Nur für Grosskunden

19. Januar 2015 12:45; Akt: 19.01.2015 12:45 Print

Migros Bank erwägt Negativzinsen

Auch die Migros-Bank denkt daran, bei Grosskunden die Negativzinsen einzuführen. Bei Kleinkunden sei dies aber «nicht vorstellbar».

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Harald Nedwed, Präsident der Geschäftsleitung, an der Bilanzmedienkonferenz der Migros Bank am Montag, 19. Januar 2015 in Zürich. Auch die Migros Bank denkt über die Einführung eines Negativzinses für Grosskunden nach. (Keystone/Samuel Truempy) (Bild: Keystone/Samuel Truempy)

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«Bei Grossanlegern können wir uns das vorstellen», sagte Migros-Bank-Chef Harald Nedwed am Montag bei der Bilanzmedienkonferenz in Zürich. Die Negativzinsen würden dann für Grosskunden ab einem gewissen Schwellenwert gelten.

Der Schritt sei aber noch nicht beschlossene Sache, die Migros Bank wolle erst die Entscheide der Europäischen Zentralbank (EZB) vom Donnerstag abwarten, sagte Nedwed. «Wir haben schon abgeklärt, ob unser IT-System überhaupt Negativzinsen verarbeiten kann; und es kann das.»

Im Retailbereich, also bei den Kleinkunden, sei die Einführung von Negativzinsen «im Moment nicht vorstellbar», ergänzte der Bankchef. In einem solchen Fall würden nämlich wohl viele Kunden ihre Guthaben einfach abziehen.

Zinssätze noch tiefer?

Allerdings könnten die Zinssätze noch näher Richtung null sinken. Privatkonten verzinst die Migros Bank derzeit noch mit 0,1 Prozent. Einen Spielraum für Zinssenkungen sieht Nedwed bei anderen Guthabenklassen wie Anlagekonten oder Kassenobligationen.

Die Migros Bank selber muss auf ihren Giroguthaben bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) keine Negativzinsen gewärtigen. Sie liege um 1,5 Milliarden Franken unter dem von der Nationalbank gewährten Freibetrag, sagte Nedwed. Die SNB verlangt ab Donnerstag auf Giroguthaben oberhalb gewisser Freibeträge einen Negativzins von 0,75 Prozent.

Die Credit Suisse hatte am Sonntag bestätigt, dass sie auf das Marktumfeld reagiere und grosse Firmenkunden oder Pensionskassen bald dafür zahlen müssten, wenn sie grosse Guthaben anlegten. Zur Höhe der sogenannten Guthabenkommission äusserte sie sich nicht.

Keine offenen Bestände

Zu den direkten Auswirkungen des tief gefallenen Euro-Wechselkurses auf die Migros Bank sagte Nedwed, alle Devisenbestände seines Instituts seien abgesichert: «Wir haben keine offenen Fremdwährungsbestände.»

Auch würden Lombardkredite oder Devisentermingeschäfte von Kunden sehr zurückhaltend gehandhabt bezüglich Anforderungen wie der nötigen Deckung. Seit dem Ende des Euro-Mindestkurses der SNB sind diverse Devisenbroker in Schieflage geraten. Deren Kunden haben auf Pump im Devisenhandel spekuliert und scheinen nun aufgrund erheblicher Verluste nicht mehr in der Lage, die Kredite zurückzuzahlen.

(cls/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • der Denker am 19.01.2015 13:08 Report Diesen Beitrag melden

    für Erspartes Zins ZAHLEN ?????

    Zitat: Bei den Kleinkunden, sei die Einführung von Negativzinsen «im Moment nicht vorstellbar». Sollte das passieren dann holt euere Kohle und die Bank kann schliessen. Chaos perfekt.Spar- und Leihkasse Thun lässt grüssen.

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  • Genervter am 19.01.2015 13:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Migros Bank

    Selber noch nicht einmal von SNB Negativzins betroffen (unter Freibetrag) und trotzdem schon am Unruhe in den Markt bringen? Wo bleibt die Vernunft?

