Halbjahreszahlen

29. Juli 2016 07:34; Akt: 29.07.2016 12:38 Print

Mehr als 20 Milliarden Gewinn für die SNB

Die Nationalbank präsentiert eine positive Halbjahresbilanz: Sowohl Fremdwährungsbestände als auch Gold und Negativzinsen trugen dazu bei.

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Der massive Verlust durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses ist teilweise kompensiert: SNB-Chef Thomas Jordan. (Archivbild) (Bild: Keystone/Lukas Lehmann)

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Im ersten Halbjahr schreibt die Schweizerische Nationalbank (SNB) einen Gewinn von 21,3 Milliarden Franken. Er setzt sich hauptsächlich zusammen aus dem Erfolg auf Fremdwährungen von 13 Milliarden Franken und einer Wertsteigerung des Goldes von 7,6 Milliarden Franken, wie die SNB heute mitteilte.

Im ersten Halbjahr 2015 hatte die SNB einen Rekordverlust von 50,1 Milliarden Franken vermeldet. Nachdem die Notenbank im Januar 2015 überraschend den Mindestkurs des Frankens zum Euro aufgehoben hatte, trug damals vor allem das Minus von unter dem Strich 47,2 Milliarden Franken aus Fremdwährungspositionen zu dem Gesamtverlust bei.

Gewinne auf Zinspapieren

Diesem Verlust steht nun der Gewinn von 13 Milliarden Franken gegenüber. Der Löwenanteil von 10,3 Milliarden Franken entfiel dabei auf Kursgewinne mit Zinspapieren und-instrumenten, wegen des allgemein tiefen Zinsniveaus, wie es in der SNB-Mitteilung heisst. Hinzu kamen 4,1 Milliarden Franken Zinserträge und 1,7 Milliarden Franken Dividendenerträge.

Wechselkursbedingt resultierte nach wie vor ein Verlust von 2,9 Milliarden Franken. Während des ersten Halbjahrs 2015 hatte der Euro im Vergleich zum Franken insgesamt 13,3 Prozent an Wert verloren, der US-Dollar 6,2 Prozent. Im ersten Halbjahr 2016 reduzierten sich diese Verluste: Der Euro verlor gegenüber dem Franken 0,3 Prozent, der Dollar 2,3 Prozent. Vor allem diese beiden Währungen kauft die SNB um den Wert des Frankens zu schwächen.

Insofern hängt das Ergebnis der Nationalbank massgeblich von der Kursentwicklung dieser beiden Währungen ab. Bei einem Fremdwährungsportfolio von rund 600 Milliarden Franken resultieren selbst bei kleinen Kursschwankungen grosse Ausschläge beim Wert des Portfolios. Diese hohen Fremdwährungsbestände häufte die SNB über ihre Stützungskäufe an den Devisenmärkten sukzessive an.

SNB-Gold gewinnt an Wert

Der zweite Posten, der wesentlich zum Ergebnis der SNB beiträgt, ist die Bewertung des Goldbestandes. Zwischen Januar und Ende Juni 2016 stieg der Wert des Goldes um 21,4 Prozent. Zum Jahreswechsel kostete ein Kilo Gold 34'102,64 Franken, Ende Juni wurde ein Kilo zu 41'407,81 Franken gehandelt.

Daraus resultierte der Bewertungsgewinn von insgesamt 7,6 Milliarden Franken. Die Menge Gold, die in den Kellern der Nationalbank liegt, hat sich in dem Zeitraum nicht verändert. Im ersten Halbjahr 2015 hatte wegen eines gesunkenen Goldpreises auf dem Goldbestand ein Verlust von 3,2 Milliarden Franken resultiert, der sich damals zum Verlust aus den Fremdwährungspositionen addierte. Im abgelaufenen Halbjahr hingegen addierte sich der Bewertungsgewinn aus den Goldbeständen zu dem Gewinn aus den Fremdwährungspositionen.

Einnahmen aus Negativzinsen

Hinzu kam ein vergleichsweise kleiner Gewinn von 868,1 Millionen Franken aus Frankenpositionen. Den grössten Teil dazu trugen mit 691,9 Millionen Franken Einnahmen aus Negativzinsen bei, die die SNB seit Ende Januar 2015 auf Gelder erhebt, die die Geschäftsbanken bei ihr parken.

