Steuerlast

08. April 2015 14:34; Akt: 08.04.2015 14:37 Print

Mehr als drei Monate chrampfen für den Staat

von S. Spaeth - Wie lange jemand arbeiten muss, bis er seine Steuern bezahlt hat, zeigt der Tax-Independence-Day. In der Steuerhölle der Schweiz dauert das bis April.

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Wer arbeitet, weiss: Vom Ende Monat ausbezahlten Lohn fliesst später ein beträchtlicher Teil als Steuern zurück an den Staat. Je nach Wohnort sowie Familiensituation und Einkommen unterscheidet sich der zu bezahlende Steuerbetrag stark. Um dies darzustellen, hat die Credit Suisse den sogenannten Tax-Independence-Day (Tax-I-Day) berechnet. Damit wird der Kalendertag im Jahr bezeichnet, an dem eine Person das Geld zum Begleichen ihrer Steuern verdient hat.

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Für den Vergleich hat die CS drei verschiedene Haushaltstypen angenommen: das Doppelverdiener-Ehepaar, eine Familie mit zwei Kindern und ein alleinstehender Studienabgänger. Alle Personen verdienen je 75'000 Franken. Bei allen Haushaltstypen kommt der Tax-I-Day in Zug am frühesten. Für die Familie ist es der 4. Februar, für den Studienabgänger der 13. Februar und für das Doppelverdiener-Ehepaar mit 150'000 Franken Einkommen ist es der 15. Februar. Auf Platz zwei positioniert sich unabhängig vom Haushaltstyp der Kanton Schwyz.

Westschweizer Kantone bezahlen mehr

Im gesamtschweizerischen Durchschnitt erreicht die Familie den Tax-I-Day am 5. März, der Studienabgänger am 14. März und das Doppelverdiener-Ehepaar am 18 März. Die höchste Steuerbelastung hat der Kanton Neuenburg. Hier müssen die Haushaltstypen zum Bezahlen ihrer Steuern im Extremfall mehr als doppelt so lange arbeiten wie in Zug. Für die Doppelverdiener liegt der Tax-I-Day in Neuenburg am 5. April, für den Studienabgänger am 31. März und für die Familie am 22. März.

In absoluten Zahlen ausgedrückt bedeutet dies: Während das Doppelverdiener-Ehepaar im Wollerau (SZ) 18'000 Franken Steuern bezahlt, sind es in der Steuerhölle Les Verrières (NE) leicht über 40'000 Franken. Als Faustregel gilt: Westschweizer Kantone und insbesondere der Juragürtel weisen eine deutlich höhere Steuerbelastung auf als grosse Teile der Zentral- und Ostschweiz.

Studienherausgeber Fredy Hasenmaile ist aber überzeugt, dass auch der Juragürtel mit den Kantonen Neuenburg und Jura über Trümpfe verfügt. Beide Kantone erleben derzeit dank dem Boom in der Uhrenindustrie einen wirtschaftlichen Aufschwung, zudem investiert der Bund viel Geld in die Autobahn Transjurane (A16), die den Jura ans restliche Autobahnnetz anschliesst. «Diese Chancen sollten beide Kantone nutzen, um die Standortattraktivität zu pflegen und steuerlich den Rückstand zu verringern», so Hasenmaile.

Familienfreundliches Wallis

Wegen der unterschiedlichen Steuerprogression sind einige Kantone für Haushalte mit niedrigem Einkommen und Kindern besonders attraktiv. Besonders ausgeprägt ist dies im Kanton Wallis, wo der Tax-I-Day für Familien Ende Februar liegt, bei Doppelverdienern aber rund 20 Tage später. Was die Steuern anbelangt eher familienfreundlich sind auch Genf, das Tessin, Graubünden, St. Gallen und Zürich.

