Nebenwirkungen

09. Oktober 2019 09:38; Akt: 09.10.2019 10:00 Print

8 Milliarden für Mann, weil ihm Brüste wuchsen

Ein Mann erlitt nach Einnahme von Antidepressiva Nebenwirkungen. Eine Geschworenenjury sprach ihm hohen Schadensersatz zu.

Weil eines seiner Medikamente Männern angeblich Brüste wachsen lässt, wurde der Pharmakonzern Johnson & Johnson zu einer Zahlung von 8 Milliarden Dollar verurteilt. (Video: Glomex)

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Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson ist wegen eines Medikaments, das Männern die Brüste wachsen lässt, zu Milliarden-Strafzahlungen verurteilt worden. Eine Geschworenenjury sprach einem Kläger am Dienstag in Philadelphia Schadenersatz von acht Milliarden Dollar zu.

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Dies berichteten zahlreiche US-Medien übereinstimmend. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, Nebenwirkungen des Antidepressiva Risperdal verschwiegen zu haben, die angeblich zu unerwünschten Brustvergrösserungen bei männlichen Patienten führen.

Bis Geld fliesst, vergehen Jahre

Johnson & Johnson bezeichnete das Urteil in Philadelphia als «in grober Weise unangemessen» und kündigte umgehend an, es anzufechten. Das Unternehmen zeigte sich zuversichtlich, dass der Entscheid der Jury letztlich keinen Bestand haben werde.

Tatsächlich ist es in den USA durchaus üblich, dass solch hohe Schadenersatzurteile in höheren Instanzen revidiert oder stark reduziert werden. Wenn es zu rechtswirksamen Entscheidungen kommt, bei denen Unternehmen den Klägern wirklich Geld zahlen müssen, vergehen oftmals Jahre.

Verringerung des Strafmasses

Im aktuellen Fall hatte eine Jury dem Kläger bereits 2015 eine Entschädigung von 1,75 Milliarden Dollar zugesprochen, die später auf 680'000 Dollar gesenkt wurde. Dabei ging es zunächst aber nur um den regulären Schadenersatz. Nun hatten die Geschworenen über den sogenannten Strafschadenersatz zu befinden, der im US-Recht als Zusatzsanktion in besonders schweren Fällen verhängt werden kann. Hier kommt es immer wieder vor, dass hohe Strafen hinterher von Richtern als unverhältnismässig betrachtet und verringert werden.

So oder so ist der Fall für Johnson & Johnson aber brisant, da der Konzern mit mehr als Zehntausend ähnlichen Klagen konfrontiert ist. Der Pharmariese ist rechtlichen Ärger ohnehin gewohnt. Auch bei der Klagewelle gegen Firmen, die mit süchtig machenden Schmerzmitteln zur Opioid-Krise und Drogen-Epidemie in den USA beigetragen haben sollen, ist das Unternehmen aus New Brunswick im Bundesstaat New Jersey unter den Beschuldigten. Zudem muss es sich zahlreichen Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken des Pflegemittels «Baby Powder» stellen.

8 Milliarden für Mann, weil ihm Brüste wuchsen

(kat/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Flachi am 09.10.2019 09:56 Report Diesen Beitrag melden

    WHAT?!

    Für 8 Milliarden lass ich mir auch gerne Brüste wachsen. Wo krieg ich das Medi?

  • TELL am 09.10.2019 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    RECHTSTAAT?

    Dieses Urteil beweist einmal mehr, dass die USA kein Rechtsstaat mehr sind!

  • Apokalypt am 09.10.2019 10:39 Report Diesen Beitrag melden

    Ich zieh in die USA

    Warum passiert mir nie sowas? Brüste (die man wegoperieren kann) für 8 Milliarden...

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Alx am 10.10.2019 19:02 Report Diesen Beitrag melden

    illusion

    Man denk mit 8Mrd. hat man keine Probleme mehr.... Ich glaube aber dass in den allermeisten fällen 8Mrd. unglücklich machen.. Mit diesem Geld hast du auf einen Schlag enorme Verantwortung gegenüber andern Erdbewohnern und dazu noch viele unechte Freunde und viele Neider... Wenn die Leute im Glauben bleiben dass Geld glücklich macht, dann haben sie wenigstens ein Ziel dass sie verfolgen... Reich und glücklich werden... Was wenn du nun alles hast und trotzdem nicht glücklich bist? Was verfolgst du dann, um es zu werden?

  • Leser am 10.10.2019 15:26 Report Diesen Beitrag melden

    Hätte auf gratis BH s Klagen können.

    Und bie Welt hätten einen neuen Absatzmarkt.

  • Nena am 10.10.2019 14:38 Report Diesen Beitrag melden

    Mrs

    Risperdal ist kein Antidepressivum, sondern ein Neuroleptikum. Wenn die Aussagen immer wieder Fehler enthalten, lässt das an der Glaubwürdigkeit der Artikel zweifeln. Bessere Recherche wäre hilfreich.

  • Mann am 10.10.2019 13:09 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht auszudenken.

    In einer solchen Welt möchte ich nicht leben.

  • René S. am 10.10.2019 12:22 Report Diesen Beitrag melden

    Unglaublich

    Eigentlich richtig so, Unternehmen die Milliarden Gewinn machen erlauben sich alles zu dürfen, selbst wenn ihr Produkt Menschen Krank macht oder schlimmeres wird es dennoch verkauft. Das Sie dann selbst das Argument bringen das dies Unverhältnismässig sei zeigt doch wie Verdorben die Führung in solch unternehmen ist, Null Einsicht, keine Reue nichtmal Verständnis für die Opfer, nur Profitgier und sogar sh beschweren und Jammern wenn man erwischt worden ist, obwohl es mit Absicht&Gewusst wurde.