Bilanz

28. Juli 2011 12:58; Akt: 28.07.2011 13:59 Print

Lufthansa fliegt knapp in die Gewinnzone

Nach einem Verlust von 171 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2010 schaffte es die deutsche Lufthansa im ersten Halbjahr 2011 wieder knapp in die Gewinnzone. Gewinnbringer dabei war die Swiss.

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Die Lufthansa hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres beim operativen Ergebnis die Gewinnzone knapp erreicht. Nach einem Verlust von 171 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum erwirtschaftete die grösste deutsche Fluggesellschaft von Januar bis Juni ein Plus von drei Millionen Euro, wie aus dem am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbericht hervorgeht.

Die Geschäftsentwicklung in den ersten sechs Monaten sei von den Katastrophen in Japan, den politischen Unruhen in Nordafrika, hohen Treibstoffkosten und dem Konkurrenzdruck in Europa belastet worden, erklärte der DAX-Konzern. Unter dem Strich, also nach Steuern, steht den Angaben zufolge ein Verlust von 206 Millionen Euro.

Bewertungseffekte vermiesen Konzernergebnis

Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hat sich das Minus damit fast verdoppelt. Das Konzernergebnis enthalte einen negativen Bewertungseffekt, der sich aus geänderten Zeitwerten von Treibstoff-Sicherungsgeschäften ergebe, erklärte die Lufthansa dazu.

«Lufthansa ist auch nach sechs Monaten mit heftigem Gegenwind eine der profitablen Fluggesellschaften der Welt. Wir arbeiten in allen Geschäftsfeldern daran, den Abstand zu unseren Wettbewerbern weiter zu vergrössern», sagte Finanzvorstand Stephan Gemkow.

Ausblick bekräftigt

Den Ausblick für das Gesamtjahr bekräftigte der Konzern. Gerechnet werde weiter mit einem Anstieg von Umsatz und operativem Ergebnis. Gleichzeitig senkte die Lufthansa ihre Prognose für die Treibstoffkosten im laufenden Jahr leicht auf 6,4 Milliarden Euro. Allerdings würden sich die politischen Unruhen in Nordafrika und im Nahen Osten und die Folgen der Atomkatastrophe in Japan auch im zweiten Halbjahr negativ auf das Geschäft auswirken, sagte Gemkow.

Die Lufthansa-Aktie gab gut drei Prozent nach. Analysten sagten, die Zahlen seien schlechter ausgefallen als erwartet. Allerdings habe sich der Konzern besser geschlagen als Wettbewerber Air-France-KLM.

Gewinnbringer Swiss und Lufthansa Cargo

Wie aus dem Zwischenbericht weiter hervorgeht, senkte das umsatzstärkste Geschäftsfeld des Konzerns, die Passage Airline Gruppe, den operativen Verlust um 103 Millionen auf 239 Millionen Euro. Davon entfielen auf Lufthansa Passage 100 Millionen, auf Austrian Airlines 64 Millionen, auf BMI 120 Millionen und auf Germanwings 46 Millionen. Dagegen habe Swiss ein gutes erstes Halbjahr verbucht und mit einem operativen Gewinn von 104 Millionen Euro fast den Wert des Vorjahres verdoppelt. Im Geschäftsfeld Logistik erwirtschaftete die Frachttochter Lufthansa Cargo einen operativen Gewinn von 133 Millionen Euro.

(ap)