Das Ergebnis der Nationalbank ist also, anders als bei einer Geschäftsbank, den starken Schwankungen an den Devisen-, Kapital- und Goldmärkten unterworfen. Deshalb weist sie in ihren Zwischenberichten routinemässig darauf hin, dass «Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich» seien.

Insofern ist das Ergebnis des ersten Halbjahrs 2016 höchstens als Trendmeldung im Hinblick auf allfällige Ausschüttungen an Bund und Kantone Ende des Jahres zu betrachten.

(chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • E. Hek am 29.07.2016 07:38 Report Diesen Beitrag melden

    Quatsch

    Und in zwei Monaten heisst es dann wieder Miliardenverlust. Hört endlich auf mit solchen "Sensationsmeldungen".

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  • gloria derungs am 29.07.2016 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    noch nicht realisierter gewinn/verlust

    es sind buchgewinne und buchverluste. da spielt die höhe keine rolle. das ist nur panikmache oder delirium. nur wenn richtig verkauft wird, zählts.

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  • Dagobert Duck am 29.07.2016 07:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bitte "Gewinn" nicht an Kantone verteilen

    Bekanntlich alles nur Buch- d.h. Papiergewinn. Nächstes Quartal vermutlich wieder 20 Mia minus.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Nobody am 30.07.2016 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Volksvermögen gehört dem Volk!

    Und wohin verschwand vor etlichen Jahren das Volksvermögen, welches in Form von Goldreserven für die Deckung des Papiergeldes gehortet wurde? Es wurde verkauft und mit dem Kantonsschlüssel an die Kantone weitergegen, die es dann irgendwie verjubelt haben. Pro Kopf hätte jeder ca. Fr. 2'500.-- (20 Mia Franken : 7 Mio Einwohner (damalige Berechnung)) erhalten. Die Verteilung hätte via Krankenkasse (alle Einwohner müssen obligatorisch Versichert sein) ausbezahlt werden können. Dann wäre damals vielleicht auch die Wirtschaft wider angekurbelt worden.

  • Shorty am 29.07.2016 23:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alles nur Spekulation

    Sieht super aus. Sind Buchgewinne aber trotzdem gut gemacht. So und jetzt startet endlich mal einen Angriff auf die Spekulanten auf eine harten Franken. Lasst die mal in den Hammer laufen, dass sie zig Milliarden verlieren. Nur so kann die Erwartungshaltung und positive Verstärkung und das Vertrauen in einen immer stärkeren Franken gebrochen werden.

    • Supermario am 02.08.2016 08:46 Report Diesen Beitrag melden

      Wie denn?

      Wer soll was? Diesbezügliche Spekulationen kannst Du nur mit konkreten Massnahmen (eine Möglichkeit wäre zum Beispiel 10% Strafzinsen p.a. auf Kontoguthaben?) erzielen. Den entsprechenden Impact beispielsweise auf unsere BVG-Guthaben kannst Du Dir allerdings an einer Hand ausrechnen!

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  • Singer Peter am 29.07.2016 21:05 Report Diesen Beitrag melden

    250 Mio GESTOHLEN!

    Davon sind ca 250 Millionen welche durch Minuszinsen von den Alters Vorsorge Anlagen, dem Schweizer Arbeiterfolk GESTOHLEN wurde!

    • Supermario am 02.08.2016 08:43 Report Diesen Beitrag melden

      Gestohlen???

      Keine PK ist gezwungen, Cash zu halten. Nur gibt's auf erstklassigen Bonds derzeit ebenfalls keinen Blumentopf zu gewinnen! NB Folk ist meines Wissens eine US-Musikrichtung :-)

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  • erich am 29.07.2016 20:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pensionskassen

    dann gebt das Geld wieder den pensionskassen zurück, die ihr mit dem negativ Zins bestraft

  • Bruhä am 29.07.2016 19:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schön für euch

    Diese Menge an Geld ist sicherlich das was unserer Industrie verloren ging seit dem Kurswechsel.