170 Tonnen einsparen

04. Juni 2019 17:21; Akt: 05.06.2019 07:00 Print

Migros setzt auf Karton- statt Plastikverpackung

Convenience-Produkte sind praktisch, machen aber eine Menge Müll. Nun wechselt die Migros bei über 10 Verpackungen von Plastik auf Karton. Zudem setzt Migros auf Recycling-PET.

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Fertigsalat in der Wegwerf-Bowl, Müesli im Kunststoffbecher oder Sandwich in der dreieckigen Plastikverpackung. Der Markt mit Convenience-Produkten hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Stark gestiegen ist damit auch die Menge an Verpackungsmaterial. Diesem hat die Migros den Kampf angesagt.

Bei über 10 Convenience-Verpackungen setzt die Migros noch in diesem Sommer auf Kartonverpackung statt Plastik, darunter die Dreieck-Sandwiches. Zudem bestehen die Behälter von Fertigsalaten und Birchermüesli neu aus mindestens 75 Prozent Recycling PET. Ebenso wird bei den Salat-Verpackungen das Gewicht der Verpackung halbiert, indem die Migros auf einen sogenannten Innlayer für die Zutaten verzichtet.

170 Tonnen Plastik

Mit der Anti-Plastik-Offensive will die Migros gemäss Mitteilung vom Mittwoch jährlich über 170 Tonnen Plastik-Neumaterial einsparen. Ziel des Detailhändlers ist es, bis Ende nächsten Jahres 6000 Tonnen Verpackungsmaterial einzusparen oder ökologisch zu optimieren. So steht es in einem der 65 Versprechen, die sich die Migros im Rahmen des Nachhaltigkeitsprogramms Generation M gegeben hat. Bis zum Erreichen des Plastik-Sparziels fehlen laut einer Migros-Sprecherin noch knapp 2500 Tonnen.

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Bei Greenpeace heisst es auf Anfrage von 20 Minuten: «Der Schritt der Migros klingt gut, hält aber nicht, was er verspricht», sagt Sprecher Yves Zenger. Ein Wechsel zu Wegwerfverpackungen aus anderen Materialien werde das Problem nicht lösen, sondern nur verschieben. «Papier- oder Kartonverpackungen brauchten Zellstoff, dafür würden klimarelevante Wälder abgeholzt» ,so Zenger weiter. Vorbehalte hat Geenpeace auch gegenüber Recycling: Das meiste Plastik ist laut Zenger nicht sortenrein genug, um aus ihm ein hochwertiges Rezyklat zu gewinnen.

Mehrwegverpackungen im Supermarkt?

«Nur mit Mehrweg-Liefersystemen kann der Teufelskreis von Ressourcenverwendung und Umweltzerstörung durchbrochen werden», sagt Zenger. Wäre es ökologisch nicht sinnvoller, statt auf Karton und Recling-PET auf Mehrwegverpackungen zu setzen? Laut eigenen Angaben hat die Migros als erste Schweizer Detailhändlerin der Schweiz die Mehrwegschale für die Restaurants und Take-Aways eingeführt. «Ähnliche Konzepte prüfen wir auch für den Supermarkt. An der Bedientheke kann bereits das eigene Tupperware mitgebracht werden», heisst es bei Migros.

Bereits im April hat die Migros angekündigt, ihr sei es gelungen, den Materialkreislauf bei PET-Flaschen zu schliessen. Neu bestehen die Sirupflaschen der Migros vollumfänglich aus Recycling-PET. Beim Mineralwasser will die Migros das 100-Prozent-Recycling-Ziel bis 2025 erreichen. Weil Flaschen aus Recycling-PET einen leicht gelb-gräulichen Schleier haben, erfolgte der Start mit Sirup-Flaschen.

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fred am 05.06.2019 07:10 Report Diesen Beitrag melden

    Etiketten-Schwindel

    Und der unwissende Konsument glaubt nun natürlich, dass so eine Karton-Verpackung eine bessere Oeko-Bilanz hat. Leute bis Karton so aufbereitet ist, dass er auch feuchte Lebensmittel verträgt, wird er diversen Chemischen Behandlungen unterzogen und ist alles andere, als ein Naturprodukt aus Holz.

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  • Elchi am 05.06.2019 07:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zmittag von zu Hause

    Nehmt euer Zmittag von zu Hause mit! DAS wäre das einzig richtige!

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  • Gabriela am 05.06.2019 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Anfang

    ist doch mal ein Anfang, aber es muss noch mehr gemacht werden.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Larissa am 09.06.2019 16:23 Report Diesen Beitrag melden

    falsche Angaben

    Dies kann unmöglich nur Kartonverpackungen sein. Gerade Lebensmittel, die etwas Feuchtigkeit absondern kann nicht in reinem Karton aufbewahrt werden. Also liebe Migro, was genau wird diesem Karton beigefügt.

  • P&S am 08.06.2019 18:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So sehen wir das...

    Wir sammeln jetzt seit knapp einem Jahr sämtliche Kunststoffabfälle in unserem Haushalt weil diese bei einer nahen Sammelstelle abgegeben werden können. Da wird einem so richtig bewusst, was alles in Kunststoff verpackt wird und wie leer der Abfallsack jetzt plötzlich ist. Bei einem Wechsel von Kunststoff auf Karton ändert sich für uns nicht viel. Das sehen wir gleich wie Greenpeace. Statt Kunststoff tragen wir einfach wieder mehr Papier und Karton in die Sammelstelle. Nur wer offen kaufen kann und das auch tut und wer alles sammelt und richtig entsorgt, tut was für die Umwelt.

  • Peter E, am 06.06.2019 07:22 Report Diesen Beitrag melden

    Problem not solved

    Das Problem ist, dass dieser Karton mit Plastik beschichtet und verklebt ist...

    • Tommaso am 07.06.2019 11:18 Report Diesen Beitrag melden

      Die Richtung Stimmt

      Es ist doch ein Schritt in die richtige Richtung - weg von Plastic

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  • Patrick Röthlisberger am 06.06.2019 06:06 Report Diesen Beitrag melden

    Die Weltmeere dennoch nicht gerettet

    Und jetzt? Deswegen hat es in den Weltmeeren nicht 1 kg weniger Plastik.

    • Sandra am 06.06.2019 06:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Patrick Röthlisberger

      Aber es kommt weniger dazu?!

    • Larissa am 09.06.2019 16:26 Report Diesen Beitrag melden

      Sandra

      So schnell lassen sich die Konsumenten täuschen. Überlegen sie doch, Lebensmittel kann nur in Karton aufbewahrt werden, wenn dieser speziell beschichtet ist.

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  • Laura am 06.06.2019 02:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geruchsneutral

    Karton ist halt nicht geruchsneutral, Plastik hingegen schon.