Firmengründung

03. Januar 2014 22:39; Akt: 04.01.2014 09:53 Print

Männer scheitern öfter als Frauen

Erstmals wurden im vergangenen Jahr über 40'000 neue Firmen gegründet. Dabei zeigt sich: Frauen haben ein besseres Händchen. Das grösste Plus an Neugründungen gab es im Tessin.

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Top 5: Dar Kanton Zürich macht seinem Ruf als Wirtschaftsstandort wieder alle Ehre (7119 neue Firmen wurden 2013 hier gegründet, das ist ein Plus von 6,7 Prozent). Top 4: Bekannt als Mostindien: Der Kanton Thurgau ist aber auch bei Start-ups sehr beliebt (1124 neue Firmen, plus 9,0 Prozent). Top 3: Im Kanton Schafhausen fliesst nicht nur viel Wasser den Rhein hinunter, auch immer Firmen siedeln sich im nördlichsten Kanton der Schweiz an (370 neue Firmen, plus 9,5 Prozent). Top 2: Der Kanton Solothurn, hier die Stadt Olten, ist ein gefragter Standort für Firmengründer (901 neue Firmen, plus 9,7 Prozent). Top 1: Den mit Abstand grössten Zuwachs an Firmengründungen verzeichnet der Kanton Tessin, hier die Stadt Lugano. Die Randregion ist vor allem auch für ausländische Firmengründer interessant (3207 neue Firmen, plus 14,7 Prozent). Flop 5: Als Steuerparadies bei Reichen weiterhin beliebt, bei Firmengründern weniger: der Kanton Zug (2045 neue Firmen, minus 3,2 Prozent). Flop 4: Der Kanton Schwyz, hier Wollerau über dem Zürichsee, punktet nicht mehr so stark als Steuerparadies (1232 neue Firmen, minus 4,3 Prozent). Flop 3: Der Kanton Obwalden, hier ein Blick auf den Lungernsee hat an Beliebtheit bei den Firmengründern verloren (260 neue Firmen, minus 4,8 Prozent). Flop 2: Die Idylle trügt: Der Kanton Nidwalden gehört zu den grössten Verlierern (280 neue Firmen, minus 9,7 Prozent). Flop 1: Der Kanton Appenzell Innerrhoden, hier die Stadt Appenzell, kann bei den Firmengründern nicht mehr punkten (111 neue Firmen, minus 9,8 Prozent).

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2013 war ein Jahr der Start-ups: Mit 40'829 neu in das Schweizer Handelsregister eingetragenen Unternehmen wurde 2013 ein neuer Rekordwert erreicht. Dies entspricht einer deutlichen Zunahme von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem ab der zweiten Jahreshälfte ergriffen zunehmend mehr Jungunternehmer die Chance und gründeten ihre eigene Firma, wie die Gründerplattform startups.ch in einer Mitteilung vermeldet.

Zu den beliebtesten Orten zählt der Kanton Zürich mit einem Plus von 6,7 Prozent. Fast jedes sechste neue Unternehmen wird mittlerweile dort gegründet. Noch vor Jahresfrist verzeichnete der Kanton Zürich ein Minus von 4,7 Prozent. Am meisten zugelegt hat jedoch der Kanton Tessin mit einem Plus von 14,7 Prozent. Deutlich an Boden verloren hingegen jene Kantone, die bislang als Steuerparadiese punkten konnten. Am stärksten traf es Appenzell Innerrhoden (minus 9,8 Prozent), aber auch Zug (minus 3,2 Prozent) und Schwyz (minus 4,3 Prozent) mussten Federn lassen. Insgesamt wurden zwei Drittel der Firmen von Schweizern gegründet, unter den ausländischen Neugründern sind die Deutschen am stärksten vertreten.

Frauen sind besser vorbereitet

Auffallend ist, dass immer mehr Frauen den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Jede vierte Firma wird inzwischen von einer Frau gegründet. Noch vor 20 Jahren gingen gerade einmal fünf Prozent der Firmengründungen auf das weibliche Geschlecht zurück. Dabei brauchen sich die Frauen überhaupt nicht zu verstecken, sie beweisen oft das bessere Händchen, wenn es darum geht, eine Firmenidee erfolgreich umzusetzen. startups.ch-CEO Michele Blasucci unterstützt Jungunternehmen in ihren Unterfangen und er kann sich nicht erinnern, wann das letzte Mal eine Mandantin von ihm Konkurs ging. Ganz im Gegensatz zu den männlichen Neugründern: «Diese fallen oftmals mit der Tür ins Haus und merken erst im Nachhinein, dass es so nicht geht», sagt Blasucci. Frauen hingegen würden jeden Schritt akribisch vorbereiten und wüssten so ganz genau, auf welches Risiko sie sich einlassen.

