Sonntagsverkauf

19. Januar 2013 23:54; Akt: 19.01.2013 23:55 Print

Migros-Chef wettert gegen Kirche

Herbert Bolliger hat kein Verständnis dafür, dass die Kirche gegen den Sonntagsverkauf kämpft. In einem Interview verweist er auf das katholische Italien, wo die Läden Sonntags auch offen sind.

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Migros-Konzernchef Herbert Bolliger kann dem kirchlichen Engagement gegen den Sonntagsverkauf nichts abgewinnen. (Archivbild: Keystone)

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Vor 10 Tagen hat die «Sonntagsallianz» das Referendum gegen die Liberalisierung der Öffnungszeiten von Tankstellenshops lanciert. Dass im Referendumskomitee neben Gewerkschaften und linken Parteien auch die Kirche vertreten ist, stösst Herbert Bolliger, dem Konzernchef der Migros, sauer auf. In einem Interview mit der «SonntagsZeitung» äussert er sein Unverständnis über deren Engagement: «Was soll das Gstürm in der Schweiz? In Italien, wo der Papst wohnt, haben schliesslich auch viele Läden am Sonntag geöffnet und der Blitz hat im Vatikan trotzdem nicht eingeschlagen» Er fordert: «Die Kirche sollte sich aus der Diskussion heraushalten.»

Auf Bolligers Unterstützung kann dagegen der Bundesrat zählen. Dieser hatte Ende August den eidgenössischen Räten eine Motion von Filippo Lombardi (CVP/TI) zur Annahme empfohlen, die schweizweit einheitlich geregelte Ladenöffnungszeiten fordert. «Öffnungszeiten von 6 bis 20 Uhr unter der Woche und samstags bis 18 oder 19 Uhr sind sinnvoll», erklärt Bolliger der «SonntagsZeitung».

Lebensmittel werden teurer

Schlechte Nachrichten hat Bolliger von der Preisfront. Während die Preise in den letzten vier Jahren auf breiter Front gesunken sind, werden nun verschiedene Produkte wieder teurer. «Bei den Preisen dürften wir die Talsohle erreicht haben. Ich rechne dieses Jahr mit stabilen oder leicht steigenden Preisen», so der Migros-Chef. Konkret werde die Migros die Preise für Geflügel «demnächst anheben müssen». Auch bei Früchten und Gemüsen zeigten die Preise nach oben.

Mit dem laufenden Geschäftsjahr zeigt sich Bolliger im Interview «sehr zufrieden». Für 2013 rechnet er mit einem Umsatzwachstum von 1 bis 2 Prozent.

(jcg)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • m.stalder am 20.01.2013 05:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mehr Geld?!

    wiso sonntags auch noch? Die Leute bekommen ja nicht zwei mal Lohn. So wie es jetzt ist, ist doch oke!

    einklappen einklappen
  • Karin Meier am 20.01.2013 00:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ladenöffnungszeiten

    Warum sollen die Läden immer länger geöffnet bleiben? Und warum können wir Sonntags nicht mit Freunden, Bekannten oder der Familie verbringen? Die ganze Woche beinhaltet schon genug Verpflichtungen. Ein Tag pro Woche sollte zur Entspannung genutzt werden, ist auch im Interesse der Arbeitgeber. Auch für die Jugendlichen bedeutet dies Stress, da Sie immer mehr Zeit in Läden verbringen. Die Folge, noch mehr verschuldete Jugendliche. Unsere Jugend wird nur noch auf Konsum getrimmt. Das wird langfristig auch unserem Staat schaden. Das ein paar Tankstellen Shops Sonntags öffnen, finde ich i.O.

  • TLG am 20.01.2013 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Man richtet sich nicht immer nach Anderen

    Der Sonntag ist in der Bibel klar als Ruhe- und Anbetungstag definiert, natürlich ist die Kirche dagegen. Wenn das in Italien anders ist muss man einfach sagen, das diese Kirche die Authorität der Bibel nicht respektiert, was bei der röm. kath. Kirche auch nichts neues ist (z.B. Ablasshandel). Wenn sich die Kirchen in der Schweiz nun für die Bibel entscheiden, ist das eine gute Entwicklung (ausser man findet Christentum und Bibel blöd, aber dann muss man ja auch nicht in die Kirche gehen).

Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas am 20.11.2013 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sonntag ist Familientag

    Ich habe Herr Bolliger nie Sonntags arbeiten gesehen im Silberturm (Migros Hauptsitz). Ein Wiederspruch ist auch, dass Migros sich stark für Familien einsetzt (gute PR). Dabei wissen alle, dass in der hektischen Zeit der Sonntag eine Ruheinsel ist und Kinder diese Zeit gerne mit Mutter und Vater verbringen.

  • André Schild am 21.01.2013 18:22 Report Diesen Beitrag melden

    Warum darf die MIGROS sich dazu äussern?

    Hmm... die Kirche darf sich zum Thema Sonntagsverkauf nicht äussern, die MIGROS aber schon? Ist das Meinungsfreiheit?

  • Twiggy Ramirez am 20.01.2013 15:41 Report Diesen Beitrag melden

    Trennung Staat/Kirche

    Ich bin auch der Meinung, dass sich die Kirche nicht zu dem Thema Sonntagsverkauf zu äussern hat. Jedenfalls nicht auf politischer Ebene! Für etwas wurde die Trennung Staat/Kirche ja gemacht.

  • Roberto Huber am 20.01.2013 13:10 Report Diesen Beitrag melden

    Trennung von Staat und Kirche

    Ich finde es amüsant, dass es einige Leute völlig okay finden, dass die Kirche versucht uns ihren Glauben durch das Gesetzt aufzuzwingen. Denkt mal so: wie würdet ihr reagieren, wenn der IZRS versuchen würde uns den Freitag per Gesetz als 'Sabbat' aufzwingen? Deshalb ist die Trennung von Staat und Kirche so wichtig. Keine Religion darf durch das Gesetz anderen aufgezwungen werden. Die Schweiz braucht dringendst eine Trennung von Staat und Kirche in der Verfassung!

  • adrian am 20.01.2013 12:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    pro sonntagsverkauf

    ...jajaja, die armen verkäufer müssen am wochenende arbeiten. genau wie es zugführer, busfahrer, krankenschwestern, taxifahrer, ärzte, serviertöchter, köche, polizisten, bademeister und viele mehr auch machen. ich kann die faulen argumente der gegner langsam nicht mehr hören. man könnte ja beispielsweise studenten einspannen. ich jedenfalls hätte zeit mein geld am sonntag auszugeben und ich denke manchem anderem geht es genau so. und falls es nicht rentieren sollte, so bin ich mir sicher das niemand seinen laden am sonntag oder unter der woche bis 22.00 offen hält.