Erfreuliche Zahlen

08. März 2011 07:48; Akt: 08.03.2011 11:20 Print

Markant weniger arbeitslose Jugendliche

Unterstützt vom milden Wetter hat sich der Aufschwung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt im Februar verstärkt. Besonders profitiert haben die Jugendlichen.

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5459 Menschen weniger waren im Februar arbeitslos als noch im Monat zuvor. (Bild: Keystone)

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Ende Februar waren bei den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren (RAV) noch 143 325 Menschen als Arbeitslose registriert, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) mitteilte. Das waren 5459 Arbeitslose weniger als im Januar und entspricht dem höchsten Februar-Rückgang seit 1999. Die Arbeitslosenquote verringerte sich von 3,8 auf 3,6 Prozent.

Etwa zur Hälfte war der Rückgang auf saisonale Faktoren zurückzuführen. Das milde Wetter im Februar dürfte die Entwicklung auf dem Baugewerbe und bei den Temporärfirmen begünstigt haben, sagte Serge Gaillard, Leiter der SECO-Direktion Arbeit, im Gespräch mit 20 Minuten Online. Im Baugewerbe sanken die Arbeitslosenzahlen innert Monatsfrist um elf Prozent. Besonders stark haben die stark von der Bauwirtschaft abhängigen Kantone Wallis und Graubünden profitiert. Im Wallis ging die Arbeitslosenquote von 5,3 auf 4,6 Prozent zurück, im Bündnerland von 1,9 auf 1,7 Prozent.

Jugendliche profitieren

Als besonders erfreulich wertete Gaillard die Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit. Bei den 15- bis 24-Jährigen sank die Quote von 4,1 auf 3,8 Prozent. Ende Februar waren noch 21 280 junge Menschen im Alter von 15 bis 24 Jahren ohne Job. Innert Jahresfrist sank die Zahl um 26,3 Prozent.

Der starke Franken hat auch im Februar keine sichtbaren Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen. Im Einklang mit dem saisonalen Muster gingen die Arbeitslosenzahlen auch im Gastgewerbe zurück. Die saisonbereinigten Zahlen sanken zum zwölften Mal in Folge.

Noch rund 30 000 Industriejobs weniger als vor der Krise

Was die Entwicklung der Beschäftigung betrifft, hinkt die Industrie nach den Worten von Gaillard hinter der Entwicklung in anderen Bereichen her. „Die Zahl der Stellen in der Industrie liegt um etwa 30 000 unter dem Niveau vor der Krise“, sagte der SECO-Spezialist.

Die robuste Verfassung des Arbeitsmarkts kommt auch bei der Zahl der offenen Stellen und der Entwicklung der Kurzarbeit zum Ausdruck. Ende Monat waren bei den RAV 20 964 offene Stellen gemeldet – 3043 mehr als einen Monat zuvor. Zur Kurzarbeit liegen erst Zahlen vom vergangenen Dezember vor. Sie zeigen einen Rückgang der ausgefallenen Arbeitsstunden um gut 13 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Im Vorjahresvergleich sank die Kurzarbeit sogar um mehr als vier Fünftel.

Das SECO ging bisher davon aus, dass der Rückgang der Arbeitslosigkeit im Laufe dieses Jahres zum Stillstand kommen wird. Und zwar wegen der Konjunkturabkühlung als Folge der Frankenstärke. Für dieses und nächstes Jahr wurden mittlere Arbeitslosenquoten von 3,4 Prozent vorausgesagt. Eine neue Prognose wird das SECO am 17. März veröffentlichen.

Einschnitt im April wegen Leistungskürzungen

Ein Einschnitt steht zudem im April bevor, wenn die Leistungskürzungen der Arbeitslosenversicherung in Kraft treten. 14 000 bis 16 000 Arbeitslose werden nach Schätzung des SECO den Anspruch auf Taggelder verlieren. «Wir hoffen, dass möglichst viele von ihnen bis dann eine neue Stelle finden», sagte Gaillard. In der Statistik wird sich die Gesetzesänderung in einem Rückgang der Arbeitslosen um mehrere tausend und in einem sprunghaften Anstieg der Ausgesteuerten niederschlagen. Ein Teil der Betroffenen wird künftig Sozialhilfe beanspruchen.

(bb)