Blockchain

21. Februar 2019 08:20; Akt: 21.02.2019 08:24 Print

So können Migros-Kunden künftig Palmöl verfolgen

von Isabel Strassheim - Migros will mittels Blockchain-Technologie die Herkunft von Rohstoffen überprüfen. Auch Konsumenten sollen das künftig tun können.

Bald können Kunden das Palmöl in der Migros zurückverfolgen. (Video: ISH)
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M-Industrie hat die Blockchain für sich entdeckt: «Wir können damit zum Beispiel die Frage, woher das Palmöl kommt, angehen», sagt M-Industrie-Chef Walter Huber zu 20 Minuten.
Wie das genau funktioniert, erklärt er im Interview im Video oben. Palmöl ist wegen illegaler Regenwaldabholzung und der Vertreibung indigener Völker in Asien umstritten.

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Mit der Blockchain soll sicher überprüfbar werden, wo genau das Öl herkommt: «Jede Stufe der Wertschöpfungskette – von der Plantage, Mühle, Transport, Raffinerie bis hin zu uns – wird über die Blockchain identifizierbar», sagt Huber.

Typischer Anwendungsfall

Laut Patrick Comboeuf, Blockchain-Experte an der Hochschule für Wirtschaft Zürich, ist das ein typischer Anwendungsfall für die Technologie. In Malaysia gebe es bereits Programme, bei denen die Herkunft von Palmöl per Blockchain dokumentiert wird.

Nicht nur die Migros, sondern auch die Konsumenten sollen im Laden die Herkunft der Ware per Blockchain überprüfen können. «Es soll Codes auf den Produkten geben, die mit dem Smartphone angeklickt werden können», sagt Huber.

Angebliche Schweizer Produkte sollen auffliegen

Damit soll jeder sicher feststellen können, wo etwas produziert worden ist. Auch angebliche Schweizer Produkte, die gar nicht in der Schweiz hergestellt wurden, sollen so auffliegen. M-Industrie exportiert vor allem Käse und Schokolade ins Ausland und ist auch deshalb an einer Nachweisbarkeit interessiert.

«Dass die Migros nun solche Pläne enthüllt, zeigt, dass die Technologie den nächsten Reifelevel erreicht hat», erklärt Blockchain-Experte Comboeuf. Die Schweiz biete mit Rechtssicherheit und dem berechenbaren politischen System gerade im internationalen Vergleich besonders gute Voraussetzungen für solche Blockchain-Projekte und entsprechende Ökosysteme.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ledini kraft am 21.02.2019 08:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    palmöl

    Was heisst verfolgen? stoppen wäre besser früher gab es auch kein Palmöl in den Produkten

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  • Robert M. am 21.02.2019 08:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Augenwischerei

    Die Wälder sind jetzt schon gerodet. Nun zu behaupten, dass Palmoel sei nachhaltig, ist Augenwischerei. Es ist nun mal für die Industrie ein billiges und gut zu verarbeitendes Oel. Unter dem Strich geht es doch nur um mehr Gewinnspanne.

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  • Brigä am 21.02.2019 08:29 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne mich!

    Zuerst Wald roden, dann abwarten, dann als Bio und nachhaltiges Palmöl verkaufen. Nein danke!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Katka am 22.02.2019 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ohne mich

    Ich will es aber nicht verfolgen, sondern vermeiden.

    • bnezeli am 22.02.2019 19:05 Report Diesen Beitrag melden

      Auch Eier, Käse, etc.

      Es geht ja nicht nur um Palmöl, zukünftig können Sie auch Eier, Käse, etc. zurückverfolgen.

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  • Nicht-Palmverachter am 22.02.2019 15:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Palm ist nicht perse schlecch!

    Wusste ihr, dass Palmöl fast dreimal weniger Anbaufläche braucht als Raps? Palm ist die ertragreichste Ölpflanze überhaupt! Sprich: eine effektive Lösung wäre nicht, dass alles Palm dirch irgendwas anderes zu ersetzen, sondern vielmehr den allgemeinen Fettkonsum zuverringern... Was Mono-Kultur und Arbeitsbedingungen angeht, gibt es sicher noch einiges zu verbessern. Das Label RSPO-SG ist wenigstens mal ein Anfang.

  • Gerd Gerdsen am 22.02.2019 13:42 Report Diesen Beitrag melden

    Weitere Möglichkeiten

    Lässt sich zukünftig mittels Blockchain auch die Herkunft solcher PR Artikel lückenlos nachweisen?

  • Unter Palmen am 22.02.2019 11:36 Report Diesen Beitrag melden

    Palmöl ist fein

    Palmöl finde ich gut und ich verstehe die ganze Aufregung nicht.

    • Bruno Manser am 22.02.2019 12:21 Report Diesen Beitrag melden

      Sehr viel Leid und Zerstörung

      Google mal nach Bruno Manser. Ein Schweizer Aktivist der das Leid und die Zerstörung durch die Palmöl Industrie in Malaysia aufgezeigt hat und dann "spurlos verschwunden" ist. Die Natur ist dort extrem geschädigt und die eingeborenen Stämme der Penan dürfen den Wald nicht mehr nutzen obwohl sie schon immer in den Wäldern lebten.

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  • hurdi gurdi am 22.02.2019 08:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zum geier

    Die Interviewerin ist schrecklich. keine Emotion, und schlechte Fragen.