um eine langfristige Automiete, sagt Martin Enz von der VCS-Geschäftsleitung. «Das sorgt für noch mehr Verkehr auf den Strassen.» Im Gegensatz zu Car-Sharing-Modellen oder zum ÖV sei das ökologisch nicht sinnvoll.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • kobold am 10.10.2018 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu teuer

    Na ja aber sicher nicht zu diesen Preisen

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  • Jasmin am 10.10.2018 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Minifahrerin

    Auf dem ersten Bild ist ein MINI zu sehen und kein Peugeot!

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  • sparfuchs am 10.10.2018 22:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    nicht wählerisch sein

    wer günstig Autofahren will kauft sich eins z.b. über Ricardo für ca 2000 CHF was 1-2 Jahre hält inkl. MFK. Haftpflicht drauf, beim Denner 5 Kisten Bier damit die Vignette günstig wird :-) und nach 2 Jahren vom Balkanmensch für den Weiterverkauf 300 CHF noch bekommen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • P. Pereu am 11.10.2018 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Neuer Name für Altes

    So etwas gibt es schon lange. Es nennt sich - je nach Blickwinkel - Leasing oder Mietwagen. Gähn! Wie beim CarSharing eigentlich auch.

  • Sven am 11.10.2018 16:18 Report Diesen Beitrag melden

    Genial

    das muss ich haben

  • Ephraim Lercher am 11.10.2018 14:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tcs

    Auf der TCS Website kann man die Kosten für sein Auto einfach berechnen lassen. Dann müssen hier nicht alle fachsimpeln, wie man richtig rechnet...

  • Mister X am 11.10.2018 13:57 Report Diesen Beitrag melden

    Startup: Miete Dein Auto bei uns

    Hey so toll. Bisher konnte man das nur bei Herz usw. und sogar auf Tagesbasis oder bei Mobility auf Stundenbasis. Aber Hauptsache Startup.

  • DöffVahrer am 11.10.2018 12:56 Report Diesen Beitrag melden

    Mietautos? nichts neues.

    Gibt es nicht schon so etwas ähnliches bei Mobility? Ich meine dort mietet man Ebenfalls Autos per Abo.

    • Fred am 11.10.2018 14:46 Report Diesen Beitrag melden

      @DöffVahrer

      Nein, bei Mobility mietet man nur, wenn man eines gerade braucht und sofern dieses frei ist und bezahlt dann pro Stunde und km. Hier steht das gemietete Auto dauerhaft vor deiner Tür. Dafür bezahlst du eine fixe Monatsmiete, egal ob du damit fährst oder nicht

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