Neuer Hub in Deutschland

04. Mai 2018 11:06; Akt: 04.05.2018 11:23 Print

Digitec Galaxus kommt Amazon in die Quere

Der Kampf im Schweizer E-Commerce geht in die nächste Runde: Digitec Galaxus will mit einem EU-Hub Amazon Konkurrenz machen.

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Digitec Galaxus hat einen EU-Hub zur Zollabfertigung in Betrieb genommen. Ab einem neuen EU-Hub in Deutschland sollen Päckli nun innert maximal 24 Stunden in Schweizer Briefkästen landen, wie das Unternehmen mitteilt. Damit dürfte das Unternehmen noch direkter mit Händlern wie Amazon in Konkurrenz treten. Im März wurde bekannt, dass der amerikanische Onlinehändler mit der Schweizerischen Post einen Vertrag abgeschlossen hat, demzufolge die Post künftig die Abwicklung von Importen übernehmen soll. Das würde Amazons gesamtes Sortiment von rund 300 Millionen Produkten für den Schweizer Markt öffnen. Zum Vergleich: Digitec Galaxus bietet derzeit rund 1,6 Millionen Artikel. Im Gegensatz zu Amazon kümmert sich Digitec Galaxus aber selbst um die Verzollung. Dazu habe das Unternehmen eine eigene Logistik- und Zollsoftware entwickelt, schreibt Digitec Galaxus. Auf die Frage, ob der EU-Hub eine Reaktion auf die Partnerschaft Amazons mit der Post sei, antwortet ein Sprecher des Unternehmens, dass Digitec Galaxus schon seit zwei Jahren an der Lösung arbeite. Wie schneiden Onlinehändler bei den 14- bis 25-Jährigen ab? Der Markt- und Meinungsforscher Marketagent liefert die Top Ten. Alibaba Brack Anibis Microspot Tutti Exlibris Digitec Ricardo Amazon Zalando Zu den bei 14- bis 25-Jährigen beliebtesten Marken gehören laut der Umfrage von Marketagent Lindt ... ... und Zweifel. HTC und Huawei hingegen schneiden schlecht ab und könnten von einer «massiven Charme-Offensive» profitieren. Bei den Getränkemarken liegt Coca-Cola hoch im Kurs. Die beliebteste Schweizer Getränkemarke ist Rivella. Bei den Lebensmittelmarken führen Migros, Nestlé und Coop. Seit 1964 die beliebtesten Chips im Sortiment: Zweifel Original Paprika Chips.

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Digitec Galaxus will wachsen – und neu auch über ausländische Handelspartner das Sortiment seiner Onlineshops vergrössern. Damit dürfte das Unternehmen noch direkter mit Giganten wie Amazon in Konkurrenz treten.

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Bisher hatte Digitec Galaxus nur wenige ausländische Handelspartner und die Einfuhr der Waren war kompliziert. Von einem neuen Logistikzentrum in Deutschland aus sollen Pakete aus dem Ausland nun innert maximal 24 Stunden in Schweizer Briefkästen landen, wie das Unternehmen mitteilt.


Bisher versandte Digitec Galaxus seine Waren hauptsächlich aus dem Logistik-Zentrum in Wohlen. (Video: 20M)

Mit diesem Schritt kommt die Migros-Tochter dem Konkurrenten Amazon knapp zuvor: Im März wurde bekannt, dass der US-Onlinehändler mit der Schweizerischen Post einen Vertrag abgeschlossen hat. Demzufolge soll die Post künftig die Abwicklung von Importen übernehmen. Laut Medienberichten soll die Kooperation zwischen Post und Amazon bereits in der ersten Hälfte des Jahres 2018 starten.

Die Zusammenarbeit würde Amazons gesamtes Sortiment von rund 300 Millionen Produkten für den Schweizer Markt öffnen. Zum Vergleich: Digitec Galaxus bietet derzeit rund 1,6 Millionen Artikel an. Bis Mitte Jahr will das Unternehmen die 2-Millionen-Marke knacken.

Migros-Tochter nimmt Verzollung selbst in die Hand

Im Gegensatz zu Amazon kümmert sich Digitec Galaxus aber selbst um die Verzollung. Dazu habe das Unternehmen eine eigene Logistik- und Zollsoftware entwickelt, heisst es auf Anfrage von 20 Minuten. Sowohl die Schweizer als auch die deutsche Zollverwaltung hätten das Verfahren gutgeheissen, sagt Stefan Fraude, Head of Marketplace bei Digitec Galaxus.

