Verdacht auf Geldwäscherei

17. Mai 2018 14:15; Akt: 17.05.2018 15:01 Print

Razzia wegen Angola-Geldern in Zürich und Zug

Die Affäre um Angolas Staatsmilliarden erreicht die Schweiz. Die Bundesanwaltschaft ermittelt wegen Geldwäscherei.

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Die Affäre um Angolas Staatsmilliarden erreicht die Schweiz. Die Bundesanwaltschaft BA führte gestern mit Unterstützung der Bundespolizei fedpol an mehreren Standorten Hausdurchsuchungen durch. Wie der «Tagesanzeiger» schreibt, wurden Polizisten an der Stockerstrasse in Zürich aktiv. Dort, wo der schillernde Schweiz-Angolaner Jean-Claude Bastos seine Büros hat. Bastos und dessen Zuger Firmengruppe Quantum Global verwalteten bis vor kurzem die Gelder des angolanischen Staatsfonds (FSDEA) sowie auch Vermögenswerte der dortigen Nationalbank (BNA).

Die Milliardenwerte der angolanischen Staatsinstitutionen FSDEA und BNA rücken nun in den Fokus der Schweizer Strafermittler. Die Bundesanwaltschaft hat vergangenen Monat ein Strafverfahren eröffnet wegen des Verdachts der Geldwäscherei gegen unbekannte Täterschaft. «Dieses Verfahren steht in Zusammenhang mit möglichen Straftaten gegen das Vermögen der Nationalbank und des Fundo Soberano de Angola», wie die BA gegenüber dem «Tagesanzeiger» mitteilt.

Auch Finma ist aktiv im Angola-Fall

Auch die Finanzmarktaufsicht Finma ist im Angola-Fall aktiv geworden, wie Sprecher Tobias Lux erklärt: «Die Finma trifft derzeit Abklärungen im Kontext von Vermögen der angolanischen Nationalbank und des angolanischen Staatsfonds.» Man äussere sich wie üblich nicht zu Namen von betroffenen Instituten.

Nebst Bundesanwaltschaft und Finanzmarktaufsicht sind offenbar noch weitere behördliche Organe im Angola-Fall aktiv, wie BA-Sprecher Anthony Brovarone erklärt. Anlässlich der Rechtshilfe unter Behörden habe die BA Kenntnis davon erhalten, dass eine andere Behörde am selben Tag Hausdurchsuchungen durchführte. Über deren Verfahren könne man keine Auskunft erteilen.

Das Bundesamt für Justiz erklärt auf Anfrage, dass kein Rechtshilfeersuchen in der Sache aus dem Ausland eingegangen sei. Die Schweizer Behörden ermitteln also auf eigene Initiative im Angola-Fall.

(chi/ap)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Beobachter am 17.05.2018 15:55 Report Diesen Beitrag melden

    Angolas Staatsmilliarden

    Angola ist womöglich das reichste Land der Welt. Das Problem liegt unter dem Boden. Das Land hat soviel Diamanten, Goldadern und Erdölvorkommnisse, dass es mir beim Gedanken schon schlecht wird. Das war auch der Grund, weshalb die Einheimischen nach Abzug der Portugiesen in den 70ern ganze Landstriche mit Landminen vermint haben. Aus Angst jemand würde dort graben. Seit der Unabhängigkeit Angolas herrscht deswegen Bürgerkrieg u. politische Korruption. Alles wegen des grossen Bodenreichtums. Unglaublich aber wahr.

  • Anna Marie am 17.05.2018 17:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwarzgeld

    Mein Gott wennbwir nur 15oo.- bei der Steuererklärung nicht angeben würde man uns hängen,so ist das möchte nicht wissen wieviel Schmierfinke von dieser Sorte noch gibt.Aber unsere Bundesräte schlafen!!!!!

  • Marcel Vordermann am 17.05.2018 15:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Höchste Zeit für Ethik auf den Finanzplätzen

    Das die Schweizer Behörden offenbar aus eigener Initiative ermitteln, ist gut und kann als Bestätigung der Weissgeldstrategie gesehen werden. Grundsätzlich ist nichts dagegen einzuwenden, wenn sich auch Afrikanische Länder gewandt in den internationalen Finanzmärkten bewegen. Ich glaube aber, die Verantwortung der Finanzmärkte - wie die Schweiz auch einer ist - geht doch auch dahin, dass man die Nachhaltigkeit und die Ethik eines solchen Staatsfonds laufend überprüfen muss. Es darf nicht sein, dass wir auf der einen Seite die führende Schicht eines Entwicklungsland aktiv beim Finanztransfer ins Ausland unterstützen und anderseits der verarmten Bevölkerung mit Spenden und Entwicklungshilfe unter die Arme greifen müssen. Schauen wir uns doch nur die Investments des Angolanischen Staatsfonds an. Wieso z.B. investieren sie absurde Summen in einen 7 Sterne Hotelkasten in Funchal, Madeira, obwohl dort bereits Überkapazität besteht. Paradies Papers haben noch andere solche "Blüten" zu Tage gebracht. Also die Aktivitäten der BA und Finma kommen so gesehen eigentlich reichlich spät.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Typhoeus am 17.05.2018 21:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geldwäscherei wird überall

    in kapitalistischen Staaten betrieben.

  • Herr Paternoster Live aus Bern am 17.05.2018 18:29 Report Diesen Beitrag melden

    ja gehau

    und in Angola passiert vermutlich nichts.

  • PiratenPartei am 17.05.2018 17:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beschlagnahme

    Regel # 1 ein Zuger Pirat: sei nöd erwischt. Meine Beileid an die Mitarbeitern

  • Frau Fuzzinello am 17.05.2018 17:42 Report Diesen Beitrag melden

    Die Lichtensteiner machens besser

    Europas Geldwäscherei hält schön die Füsse still. Der Fürst muss ja von etwas leben

  • Switch am 17.05.2018 17:41 Report Diesen Beitrag melden

    Die Reichen sind unantastbar

    Es wird nichts passieren, denn grosses Geld wird das Problem schon richten. Das ist ein Witz.