  • Sebastian am 19.01.2015 13:30 Report Diesen Beitrag melden

    Umkehrschluss

    Das ist doch super. Dann bekomme ich jetzt positv Zinsen auf einen Kredit bei der Migros-Bank? Von mir aus können die mir soviel Geld geben wie die wollen :)

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Th3reN am 19.01.2015 22:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Taktik

    Die machen das alle auf empfehlung der SNB.. Geht hauptsächlich um kurzfristige Girokonten.. All die Pleiteländer im Süden schaffen ihr Geld ausem Land, Franken oder Dollar wird gekauft.. Die wollen das mit Minuszins unattraktiv machen weil unsere währung geht durch die Decke.. Keiner gibt bei uns mehr Geld aus. Die Reichen sitzen drauf und der Rest kann sich bald nichts leisten und spart aus Angst oder geht ins Ausland. Wir haben es hier mit einer Deflation zu tun die man nicht unterschätzen darf.

  • Oliver R. am 19.01.2015 20:32 Report Diesen Beitrag melden

    Gute alte Zeit

    Wenn ich zurück denke: So Ende der 80'iger, anfangs 90'iger gab es auf einem normalen Sparkonto noch 3% Zins und heute, nicht mal mehr 1%. Sparen lohnt sich nicht mehr. Am besten das Geld unter die Matratze legen., dann weis auch das Steueramt von nichts. ;)

    • Hans Hagel am 20.01.2015 02:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ENDZEITSTIMMUNG

      Nee, am besten ist, alles verfressen versaufen und verhuren. So hat man noch was gehabt davon! Das letzte Hemd hat bekanntlich keine Taschen, und selbsr wenn: Mitnehmen kann man ja eh' nichts!

    • Verena C. am 20.01.2015 05:17 Report Diesen Beitrag melden

      Ausgeben

      Wir sind auch der Meinung ausgeben denn die jüngsten sind wir nicht mehr und Nachkommen sind auch keine da also ausgeben ausgeben und nochmals ausgeben.

    • Gerd Schneider am 20.01.2015 16:18 Report Diesen Beitrag melden

      Sparbücher lohnten sich ohnehin kaum

      Der Zinssatz auf einem Sparbuch war ohnehinmeist unter der Inflationsrate. Damit eine Bank verleihen kann braucht Sie Geld. Nun erhält Sie es fast geschenkt von der Notenbank und verleiht es sehr niedrig, damit investiert wird . EXTREM könnte das irgendwann heißen: Bank leiht Unternehmer 100.000 - Unternehmer zahlt ABZÜGLICH(!) Zinsen 95.000 zurück. Kredit ist billiger als es aus eigener Tasche zu finanzieren. Die Ersparnis braucht er, da seine produzierten Produkte weniger wert werden. Wozu braucht Bank noch Geld der Kunden - zu teuer. Aber noch ist es noch nicht so weit.

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  • Rapple am 19.01.2015 20:12 Report Diesen Beitrag melden

    Deutschland ruft

    Es ist einfach eine Wonne wie sich die Schweizer über alles aufregen. Es ist ein Genuss das Geld auf einer Deutschen Bank zu haben. Sehr nette Banker einfach erste Sahne.

  • Kundengeschenk am 19.01.2015 17:22 Report Diesen Beitrag melden

    niemals (mehr) Migros-Bank

    So, liebe Migros-Bank, nachdem Ihr euren Kunden schon grenzwertige Depotverträge per Zwang reingedrückt habt, wollt Ihr bald auch noch bei den Kleinen Absahnen. Was nocht nicht ist, wird wohl schon noch kommen. Als potentieller Kunde habe ich Euch ein Geschenk: Ihr dürft fortan davon ausgehen, dass ich NIE bei Euch Kunde werde. Falls meine momentane Bank mit Negativ-Zinsen für Kleinsparer kommt, werde ich im Übrigen mein Geld heim holen. Prosit auf den Crash, der dann irgendwann noch kommt!

  • Sprengmeister am 19.01.2015 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Ja da gehen sie flöten.

    Macht 29% Gewinn aber verrechnet die Negativzinsen schön weiter an den Kunden. Ahh das gute alte Bankwesen wie es leibt und lebt.

    • Walter Spahni am 19.01.2015 17:02 Report Diesen Beitrag melden

      Nein, nein, sie machen nicht 29% Gewinn!

      Sondern 29% MEHR! Abzocker unter sich!

    • 1789 am 19.01.2015 17:24 Report Diesen Beitrag melden

      Wenn es so weiter geht...

      kommt es ganz sicher nicht gut. Wie war das noch? Liberté, égalité, fraternité?

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