Engpass

27. Juli 2016 10:06; Akt: 27.07.2016 10:24 Print

McDonald’s geht das Schweizer Rindfleisch aus

von S. Spaeth - Der Schweiz fehlen die Schlachtkühe: Der hiesige Ableger des Burger-Braters McDonald’s muss sein Rindfleisch darum in Österreich beziehen. Werden die Burger bald teurer?

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die Fastfoodkette McDonald’s gibt sich in der Schweiz gerne schweizerisch. So kreiert der Schweizer Starkoch René Schudel regelmässig Burger oder die Kette betont, ein bedeutender Partner der hiesigen Klein- und Mittelbetriebe der Schweizer Landwirtschaft zu sein. Laut eigenen Angaben stammen 80 Prozent der von McDonald’s verwendeten Zutaten aus der Schweiz.

Umfrage
Stört es Sie, dass McDonalds Rindfleisch aus Österreich importiert?
42 %
53 %
5 %
Insgesamt 5497 Teilnehmer

Diese Zahl sinkt nun aber etwas. McDonald’s Schweiz muss nämlich ab August einen Teil seines Rindfleisches aus Österreich importieren. «Mit Besorgnis verfolgen wir seit mehreren Jahren, dass es schwierig ist, genügend Schweizer Kuhfleisch zu einem konkurrenzfähigen Preis einzukaufen», sagt Rainer Rufer, Head of Department Supply Chain von McDonald’s. Darum kauft der Burgerbrater ab August für rund zwei Monate einen Fünftel seines Rindfleisches in Österreich ein. Letztmals hatte Mc Donald’s Schweiz 2008 Rindfleisch aus Österreich bezogen.

Kühe bleiben länger auf der Alp

Einen Strich durch die Rechnung macht McDonald’s, dass die Schweizer Bauern aufgrund des tiefen Milchpreises immer weniger Milchkühe halten. Das zeigen auch die Zahlen aus der sogenannten Tierverkehrsdatenbank. So sind bei den Rassen Brauvieh und Swiss Fleckvieh die Geburten im vergangenen Jahr um rund 5 Prozent zurückgegangen. In den Sommermonaten behalten die Bauern ihre Tiere zudem länger auf der Weide, weshalb in dieser Zeit Schweizer Kuhfleisch laut McDonald’s besonders rar ist.

Die Rinderknappheit in der Schweiz hat ausserdem dazu geführt, dass das Preisniveau für Schweizer Kuhfleisch aktuell 28 Prozent höher ist als im Jahr 2008. Steigt darum bald der Preis der Burger? McDonald's-Schweiz-Sprecherin Aglaë Strachwitz erklärt: «Unsere unverbindlichen Preisempfehlungen versuchen wir über das Jahr konstant zu halten, um unseren Gästen eine einfache Orientierung auf lange Zeit zu bieten.»

Hoher Tierschutzstandard

Strachwitz betont, dass der Tierschutzstandard in Österreich höher sei als im Rest der EU. Die Grundlagen seien mit dem Schweizer Gesetz identisch. Dies erhöhe die Akzeptanz des Rindfleisches bei Schweizer Konsumenten. Ausserdem bestehe eine gute Zusammenarbeit zwischen dem Schweizer Fleischverarbeiter Bell und österreichischen Bauern und Lieferanten, was den Bezug des Fleisches erleichtere.

Bis anhin setzte McDonald's auf seiner Website, in den Restaurants und in den Werbekampagnen prominent auf den Claim «100 Prozent Schweizer» Rindfleisch. Dies wird nun geändert. Während des Zeitraums, in dem der Burgerbrater teilweise Rindfleisch aus Österreich verwendet, passt McDonald's laut Strachwitz die Herkunfsdeklarationen in den Restaurants sowie die entsprechenden Passagen in Logos und dem Online-Auftritt an.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Carlo am 27.07.2016 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Logik?

    Warum sollten die Burger teurer werden, wenn billigeres ausländisches Fleisch verwendet wird? Wenn schon müssten sie deutlich billiger werden!

    einklappen einklappen
  • Herr R. am 27.07.2016 10:11 Report Diesen Beitrag melden

    Teurer ?