Ralf Wölfle, Experte für E-Commerce an der Fachhochschule Nordwestschweiz, begrüsst, dass Digitec Galaxus für die Abfertigung nicht auf die Post setzt. Viele Schweizer Versender würden fürchten, dass die Post ausländischen Anbietern bessere Konditionen einräumt, weil diese besonders viele Sendungen aufgeben. «Da tut die Migros als ebenfalls sehr grosser Postkunde gut daran, zu zeigen, dass man auch alternative Strukturen aufbauen kann», so Wölfle.

Digitec Galaxus arbeitet seit zwei Jahren am Hub

Auf die Frage, ob der EU-Hub eine Reaktion auf die Partnerschaft Amazons mit der Post sei, antwortet Fraude, dass Digitec Galaxus schon seit zwei Jahren an der Lösung arbeite. «Wir entwickeln Lösungen für unsere Kunden, nicht gegen die Konkurrenz», sagt der Head of Marketplace zu 20 Minuten.

Ob über Amazon und die Post oder via EU-Hub von Digitec Galaxus, für den Konsumenten dürfte die Einfuhr keinen grossen Unterschied machen. «Schweizer Konsumenten wissen, dass der grösste Teil der in der Schweiz verkauften Konsumgüter aus dem Ausland kommt», sagt Wölfle. Wer sich wo und wann um die Einfuhr kümmert, «dürfte dem Konsumenten egal sein», so der Experte.

(rkn)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Moon am 04.05.2018 11:34 Report Diesen Beitrag melden

    Ambitioniert!

    Man kann über Digitec Galaxus meckern wie man will - es ist wohl europaweit die ambitionierteste Alternative zu Amazon! Und das schaffen sie alles ohne sklavenähnliche Arbeitsbedingungen, da kann man wirklich nur seinen Hut ziehen!

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  • Wettmillionär am 04.05.2018 11:10 Report Diesen Beitrag melden

    Netzsperre

    Sonst kann Digitec beim Bundesrat mal die Netzsperrung von Amazon beantragen? Somit bleibt das Geld ja auch in der Schweiz nicht? Sarkasmus aus.

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  • Ali Baba am 04.05.2018 11:18 Report Diesen Beitrag melden

    Anti-Ausland-Shopping-Gesetz: Jetzt

    Wenn das Geldspielgesetz angenommen wird, kommt als nächstes das Anti-Ausland-Shopping-Gesetz. Immerhin muss man die Schweizer Online-Händler und die Shopping-Süchtigen schützen. Und auch, um die Millionen an die AHV und den Sport weiter zu kassieren. Stimmt alles nicht? Abwarten!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Versteh nicht am 05.05.2018 23:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Digitec vs. Amazon

    Warum vergleichen hier alle Digitec, welcher ca. 1% der Produkte von Amazon hat, mit Amazon, der alles erdenkliche im Sortiment hat?

  • Fritzli am 05.05.2018 22:20 Report Diesen Beitrag melden

    Portofreie Lieferung reicht nicht.

    Verzollung mit der Schweizer Post kann teuer zu stehen kommen! Habe in letzter Zeit mehrmals Portofreie Lieferungen erhalten bei denen einfach 9.- Porto dazu geschlagen wurde, damit kamen die Rechnungen über 65.- und somit wurde es verzollt und das kostete zusätzlich 20.-! Beim Anruf an die Zollstelle wurde ich sehr herablassend behandelt und kam kaum dazu etwas zu sagen! Der Einwand war auch Portofreie Lieferungen müssten mit Portokosten 0 deklariert sein.

    • kurt meier am 05.05.2018 23:51 Report Diesen Beitrag melden

      abzocker

      kann ich nur bestätigen, es wird alles versucht das die leute damit weniger im ausland einkaufen!

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  • mike sg am 05.05.2018 20:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    vergesst amazon

    also erst macht amazon auf grossen player für die Schweiz und dann hat man nur Ärger. hane insgesamt 3 Bestellungen dort getätigt. nur Ärger. Abbuchen von einem Schweizer Konto geht nicht, auf Anfragen nur ganz schlechter Service, wenn mal geantwortet wird usw.... dann wird was versendet und dann doch kekn Paket auf dem Weg... mit dem Service und den Leistungen kommen die nicht weit.

    • Shopper am 05.05.2018 23:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @mike sg

      Habe schon 100 Sachen auf Amazon bestellt. Immer alles ohne Probleme.

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  • Linda am 05.05.2018 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Guter Witz

    Mehr als ein Witz kann das nicht sein. Amazon ist im Ausland derart stark, dass Digitec hunderte von MILLIONEN nur in die Werbung stecken muss um in der EU etwas auszurichten. Das darf dann die Hochpreisinsel schweiz finanzieren.

  • Nati am 05.05.2018 16:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Neuer hub in Deutschland

    Sind die Preise auch niedrig als Amazon?