Im Ranking der Kantone hat sich nur wenig verändert. Die einzige grössere Veränderung fand im Kanton Bern statt. Hier erreichte das Doppelverdiener-Ehepaar den Tax-I-Day 2014 sechs Tage später als im Jahr zuvor. Die CS folgert, der kantonale Steuerwettbewerb habe stark an Dynamik eingebüsst. Ist er gescheitert? «In keiner Weise», sagt Hasenmaile, der den Steuerwettbewerb als ein zentrales Element des Erfolgsmodells Schweiz bezeichnet. Er ermögliche geografisch benachteiligten Regionen halbwegs attraktive Investitionsstandorte zu werden. Andererseits hält der Steuerwettbewerb die Kantone laut Hasenmaile dazu an, haushälterisch mit den Mitteln umzugehen.


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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Anonymous am 08.04.2015 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Für mich ist es etwa bis August

    Je mehr man verdient, desto mehr muss man für den Staat arbeiten. Ich sage nicht dass es nicht fair ist, sondern möchte nur zeigen dass wir Besserverdiener auch unseren Beitrag leisten. Es wird immer viel über uns gemotzt obwohl wir viel für den Staat leisten.

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  • Peter Husi am 08.04.2015 14:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leben Genießen

    In der Tollen Schweiz wo viele sagen,muss man viel Steuern Zahlen und seine Rente und AHV auch bis man Stirbt. Das nennt sich dann Reiche Schweiz? Hohe Arbeitszeiten und wenig Ferien (Dann Lehnt das Volk die Abstimmung noch ab 6 Wochen Ferien) Ich bin aus der Schweiz Ausgewandert nach Australien,und Genieße es,es gibt noch anders als nur zu Arbeiten und Zahlen wie in der " Tollen" Schweiz.

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  • Der Steuerhasser am 08.04.2015 14:46 Report Diesen Beitrag melden

    Schande und unsägliche Frechheit

    Es ist eine Schande, was wir hier in der Schweiz an Steuern zahlen. 10% vom Nettoeinkommen müsste im Gesetz stehen, mehr darf keiner zahlen müssen. Vermögen ist bereits versteuert, und darf nicht besteuert werden. Voila Basta. Im übrigen ist der Gegenwert den Gemeinden Kantone und Bund leisten nicht einmal 10% Wert, die 10% sind noch eine unsägliche Frechheit.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Osterhase am 09.04.2015 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Basel - London hin und zurück 52.- !?!?

    Verbrauch nicht Arbeit muss besteuert werden. Luxus kostet dann mehr, aber ich habe ja dann auch mehr. Ich kann aber dann selber bestimmen ob ich das Mehr ausgeben will oder nicht. Das ist aber genau der Hacken an der Sache, die Leute würden dann nicht mehr so blödsinnig unüberlegt konsumieren und das geht ja für die Wirtschaft gar nicht.

    • Nico Meier am 09.04.2015 12:04 Report Diesen Beitrag melden

      Konsum MWST

      Der Konsum wird ja besteuert. Das Kontept nennt sich indirekte Steuern. Bei uns kenne wir da die Mehrwertsteuer oder bei Treibstoffen die Mineralölsteuer und den Mineralölsteuerzuschlag, die Tabaksteuer oder die Biersteuer usw.

    • Osterhase am 09.04.2015 12:48 Report Diesen Beitrag melden

      8% Steuern auf Verbrauch ist lächerlich

      Ja mit lächerlichen 8% geht das eben nicht, wenn im gleichen Atemzug die Wirtschaft dann noch Sonderregelungen bekommt. Aber eben die bezahlen ja als Juristische Personen auch nur ein Promill Steuern verglichen mit einer natürlichen Person wie du und ich.

    • Nico Meier am 09.04.2015 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      Endverbraucher nicht Wirtschaft

      Diese Indirekten Steuern bezahlt immer der Endverbraucher die Wirtschaft gibt sie immer an den Endverbraucher weiter. Eine Erhöhung einer indirekten Steuer wird immer den Konsumenten also uns alle treffen! Auf jeder Flasche Cola, auf jedem Liter Benzin usw. zahlen wir die MWST!