    Warum sollten die teurer werden wenn Sie das Fleisch im Ausland kaufen? Machen die neuerdings Luxus Burger oder hat der Ersteller des Artikels nicht eingerechnet das im Ausland alles billiger ist?

    einklappen einklappen
  • Beat am 27.07.2016 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    Zu wenig Fleisch

    kein Wunder, es gibt ja immer weniger Bauern in der Schweiz da alles verbaut wird. Es wäre an der Zeit das wir einfach wieder weniger Fleisch essen! Es muss ja nicht jeden Tag sein oder!

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tacheles am 28.07.2016 20:14 Report Diesen Beitrag melden

    Clever ..

    Hi, ist doch ganz einfach, McDoof legt auch weiterhin in der CH massiv zu (ironisch) und andrerseits gibt es immer weniger CH Rinder .. vielleicht müsste die Frage lauten, wie kompensiert McDoof Schweiz einen stagnierenden Absatz ? Dass dann bei der Herkunftsbezeichnung für Rindleisch (CH/ Andere) steht, ist doch clever, wer kann schon prüfen, wie sich die Mengen aufteilen ? Bei den Poulet-Produkten von Mc-Doof legt man ja auch keinen Wert auf Swissness ? Dank den Medien kein Problem, ist ja ein ideales Sprachrohr .. Mfg, Tacheles

  • Bebbi am 28.07.2016 13:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bei den Preisen

    würde ich auch mehr im Ausland einkaufen. Wenn man hier teilweise die Stadards in den Ställen anschaut, dann kann man diese getrost mit dem benachbarten Ausland vergleichen. Das Marketing ist in der CH einfach besser und jeder hat das Gefühl von glücklichen Tieren - wohl kaum. In England kriege ich qualitativ gutes Fleisch mind. 1/3 günstiger. Die Löhne und Lebenshaltungskosten sind nicht viel tiefer als bei uns...

  • Peter Ladipas am 28.07.2016 13:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bringen uns eh kein Geld, US Konzerne

    egal, die US Konzerne bezahlen eh keine Steuern in der Schweiz (Starbucks liegt mit 39'000.- auf einem ähnlich tiefem Niveau), krass nicht? Burger und Co, iss anderswo

  • Carlos am 28.07.2016 12:52 Report Diesen Beitrag melden

    Unverschämt

    ...ich finde es eine Unverschämtheit, das McD so viele Burger wegwerfen und es jetzt so Präsentiert wird das es zu wenig Rinder in der CH hat! die sollten weniger wegwerfen dann hätte es mehr als genug!!!

    • Sue am 28.07.2016 13:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Carlos

      Da gebe ich Ihnen absolut recht! Nur will der Kunde eben immer alles zur Verfügung haben! Es gibt noch immer zuviele Menschen, die nicht denken und Fleisch konsumieren als wäre es ein alltägliches Lebensmittel. Es ist weder notwendig noch ethisch vertretbar einen solchen Konsum zu unterstützen.

    einklappen einklappen
  • Landwirt am 28.07.2016 08:23 Report Diesen Beitrag melden

    Mythos Schweizerfleisch

    In erster Linie zählt für mich der Geschmack. Und da ist Schweizer Fleisch einfach sehr viel schlechter als Fleisch aus Amerika, Japan, Irland usw...

    • Petra Wyler am 28.07.2016 09:17 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen

      Kaufe ich hier billigstes schweizer Fleisch (Massenzucht Stallhaltung mit Soja gefüttert) und vergleiche es mit teurstem Rind der Welt (Japan Kobe), so frage ich mich schon, was Sie von Fleisch verstehen?! Ich wette mit Ihnen, würde ich eine Blinddegustation mit Ihnen machen, würden Sie den unterschied zwischen CH Bio Weidebeef (am Knochen gereift) und einem irischen nicht erkennen.

    • CH-Fleisch Märchen am 28.07.2016 13:32 Report Diesen Beitrag melden

      Hoffnung

      Hurra es besteht doch Hoffnung,dass die Hamburger besser werden ,wenn kein CH-Rindfleisch mehr drinn ist !! :-) CH-Bio?? dass ich nicht lache, die Tiere werden weiterhin Artenfremd gefüttert (Getreide!). CH-Fleich ...alles Andere ist ... ziemlich besser!! :-)

    • juan fran am 28.07.2016 14:31 Report Diesen Beitrag melden

      CH -Fleisch Märchen

      Immerhin werden hier nicht täglich hektaren Regenwald abgeholtzt für die Rinderzucht wie in Lateinamerika

    einklappen einklappen