Arbeitsmarkt

07. Dezember 2011 11:30; Akt: 07.12.2011 12:53 Print

Mehr Arbeitslose, aber keine Alarmstimmung

von Balz Bruppacher - Die Zahl der Arbeitslosen ist im November deutlich gestiegen. Betroffen waren die Baubranche und das Gastgewerbe und dementsprechend vor allem Ausländer.

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Die Zahl der Arbeitslosen ist im November deutlich gestiegen. Betroffen waren die Baubranche und das Gastgewerbe und dementsprechend vor allem Ausländer.

Ende November waren 121 109 Menschen als Arbeitslose registriert – 5931 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote stieg von 2,9 auf 3,1 Prozent. Höher war die Arbeitslosigkeit letztmals im April. «Die Entwicklung entspricht unseren Erwartungen», sagt Serge Gaillard, Leiter der Direktion Arbeit im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco).

Deutlich überdurchschnittlich war der Anstieg der Arbeitslosigkeit bei den Ausländern. Die Quote machte einen Sprung von 5,7 auf 6,2 Prozent. 45 Prozent aller Arbeitslosen sind mittlerweile Ausländer.

Erste Bremsspuren des teuren Frankens im Tourismus

Die Serie von Entlassungen, die in den letzten Wochen vor allem in der Industrie angekündigt wurde, hat sich aber noch nicht in der Statistik niedergeschlagen. Nur ein Viertel der Zunahme der Arbeitslosen ist auf die Konjunkturabschwächung zurückzuführen. Mehr als die Hälfte der neuen Arbeitslosen stammt aus dem Bau- und dem Gastgewerbe, wo zum Winterbeginn beziehungsweise in der Zwischensaison weniger Personal benötigt wird. Saisonbereinigt verharrte die Arbeitslosenquote auf dem Stand der letzten sechs Monate von 3,0 Prozent.

Der Blick auf die regionale Verteilung der Arbeitslosen zeigt, dass die Kantone Tessin, Wallis und Graubünden besonders deutliche Zunahmen aufwiesen. «Das übersteigt das normale saisonale Muster leicht», sagt Gaillard und vermutet erste Bremsspuren des teuren Frankens im Tourismus.

Weniger ganz junge Arbeitslose

Als sehr erfreulich bezeichnete der Seco-Fachmann hingegen die Lage auf dem Arbeitsmarkt für junge Leute. Ende November waren 18 085 Jugendliche im Alter von 15 bis 24 Jahren ohne Job – 375 mehr als ein Monat zuvor. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich bei den Jugendlichen von 3,2 auf 3,3 Prozent. Bei den ganz Jungen im Alter von 15 bis 19 Jahren ging die Arbeitslosigkeit sogar leicht zurück.

Kurzarbeit löst Probleme kaum

Erste Spuren der Konjunkturflaute sind bei der Kurzarbeit sichtbar. Die neuesten Zahlen für den Monat September zeigen auf tiefem Niveau erstmals seit 2009 wieder einen deutlichen Anstieg im Vormonatsvergleich. Die Zahl der wegen Kurzarbeit ausgefallenen Stunden erhöhte sich um 46 Prozent auf gut 61 000. Auch die Zahl der Voranmeldungen für Kurzarbeit steigt laut Gaillard auf tiefem Niveau wieder an. Der Seco-Spezialist glaubt aber nicht an einen massiven Anstieg der Kurzarbeit wie in den Jahren 2008 und 2009. «Die Unternehmen, die jetzt restrukturieren, haben nicht ein Mengenproblem, sondern wegen des starken Frankens ein Margenproblem», sagt Gaillard.

Eine neue Prognose wird das Seco am nächsten Dienstag veröffentlichen. Bisher gingen die Ökonomen des Bundes von einer Zunahme der Arbeitslosenquote im nächsten Jahr auf 3,4 Prozent aus, nach 3,1 Prozent in diesem Jahr. Gemäss Gaillard entwickelt sich die Arbeitslosigkeit zurzeit wie prognostiziert. Allerdings habe sich zusätzlich zum Frankenproblem die Unsicherheit über die Konjunkturentwicklung in Europa verstärkt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mike R am 07.12.2011 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ach wirklich?

    Die Arbeitslosenzahl steigt? Wen wundert das noch? Nach dem die Schweiz die Tore für alles und jeden offen hat?

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  • hans jucker am 07.12.2011 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder!

    Hui etwas neues!

Die neusten Leser-Kommentare

  • hans jucker am 07.12.2011 12:12 Report Diesen Beitrag melden

    Alle Jahre wieder!

    Hui etwas neues!

  • Mike R am 07.12.2011 12:04 Report Diesen Beitrag melden

    Ach wirklich?

    Die Arbeitslosenzahl steigt? Wen wundert das noch? Nach dem die Schweiz die Tore für alles und jeden offen hat?

    • Daniel am 07.12.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

      PFZ ist kein Argument

      @Mike R.: die Arbeitslosigkeit steigt saisonal währen der Winterzeit seit Jahrzehnten immer leicht an. Dies hat mit der PFZ nichts zu tun. Denn schon lange vorher beschäftigten die betroffenen Branchen (Bau, Gastro) anteilmässig viele Ausländer. Deshalb sticht Dein Argument nicht, es ist bloss Stimmungsmache gegen Ausländer. Aber das Thema ist längst abgedroschen und kein primäres Problem.

    • claus hofmann am 08.12.2011 05:26 Report Diesen Beitrag melden

      Pro Ausländer

      Daniel hat Recht. Schweiz ohne Ausländer und Mike`s Lebensstandard wäre sehr schnell futsch. Oder wer verkauft sonst Brezeln am Bahnhof, Döner um 12 Uhr nachts oder fährt ihn mit dem Taxi von A nach B. Ein Schweizer macht das wohl kaum. Also seid froh dass ihr soviel Ausländer habt. Sie zahlen AHV & Co. und viele gehen ja freiwillig wieder, ihr eingezahltes Geld bleibt aber hier!

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