Luftverkehr

22. Dezember 2011 10:02; Akt: 22.12.2011 10:43 Print

Lufthansa stösst British Midland ab

Die deutsche Lufthansa hat ihre defizitäre Tochter British Midland verkauft. Die Konzernmutter von British Airways und Iberia bezahlt 250 Mio. Franken für die Fluglinie.

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Die Lufthansa hat für die BMI einen Käufer gefunden. (Bild: Keystone)

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Die Lufthansa stösst ihre unrentable englische Tochter British Midland (bmi) an die Konzernmutter der Konkurrenten British Airways und Iberia, die International Airlines Group (IAG), ab. Die beiden Konzerne haben am Donnerstag einen entsprechenden Kaufvertrag unterzeichnet.

Der vereinbarte Preis liege bei 172,5 Millionen Pfund (rund 250 Mio. Franken) in bar, teilte die Lufthansa mit. Da der Lufthansa- Konzern, zu dem auch die Fluggesellschaft Swiss gehört, aber beispielsweise Pensionsverpflichtungen der bmi behalte, rechnet der Konzern unter dem Strich mit einem Verlust aus dem Verkauf.

Mit dem Verkauf hat die Fluggesellschaft Virgin Atlantic im Kampf um bmi das Nachsehen. Die Lufthansa hatte bis zuletzt auch mit der Airline des britischen Unternehmers und Abenteurers Richard Branson verhandelt. Die Freigabe des Verkaufs durch die Kartellbehörden steht noch aus.

Börse reagiert positiv auf Verkauf

Direkt nach dem Verkauf ist der Aktienkurs der Lufthansa gestiegen. In den ersten Handelsminuten an der Franfurter Börse gewannen Lufthansa-Aktien 1,4 Prozent an Wert.

Lufthansa-Chef Christoph Franz, der einst die Fluggesellschaft Swiss führte, zeigt sich zufrieden mit der Einigung über den Verkauf. «Für Lufthansa bedeutet der Verkauf, dass Kunden, Aktionäre und Mitarbeiter künftig von einem geschärften Unternehmensprofil und einer stärkeren finanziellen Aufstellung des Konzerns profitieren werden», sagte er.

Lufthansa hatte bmi 2009 aufgrund einer alten Vereinbarung vollständig übernommen. Seitdem war es dem deutschen Konzern nicht gelungen, seine britische Tochter profitabel zu machen. Zuletzt hat bmi stark unter den Unruhen im Mittleren Osten und in Nordafrika sowie unter der schlechten Wirtschaftslage im britischen Heimatmarkt gelitten. Das Resultat war ein operativer Verlust von 154 Mio. Euro in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres.

Für IAG ist die Lufthansa-Tochter dennoch interessant, weil bmi am Londoner Grossflughafen Heathrow über begehrte Start- und Landerechte, so genannte Slots, verfügt.

(sda)

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