Schluss mit Zückerli

12. November 2018 12:04; Akt: 12.11.2018 12:23 Print

Migros Bank schafft Bonus ab

Die Migros Bank macht Schluss mit umstrittenen variablen Vergütungen. Ab 2019 gibt es beim Institut keine Boni mehr.

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Adieu Boni: Die Migros Bank macht Schluss mit variablen Vergütungen. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Als erste grosse Schweizer Bank schafft die Migros Bank den Bonus ab. Das teilte das Institut am Montagvormittag mit. Ab dem Geschäftsjahr 2019 entrichtet sie keine derartigen variablen Vergütungen mehr an ihre Mitarbeitenden. Damit will die Migros Bank den Veränderungen im Bankgeschäft Rechnung tragen. «Ich glaube nicht, dass ein Manager einen umso grösseren Beitrag für die Bank leistet, je höher sein Bonus ist», sagt Migros Bank-Chef Harald Nedwed.

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Schon vorher hatte der Präsident der Geschäftsleitung keinen Bonus mehr bezogen, heisst es in der Mitteillung weiter. Die übrigen Mitglieder der Geschäftsleitung sowie die Direktions- und Kadermitarbeitenden erhielten anstelle eines 13. Monatslohns für gute Leistungen einen moderaten Bonus – in der Regel bis maximal 20 Prozent des Jahressalärs. Dieser werde künftig entfallen.

«Keine Sparmassnahme»

Laut der Migros Bank sind Boni nicht mehr zeitgemäss. Das habe mit der fortschreitenden Digitalisierung und dem Angebot verschiedener paralleler Vertriebskanäle zu tun. Diese erlauben es den Kunden, zunehmend selbstständig zu entscheiden, wann und wie sie bedient werden möchten. Die Betreuung und Entwicklung der Kunden und damit der Erfolg des Unternehmens seien daher vom Zusammenspiel vieler Akteure abhängig. «Hier birgt die variable individuelle Vergütung durch Boni sogar die Gefahr, dass sich Mitarbeitende vor allem auf ihre eigene bonusrelevante Tätigkeit konzentrieren – und dabei den Blick fürs Ganze verlieren», so die Migros Bank.

Die Migros Bank betont, dass es sich bei der Abschaffung des Bonus um keine Sparmassnahme handelt. Zur Kompensation wird bei den betroffenen Mitarbeitenden das Fixsalär einmalig erhöht. «Die Anpassung wird individuell pro Mitarbeitendem festgelegt», so die Mitteilung. Auf Stufe Gesamtbank steht hierzu die durchschnittliche Bonussumme der letzten drei Jahre zur Verfügung.

(dob)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Tell's Lady am 12.11.2018 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vernünftig

    Bravo! Endlich mal ei vernüntiger Entscheid einer Bank.

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  • Walter Kapitilasti am 12.11.2018 12:28 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht nur kurzfristiger Erfolg

    Es müssen wieder langfristige Erfolge und sinnvolles Wachstum reichen und nicht immer nur was kurzfristig realisierbar ist

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  • Domenico am 12.11.2018 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lohnbestandteil

    Bonus ist beim Lohn einkalkuliert. Dies hat zum Vorteil, dass der Bonus bei schlechter Leistung nicht ausbezahlt werden muss. Eine Abschaffung hat zur Folge, dass die Löhne steigen werden. Ich spreche hier von den Boni der normalen Mitarbeiter und nicht jenen des Top Managements

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Die neusten Leser-Kommentare

  • SBLF am 14.11.2018 16:04 Report Diesen Beitrag melden

    In einer Freien Marktwirtschaft darf man das.

    Genau, das darf man in einer Freien Marktwirtschaft. Organisationen dürfen ihre Statuten und Reglemente selbst gestalten. Und Kunden dürfen selbst, frei entscheiden welcher Firma sie vertrauen und ihr Geld geben wollen... Bevorzugen sie nun eine Genossenschaft? Oder wollen sie durch ein Crowdfunding finanzieren? Das steht Ihnen alles frei zu in einer freien Marktwirtschaft und dem Kapitalismus... Also mal bitte aufhören mit immer mehr Staatlichen Regulierungen... Merken: Reiche sind reich, weil Sie oder der Staat denen Geld gibt. Sie dürfen nun alle ihre Bank wechseln...

  • jaques am 14.11.2018 07:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bonus nicht angebracht

    Wer auf einer Bank arbeitet tut ja bekanntlich nichts. Wieso die also fürs nichts tun noch einen Bonus bekommen sollen leuchtet mir eh nicht ganz ein.

  • Gs am 14.11.2018 05:52 Report Diesen Beitrag melden

    Sinn?

    Naja und was ist jetzt det Sinn davon den sboni auf den Monatslohn umzuwälzen? Schlussendlich kommen Sie auf +- gleichen Jahressalär...

    • Mira am 14.11.2018 08:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Gs

      Stimmt nicht. Wenn der Bonus im Lohn inkludiert wird, bekommt der Angestellte auf diesem Lohnteil noch die PK Beiträge dazu... Nix von Sparen, im Gegenteil...

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  • HRspezi am 14.11.2018 00:56 Report Diesen Beitrag melden

    untauglicher Bonus

    Ein Bonus ist als Signal an den Arbeitnehmer, dass er seine Arbeit gut macht und dass man ihn wertschätzt, ziemlich untauglich. Hierfür braucht es andere Instrumente. Tauglich wäre ein Bonus (falls Gratifikation) für den Arbeitgeber die Lohnkosten kurzfristig zu senken, wenn das Geschäftsergebnis nicht gut ist. Ansonsten bringen Boni nur Missgunst und Ärger; die Zahl der Unzufriedenen ist meist grösser als die Zahl der Zufriedenen. Und wer für seinen Job einen Anreiz braucht, sollte den Job wechseln.

    • SBLF am 14.11.2018 17:30 Report Diesen Beitrag melden

      Produktive Arbeiter vs. Self Esteem Kultur

      Das Problem liegt viel mehr in der ganzen Political Correctness. Sprich eine unheilige Allianz von Religiösem Moralismus und Sozialistischem Gruppenzwang. Klassische Individualität und Objektivität ist heute komplett aus der Mode gekommen... Eine Firma zahlt aber nicht dafür ob Sie nun Gut integriert sind, welche Einstellung sie haben, wie sie aussehen, ob sie 1000 Facebook Freunde haben... Genau das ist dann am Ende das Problem: Die Produktiven, die welche Arbeiten stehen in Konkurrenz zu denjenigen welche am Grüppeln sind und für ihre "Persönlichkeit" bezahlt werden wollen.

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  • Nachdenklicher am 13.11.2018 19:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Boni sind unfair

    Das ganze 'Boni zahlen' ist in einer Leistungsgesellschaft fair. Da wir aber längstens eine Erfolgsgesellschaft sind, müssten die Boni nicht nur im Bankgeschäft abgeschafft werden. Sie sind weder fair noch zeitgemäss.