Frauen sind bei der Firmengründung im Schnitt auch zwei Jahre älter als ihre männlichen Kollegen. Dies, weil sie zuvor meist noch mit der Kindererziehung beschäftigt sind. Frauen stossen deshalb auch grösstenteils in die Bereiche vor, wo sich Familie und Beruf vereinbaren lassen. So drehen sich die Firmenideen von Frauen meist um Beauty, Wellness sowie Kommunikation und Marketing. Die Gründung von Hightech-Unternehmen ist jedoch weiterhin eine Männerdomäne. Der Grund dafür ist laut Blasucci simpel: «Trotz allem ist in unserem kulturellen Kontext das Bild von der Frau als Kindererzieherin und dem Mann als Ernährer noch stark verankert.»

(hoy)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Stefan Hornig am 03.01.2014 23:15 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unternehmerlohn

    Da Frauen zu Hause üblicherweise einen Ernährer haben welcher sie unterstützt können sie den Startup mit null Unternehmerlohn betreiben. Als Mann geht das leider nicht.

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  • Fritz Müller am 04.01.2014 10:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geht ja nur darum

    Die Kommentare anzuheizen. Die meissten hier kennen ja den Ablauf. Kinder werden Selbstständig. Frau braucht Beschäftigung. Gründet Geschäft Rheiki, Töpfergeschichten usw. dass gerade selbsttragend ist. Lasst Ihnen doch die Freude.

  • Schelleursli am 04.01.2014 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haha

    Und wieviele Frauen davon haben ein unrentables Geschäft, welches eigentlich nur ein Hobby ist und der Mann bringt das nötige Geld zum leben nach hause? Sorry aber so ist das nunmal.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martin Specker am 05.01.2014 08:21 Report Diesen Beitrag melden

    Hauptsache Mann/Frau versuchts!

    Das kann ich gut nachvollziehen. Meine Frau würde sich auch ganz genau informieren und alles wissen wollen; klar, dass die Erfolgschancen dann höher sind! Jedenfalls gratuliere ich jedem, der den Schritt in die Selbständigkeit wagt und Arbeitsplätze schafft! Egal ob Mann oder Frau!

  • sessilia r. am 05.01.2014 00:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    arbeitslose

    wenn in einem jahr 40000 neue firmen gegründet wurden, wieso gibt es dann immer noch soviele arbeitslose?

  • A. Huber am 04.01.2014 23:21 Report Diesen Beitrag melden

    Männer scheitern öfters?

    Das kann man so nicht bejahen! Ich sehe viele (verheiratete) Frauen, die sich als "Hobby und Freizeitbeschäftigung" einen kleinen Laden öffnen, davon aber nicht leben müssen, sondern zufrieden sind, wenn ihre Unkosten einigermassen gedeckt sind. Bei Männern ist es anders, denn sie müssen oft eine Familie damit ernähren, und das ist anspruchsvoller, denn da muss das Geschäft auch richtig Gewinn generieren ... und wenn es das nicht tut, dann wird es als gescheitert betrachtet. Also, nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

  • Skeptiker am 04.01.2014 22:44 Report Diesen Beitrag melden

    40'000 in einem Jahr

    Über 40'000 Firmen in einem Jahr gegründet! Wow. Und wie viele davon existieren in einem Jahr noch? Name mich wunder.

  • Mann am 04.01.2014 19:54 Report Diesen Beitrag melden

    Der Mann gibt Sicherheit!

    Logisch scheitern Frauen seltener und haben mehr Zeit zu planen, wenn der Mann die Sicherheit gibt, sprich auch während der Planungsphase (in welcher Frauen ja häufig kein Geld verdienen müssen und Zeit haben) ihr Einkommen sichert! So können sie etwas riskieren und wenn es nicht klappt, auch egal, denn da ist immer noch der Mann, der Geld generiert und ihnen aushilft. So ist es natürlich einfach, eine Firma zu gründen...