180'000 betroffene Passagiere

07. November 2019 09:37; Akt: 07.11.2019 16:11 Print

Wegen Streik fallen in Zürich 12 Flüge aus

Die Flugbegleiter der Lufthansa sind in einen 48-stündigen Streik getreten. Konzerntochter Swiss reagiert.

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Bei der deutschen Lufthansa hat um Mitternacht ein 48-Stunden-Streik der Flugbegleiter begonnen. Der Konzern strich für den heutigen Donnerstag bei seiner Hauptmarke Lufthansa rund 700 der weltweit 1100 geplanten Flüge.

Damit bleiben viele Maschinen an den Drehkreuzen München und Frankfurt am Boden und auch ein Grossteil der lukrativen Überseeflüge fallen aus.

Zusammen mit 600 geplanten Stornierungen am Freitag sind der Airline zufolge rund 180'000 Passagiere betroffen. Auch Zubringerflüge von den kleineren deutschen Flughäfen fallen aus. Den Kunden wurden Umbuchungen auf andere Gesellschaften und andere Tage sowie im innerdeutschen Verkehr auf die Bahn angeboten.

Die Gewerkschaft Ufo fordert für die rund 21'000 Lufthansa-Flugbegleiter höhere Spesen und Zulagen sowie den besseren Zugang für Saisonkräfte in reguläre Anstellungsverhältnisse. Ufo kündigte eine Ausweitung des Arbeitskampfes auf bis zu vier weitere Flugbetriebe mit deutschem Tarifrecht an. Davon könnten vor allem Eurowings-Flüge betroffen sein. Einzelheiten will Ufo an diesem Donnerstag nennen.

Swiss erhöht Kapazität nach Deutschland

Wie eine Sprecherin des Flughafens Zürich auf Anfrage von 20 Minuten mitteilt, fallen in Zürich wegen des Lufthansa-Streiks sechs Rotationen beziehungsweise 12 Flüge aus. Betroffen ist die Strecke Zürich – Frankfurt. Nicht tangiert ist die Lufthansa-Verbindung Zürich – München, die ein Drittanbieter im Auftrag von Lufthansa fliegt.

Die Lufthansa-Konzerntochter Swiss wird am heutigen Donnerstag punktuell mit grösseren Flugzeugen zwischen der Schweiz und den deutschen Drehkreuzen fliegen, wie ein Sprecher auf Anfrage sagte. «Ansonsten sind wir von den Streiks nicht betroffen», hiess es weiter.

Lufthansa wollte Streik verbieten

Die Lufthansa war mit dem Versuch vor dem Arbeitsgericht gescheitert, den Streik untersagen zu lassen. Dieser sei rechtmässig, befanden das Arbeitsgericht Frankfurt und das Landesarbeitsgericht Hessen. Die Forderung nach einer Gehaltserhöhung um 1,8 Prozent hatte Lufthansa mit einer freiwilligen Erhöhung um zwei Prozent bereits erfüllt.

Lufthansa-Chef für Schlichtung im Streit

Die Lufthansa ist nach den Worten von Vorstandschef Carsten Spohr zu einer Schlichtung bereit. Das Unternehmen wolle mit allen drei Gewerkschaften der Kabine Gespräche aufnehmen, erklärte Spohr am Donnerstag. «Dieses schliesst ausdrücklich auch wieder Gespräche mit der Ufo ein – mit dem Ziel, im Interesse unserer Kunden und Mitarbeiter die gestern von der Ufo angebotene Schlichtung zu vereinbaren.» Spohr hatte die Gewerkschaften wegen des von Ufo geplanten Streiks am Donnerstag und Freitag kurzfristig zu einem Gespräch am Mittwochabend eingeladen.

Die UFO-Vertreter nahmen nicht teil, weil sie vor dem Arbeitsgericht Versuche des Unternehmens abwehren mussten, den Streik zu untersagen. Die Lufthansa scheiterte damit in beiden Instanzen.

(chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Alberto Ramirez am 07.11.2019 04:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nie Lufthansa

    Der Hauptgrund, dass ich NIE mit Lufthansa fliege! Das Risiko eines Streiks ist mir einfach zu gross. Die Streikenden sägen so an ihrem eigenen Ast.

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  • Chillipepper am 07.11.2019 04:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werde selbstständig

    Liebe SWISS, zeig, dass Verlass auf dich ist und verlass endlich deine Mutter, die tut dir nicht gut. Werde selbstständig dann wirst du wieder besser.

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  • Clausilein am 07.11.2019 04:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Streikhansa

    Hoffentlich macht Swiss vorwärts mit der Premium-Eco-Bestuhlung. Dann gibt es endlich keinen Grund mehr mit Streikhansa zu fliegen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • srf1 am 10.11.2019 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    TV Dokumentation

    Am kommenden Donnerstag erscheint eine Dokumentation im Fernseher. Ist die Erde wirklich nur noch zwei Grad von einer Klimakatastrophe entfernt? Was: Dok - Der Klimawandel Wo: SRF 1 Wann: 14. November um 20:05 Uhr -;

  • Marianne am 08.11.2019 13:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wau - Was für grosse Flugzeuge

    180'000 Passagiere betroffen mit 12 ausgefallenen Flügen - ergibt nach Adam Riese 12'000 Passagiere pro Flugzeug.

    • Heinz Maier am 09.11.2019 18:33 Report Diesen Beitrag melden

      @Marianne

      man kann dies nicht nach mathematischen formeln beantworten...

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  • Ganjaflash am 08.11.2019 00:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden
    Giphy Giphy
    • srf1 am 10.11.2019 09:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Ganjaflash

      Am kommenden Donnerstag erscheint eine Dokumentation im Fernseher. Ist die Erde wirklich nur noch zwei Grad von einer Klimakatastrophe entfernt? Was: Dok - Der Klimawandel Wo: SRF 1 Wann: 14. November um 20:05 Uhr ========_==============

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  • Plankton am 07.11.2019 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Streiken

    Und schlimm noch, dass man damit weiter kommt. Alle entlassen, gibt genug arbeitssuchende

    • Samson am 07.11.2019 23:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Plankton

      Die Schweiz ist aus Streiks gegen die damalige Obrigkeit entstanden. Heute gibt es anscheinend in unserem Land nur noch Waschlappen die sich alles gefallen lassen und darauf auch noch stolz sind.

    • Mikey am 08.11.2019 00:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Samson

      Viele Schweizer betteln heute geradezu um eine Obrigkeit, die sie führt und lenkt und ihnen Entscheidungen abnimmt. Die Volksschulen haben in 30 Jahren ganze Arbeit geleistet.

    • Jugni Van Kaaren am 08.11.2019 03:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Plankton

      Es hat immer einen Grund warum diese Menschen streiken. Zb wegen den zu tiefen Lohn.

    • Jugni Van Kaaren am 08.11.2019 03:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Samson

      Sehr gut gesagt danke es ist leider so hier in der Schweiz.

    • Heinz Maier am 09.11.2019 18:34 Report Diesen Beitrag melden

      @Jugni Van Kaaren

      da ist die frage wer definiert denn, dass der lohn zu tief ist? die streikenden? wohl kaum.... der markt definiert die lohnhöhe

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  • Antimensch am 07.11.2019 20:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Darum

    Darum buche ich wenn immer möglich NIEMALS europäische Fluggesellschaften. Richtung Asien/Ozeanien kam ich bislang höchst zufrieden mit Singapore Airlines oder Emirates. Richtung Süden, eben schon erwähnt, Emirates. Richtung USA gibt es zum Glück auch viel Auswahl, wobei ich seit 20 Jahren nicht mehr in die Richtung reiste.

    • Jugni Van Kaaren am 08.11.2019 03:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Antimensch

      Zb die Emirates oder Singapur airlines.

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