SBB kürzt Lohn

14. September 2019 05:26; Akt: 14.09.2019 09:03 Print

Meyers Nachfolger wird 20 Prozent weniger verdienen

Der zukünftige SBB-Chef erhält ein tieferes Gehalt als Andreas Meyer. Zudem muss er mehrere Landessprachen beherrschen.

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Der Nachfolger von SBB-Chef Andreas Meyer erhält ein 20 Prozent tieferes Gehalt. Dies hat SBB-Verwaltungsratspräsidentin Monika Ribar in einem Interview mit der Zeitung «Le Temps» vom Samstag erklärt.

Das fixe und variable Gehalt werde 800'000 Franken betragen, ohne die Pensionskasse, was insgesamt maximal eine Million Franken bedeute, erklärte die 59-jährige Ökonomin. Dies «vereinfacht zwar nicht die Suche nach dem seltenen Edelstein», aber es sei nicht unmöglich, jemanden zu finden, erklärte Ribar mit Verweis etwa auf die Post.

«Kein Unternehmen wie jedes andere»

Der Nachfolger oder die Nachfolgerin des derzeitigen SBB-Chefs muss zudem mehrere Landessprachen fliessend beherrschen, sagte die gebürtige St. Gallerin Ribar weiter. «Der Verantwortliche der SBB muss Französisch und Deutsch, wenn möglich auch Italienisch sprechen».

Der zukünftige Kandidat muss auch sensibel für den öffentlichen Dienst sein«, fuhr Ribar fort. »Er muss sich bewusst sein, dass die SBB kein Unternehmen wie jedes andere ist, die Funktionsweise der Politik kennen und gute Kontakte zur Verwaltung pflegen«.

Nachfolger bis Ende Jahr

In einem Interview mit der »Neuen Zürcher Zeitung« ebenfalls vom Samstag erklärte Ribar, die SBB würden derzeit mögliche Kandidaten kontaktieren, und es gingen Bewerbungen ein. »Es melden sich Personen, an die wir nicht gedacht haben.« Sie hofft, bis Ende Jahr einen Nachfolger zu präsentieren.

Andreas Meyer wird die SBB spätestens per Ende 2020 verlassen. Der seit 2007 amtierende Bahnchef begründete seinen Entscheid für einen Abgang unter anderem mit dem Wunsch, vor seinem 60. Geburtstag eine neue berufliche Phase einzuleiten. Seine Erfahrung will er künftig unter anderem für Start-ups oder gemeinnützige Organisationen einsetzen.

»Keinen Plan B«

Ribar räumte im NZZ-Interview erneut ein, dass es beim Unternehmen mit Verspätungen, Zugsausfällen, aufgestautem Unterhalt, fehlenden Lokführern, defekten Zugtüren und der missratenen Beschaffung des Fernverkehrszugs Dosto derzeit einiges nicht rund laufe. »An den Problemen arbeiten wir.«

Ein Teil der betrieblichen Probleme rühre von den vielen Baustellen in der Westschweiz und vor allem von der verspäteten Einführung des FV-Dosto her, erklärte Ribar. Das fehlende Rollmaterial sei an allen Ecken und Enden zu spüren. »Es gibt keinen Plan B in dem Sinn, dass wir die Reissleine ziehen würden", sagte sie. Aber es würden Übergangslösungen geprüft, etwa jene, Rollmaterial hinzuzumieten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Claire Gérardin am 14.09.2019 06:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schönes Wochenende

    Somit zeigt sich, dass Herr Meyer zu hoch dotiert wurde. Wie sämtliche CEOs, ob in der Privatwirtschaft oder in Staatsbetrieben.

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  • hubsy2005 am 14.09.2019 06:11 Report Diesen Beitrag melden

    Ein neuer Anfang

    Was der zukünftige Chef der SBB vor allen Dingen mitbringen muss, sind das Gespür für seine Mitarbeiter, die Nähe zu ihnen und eine gehörige Portion Sozialkompetenz. Dinge, welche dem jetzigen Chef Andreas Meyer gänzlich fehlen.

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  • Rolf am 14.09.2019 05:42 Report Diesen Beitrag melden

    Service

    Und dann den Servicewagen wieder einführen, den Abfallbehälter bei SBahn und RE wieder einführen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • shlomo am 17.09.2019 07:35 Report Diesen Beitrag melden

    Immer noch zu hoch !

    Angestellte des Bundes oder der Kantone sollten NIE mehr verdienen als der vorgesetzte Dienstherr / die vorgesetzte Dienstherrin. Alles andere riecht nach Korruption und Vetternwirtschaft. Ein Bundesratsgehalt ist mehr als gut ...

  • A. Vogt am 17.09.2019 05:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Meyer ist einer...

    Mit Kleinlichkeiten beim Personal ständig verschlechtern. Essen Spesen verkomplizieren für das Personal, vermehrt Quittungen vorzeigen, statt Pauschale. Arbeiten gerne mit Personalmangel. Führt zu Fahrzeugmangel. Lokführermangel. Zu wenig repariert. Zu einem Kartenhaus. Türmen sich die Probleme, bricht das Kartenhaus zusammen. Der Nachfolger von Meyer sollte ein Praktiker sein. Mehr liefern statt lafern. Mehr Sicherheit.

  • Desmodus am 16.09.2019 10:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leistung messbar machen

    Ich würde den Job für Fr. 300,000 machen. Ihr könnt sicher sein, alles wird besser, denn ich arbeite aus Freude.

  • C.Reist am 16.09.2019 09:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    800.000 CHF

    Sind immernoch zuviel, dass war sein Einstiegsgehalt als er angefangen hat. Boni werden da noch nicht mal erwähnt. Auf 300.000CHF sollte es gekürzt werden, dass ist immernoch viel Geld!

  • Franz K. am 16.09.2019 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu viel Geld, zu wenig Leistung

    So ein SBB Chef verdient genau so viel, wie ein Krankenkassen Chef und arbeitet auch genau so gut. Immer teurer, immer schlechter.