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  • Michael B. am 09.04.2015 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Noch länger

    Rechnet man noch die staatlichen gebühren, abgaben etc dazu dauert es noch länger

  • Martin E am 09.04.2015 10:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Qualitätsland

    Wir leben in einem teuren Land und bezahlen horende Beiträge, richtig. Dennoch geht es uns gut, selbst wenn es uns schlecht geht. Vergleicht mal andere Länder! Klar ist nicht alles perfekt hier, aber: Wo ist es denn noch besser als in unserer Schweiz? In Griechenland vielleicht?? Ich bin stolz in der Schweiz leben zu dürfen!

  • Der Familienvater am 09.04.2015 10:27 Report Diesen Beitrag melden

    Steuerhölle Schweiz!

    Ich habe gerade gestern wieder vom Steueramt eine Schluss-Rechnung für das Jahr 2013 über mehr als Fr. 10'000.-- erhalten. Und dies, obwohl ich bereits für das gleiche Jahr 2013 Steuerrechnungen von über Fr. 42'000.-- im Ordner habe! Und das als Familienvater von zwei Kindern in Ausbildung! Der Mittelstand muss in der Schweiz wohl vorsätzlich zugrunde gerichtet werden? Nun muss ich unsere Wohnung mit Hypotheken belasten, damit ich die Steuern für ein Jahr bezahlen kann.

    • Schweizmann am 09.04.2015 11:12 Report Diesen Beitrag melden

      verheiratet, kinderlos.

      Geht mir auch nicht besser, Steuerrechungen von über 50'000 für 2013 und dann kommt noch eine Schlussrechung in der Höhe von beinahe 20'000 (Gemeinde und direkte Bundesssteuer). Man arbeitet eigentlich nur noch für die anderen die Kinder machen obwohl sie es sich nicht leisten können und die ganzen Ausländer die IV, Sozialhilfe, ALV, etc. beziehen. Als Schweizer in der Schweiz wird man nur noch geschröpft, deshalb werde ich nächstes Jahr auswandern, ich habe meinen Beitrag mehr als geleistet. Pensionskasse, Vorsorge, etc. wird alles mitgenommen. Bin nicht der Einzige.

    • Ungläubige Gundel am 09.04.2015 11:43 Report Diesen Beitrag melden

      @ Der Familienvater

      Wie kann es sein, dass jemand aus dem MITTELSTAND 52'000 Fr. Steuern in einem Jahr bezahlen muss. Sorry, aber das fällt mir sehr schwer zum glauben. Entweder füllen sie die Steuern komplett falsch aus, sie verdienen mehr als sie hier andeuten oder es ist sehr viel Vermögen vorhanden.

    • Nico Meier am 09.04.2015 11:53 Report Diesen Beitrag melden

      @Familienvater

      Wenn sie 52'000 Steuern zahlen als Vater mit Kindern in ausbvildung so haben Sie ein Familieneinkommen von mehr als 300'000, daher hält sich mein Mitleid arg in Grenzen. 300'000 pro jahr sind 25'000 pro Monat wer es nicht schafft von diesem Monatslohn 4'333 für die Steuern auf die Seite zu legen dem ist nicht mehr zu helfen!

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  • Marco am 09.04.2015 10:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Arbeitnehmer Kt. BS

    Viele meckern immer über Staat und Bund, das ist eine schlechte Haltung. Jeder soll sich überlegen, was der Staat leistet. Es sind nicht nur bloss Politiker, sondern auch ganz normale Leute mit unterschiedlichsren Berufen, welche für Staat und Bund arbeiten und diese wollen auch Geld Ende des Monats. Ohne Staat und Staatspersonal verfällt ein Land in Anarchie und Krieg. Ich bezahle lieber Steuern...

    • Daniel Hofstetter am 09.04.2015 11:00 Report Diesen Beitrag melden

      Man bekommt was zurück

      Bravo. Ich bezahle meine Steuern auch gerne im Kt. BS. Auch wenn ich in Binningen z.B. 5K sparen könnte. Aber dann würde ich halt nur noch vom Honigkuchen lecken der die Agglo nährt. Einzig was mich nervt, ist die Hochzeitsstrafe! Seit wir verheiratet sind bezahlen wir nicht mehr 2x 1'500.- sondern 9K (gut wird verdienen auch etwas mehr als dazumals....)

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